Austernpilze erst ab Spätherbst sammeln

Der Austernseitling oder auch Austernpilz (Pleurotus ostreatus) gehört zu den Winterpilzen. Ihm schadet Frost überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, er gedeiht erst bei Temperaturen von weniger als 11 °C. Bei der Suche nach dem Kalbfleischpilz, wie der Austernpilz auch genannt wird, sollten Sie ruhig mal nach oben blicken. Er wächst öfters sehr weit oben an den Baumstämmen.

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Austernpilze wachsen auf Holz

Aussehen des Austernpilzes

Der Austernpilz kann in seiner Hutfarbe sehr variabel sein, von ockerfarben über schiefergrau bis braun ist alles möglich. Die Hüte sind zudem muschelförmig sowie dachziegelartig übereinander angeordnet.

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Hut

Der seitlich gestielte Hut ist jedoch nur bei jungen Austernpilzen muschelförmig und eher klein, ältere Exemplare entwickeln bis zu 15 Zentimeter große, eher ovale bis trichterförmige Hüte. Zudem ist der Hut am Rand nach innen gewölbt. Typischerweise sind in kühlen Sommern wachsende Austernpilze eher beige, im Herbst und Winter färben sie sich dunkler von schiefergrau bis braun. Sie stehen niemals einzeln, sondern über übereinander.

Lamellen

Die breiten, entfernt stehenden Lamellen sind bei jungen Pilzen weißlich bis cremefarben und färben sich erst mit zunehmendem Alter gelb. Sie laufen immer weit am Stiel herab.

Stiel

Der weiße bis bräunliche Stiel sitzt meist seitlich am Hut und ist in der Regel sehr kurz bzw. sogar nur angedeutet.

Fleisch

Das Fleisch junger Austernpilze ist weißlich und weich, mit dem Alter werden die Pilze besonders im Stiel zäh.

Verwechslungsgefahr

Der leicht giftige Muschel-Seitling ist wesentlich kleiner und hat Lamellen, die am gelbsamtigen Stiel abrupt aufhören.

Wann und wo Sie suchen müssen

Auf der Pirsch nach Austernpilzen müssen Sie dickes, liegendes oder stehendes Totholz von Laubbäumen – besonders das von Buchen – unter die Lupe nehmen. Sogar bei Schnee in der kalten Jahreszeit können Sie fündig werden, denn Austernpilze bilden erst ab 11 Grad Celsius und weniger Fruchtkörper aus. Damit eignen sie sich perfekt für ein Weihnachtsmenü aus selbst gesammelten Pilzen. Gesammelt wird vornehmlich in den Monaten Dezember bis März, wobei Austernpilze manchmal auch in kühlen, feuchten Sommern zu finden sind.

Tipps

Der Austernpilz gehört zu den Speisepilzen, die sich sehr gut im Garten oder sogar auf dem Balkon oder gar im Keller kultivieren lassen. Er ist in der Lage, diverse Substrate wie Stroh, Papier, Kaffeesatz oder Holz zu nutzen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Evgeniy Goncharov photo/Shutterstock

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