Pilze

Die Welt der Steinpilze: Arten, Unterschiede und Tipps

Artikel zitieren

Steinpilze umfassen viele Arten mit unterschiedlichem Aussehen und Vorkommen. Dieser Artikel stellt die bekanntesten Arten vor, erläutert ihre Unterscheidungsmerkmale und gibt Einblicke in ihre Bedeutung und ihren Schutz.

Steinpilze Arten

Verschiedene Steinpilzarten

Die Gattung der Steinpilze umfasst zahlreiche Arten mit unterschiedlichem Aussehen und Vorkommen. Hier sind einige der bekanntesten Arten:

Lesen Sie auch

Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis)

Der Gemeine Steinpilz, oft auch Fichten-Steinpilz oder Herrenpilz genannt, ist einer der bekanntesten und beliebtesten Steinpilzarten. Er hat einen braunen Hut, der bis zu 30 cm groß werden kann. Die Poren sind weiß bis olivgelb, während der Stiel eine helle Netzzeichnung aufweist. Das weiße Fleisch verfärbt sich beim Schneiden nicht. Der Gemeine Steinpilz kommt in Nadel- und Laubwäldern vor und hat ein mildes, nussiges Aroma.

Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus oder Boletus aestivalis)

Der Sommer-Steinpilz, auch Eichen-Steinpilz genannt, hat einen helleren, oft graubraunen oder ockergelben Hut und eine ausgeprägtere Netzzeichnung am helleren Stiel. Er bevorzugt wärmere Standorte und ist hauptsächlich in Laubwäldern unter Eichen und Buchen zu finden. Er kann bis zu 25 cm groß werden und hat ein mild nussiges Aroma.

Bronze-Röhrling (Boletus aereus)

Der Bronze-Röhrling, auch Schwarzhütiger Steinpilz genannt, ist eine seltene und geschützte Art. Er hat einen fast schwarzen Hut und einen braunen Stiel. Das Fleisch ist weiß und verfärbt sich leicht rosa beim Schneiden. Der Bronze-Röhrling gedeiht besonders in warmen Laubwäldern unter Eichen und Buchen und ist ein ausgezeichneter Speisepilz, darf aber aufgrund seines Schutzstatus nicht gesammelt werden.

Kiefernsteinpilz (Boletus pinophilus)

Dieser Pilz zeichnet sich durch einen dunkelrotbraunen Hut und einen robusteren Stiel im Vergleich zum Gemeinen Steinpilz aus. Das weiße Fleisch verfärbt sich beim Anschneiden leicht bläulich. Er bevorzugt Nadelwälder unter Kiefern und saure Böden. Der Kiefernsteinpilz gilt als sehr guter Speisepilz mit kräftigem Geschmack.

Weitere Steinpilzarten

Neben den genannten gibt es viele weitere Steinpilzarten mit unterschiedlichen Merkmalen und Eigenschaften, wie:

  • Birken-Steinpilz (Boletus betulicola)
  • Eichen-Steinpilz (Boletus reticulatus)
  • Flockenstieliger Hexen-Röhrling (Neoboletus erythropus)

Diese Arten tragen zur kulinarischen Vielfalt der Steinpilze bei.

Unterscheidungsmerkmale der Steinpilzarten

Die verschiedenen Steinpilzarten lassen sich durch mehrere Merkmale unterscheiden:

Hut

Die Farbe und Form des Hutes variieren je nach Art. Die Farbe reicht von braun über rotbraun bis hin zu fast schwarz. Formen können halbkugelig, polsterförmig oder abgeflacht sein.

Poren

Die Porenfarbe ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Sie kann weiß, gelb, olivgrün oder rosa sein. Beispielsweise sind die Poren des Gemeinen Steinpilzes zunächst weiß und verfärben sich später gelblich bis olivgrün.

Stiel

Der Stiel ist in der Regel dick und kräftig und kann weiß, braun, rotbraun oder gelblich gefärbt sein. Viele Arten haben ein Netzmuster, das je nach Art mehr oder weniger ausgeprägt ist.

Fleisch

Das Fleisch der Steinpilze ist in der Regel weiß. Bei manchen Arten kann es sich beim Anschneiden leicht rosa oder bläulich verfärben. Das Fleisch des Gemeinen Steinpilzes bleibt unverändert.

Vorkommen der Steinpilze

Steinpilze sind auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet und in Europa mit etwa zehn Arten vertreten. Sie wachsen hauptsächlich in Wäldern und bevorzugen verschiedene Standorte je nach Art:

  • Waldtypen: Sie kommen in Laub- und Nadelwäldern vor, insbesondere unter Fichten, Eichen, Buchen und Kiefern.
  • Bodenbeschaffenheit: Geeignet sind sandige, lehmige, felsige und saure Böden. Auch in Mittelgebirgen oder höheren Lagen der Alpen finden sich Steinpilze.
  • Standortbedingungen: Lichtarme Fichtenforste und lichte, naturnahe Mischwälder eignen sich gut. Parkanlagen, Gärten und stark vernässte oder sehr trockene Standorte hingegen weniger.
  • Gesellschaft anderer Arten: Oft wachsen sie in der Nähe von giftigen Pilzen wie dem Fliegenpilz oder Knollenblätterpilz sowie Pflanzen wie Heidekraut, Moosen und Farnen.

Steinpilze gehen eine Symbiose mit Bäumen ein, was zur ökologischen Vielfalt und Gesundheit der Wälder beiträgt. Die besten Sammelzeiten sind von Juli bis November, wobei die meisten Funde im Herbst zu erwarten sind. Alle Steinpilzarten sind in Deutschland geschützt und dürfen nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden. Der Bronze-Röhrling ist vollständig geschützt und darf nicht geerntet werden.

Bedeutung der Steinpilze

Steinpilze sind beliebte Speisepilze wegen ihres exzellenten Geschmacks und ihrer vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Sie lassen sich braten, dünsten oder trocknen, ohne dass ihr intensives Aroma und ihre feste Konsistenz verloren gehen. Reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin D, Kalzium und Eisen, tragen sie zur allgemeinen Gesundheit bei.

Denken Sie daran, dass Steinpilze unter Naturschutz stehen und lediglich kleine Mengen gesammelt werden dürfen. Besonders seltene Arten wie der Bronze-Röhrling sind vollständig geschützt und dürfen nicht geerntet werden.

Bilder: pepitoko / iStockphoto