Worauf Sie beim Sammeln von Champignons achten sollten

Kurz nach einem kräftigen Regenguss, an einem frischen Sommermorgen sollten Sie Ihre Familie auf die Pilzsuche mitnehmen. Zwischen Juni und Oktober finden Sie nicht nur in Wäldern, sondern vor allem auf Wiesen, Weiden und Äckern köstliche Champignons. Nehmen Sie einen luftigen Korb mit (keine Plastiktüte!) und ein scharfes Pilz- oder Gemüsemesser, dann kann es losgehen mit dem Suchen. Doch Vorsicht: Viele Giftpilze sehen dem leckeren Champignon zum Verwechseln ähnlich.

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Der Wiesenchampignon ist ab Juni zu finden

Diese Champignonarten können Sie essen

Aus dem Supermarkt kennen Sie lediglich zwei Arten von Champignons – weiße und braune. Dabei handelt es sich jedoch nicht um zwei verschiedene Arten, sondern lediglich um unterschiedliche Färbungen ein und derselben Zuchtsorte. Wussten Sie aber, dass es insgesamt etwa 50 verschiedene Arten von Champignons gibt, von denen viele essbar sind? Wir stellen Ihnen die wichtigsten vor.

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Wiesen-Champignon

Der Wiesen-Champignon (Agaricus campestris, auch als Feld-Egerling bezeichnet) ist wahrscheinlich der bekannteste und ein wertvoller Speisepilz. Sie finden ihn zwischen Juni und Oktober auf Wiesen, Weiden und Äckern, wobei der Bestand des einst weit verbreiteten Pilzes durch den Rückgang der Kuh- und Schafweiden stark zurückgegangen ist.

Wald-Champignon

Der Wald-Champignon oder auch Blut-Egerling (Agaricus silvaticus) ist zwischen Juli und Oktober hauptsächlich in Nadelwäldern, seltener in Laubwäldern zu finden. Sein Aussehen ist sehr variabel, meist jedoch hellbräunlich mit braunen bis dunkelbraunen Faserschuppen. Der Waldchampignon ist sehr leicht mit dem giftigen Perlhuhn-Egerling zu verwechseln. Sie können den giftigen Pilz jedoch an seinem karbolartigen Geruch erkennen, außerdem verfärben sich Schnittstellen vor allem an der Stielknolle gelb.

Schaf-Champignon

Auch der Weiße Anis-Egerling oder Schaf-Champignon (Agaricus arvensis) ist ein wertvoller Speisepilz. Sie finden ihn vom Frühling bis zum Herbst in Wäldern, auf gedüngten Wiesen und Weiden, in Parkanlagen und an grasigen Plätzen. Sein Fleisch duftet kräftig nach Anis.

Vorsicht: Verwechslungsgefahr! Giftpilze erkennen

Leider sind Champignons sehr leicht mit verschiedenen Giftpilzen zu verwechseln, von denen einige sogar tödlich giftig sein können.

Karbol-Egerling oder Giftchampignon

Agaricus xanthodermus wächst zwischen Juni und Oktober in Laubwäldern, an Waldrändern, auf Lichtungen, Wiesen und in Parkanlagen. Sie können ihn von seinen essbaren Verwandten durch diese Merkmale unterscheiden:

  • unangenehmer Geruch nach Karbol („Krankenhausgeruch“)
  • dieser tritt manchmal erst beim Kochen auf
  • Fleisch an der Basis verfärbt sich bei Druck oder Anschnitt chromgelb

Knollenblätterpilze

Es gibt eine Reihe sehr giftiger Knollenblätterpilze, die essbaren Champignons auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sehen. Sie können Sie jedoch an der typischen Knolle (oft unter der Erde) sowie den weißen oder hellen Lamellen erkennen.

Tipps

In jeder Stadt gibt es Pilzberater, die eine spezielle Ausbildung durchlaufen haben und Ihnen genau sagen können, ob die gesammelten Pilze essbar sind oder nicht. Ein Wurm- oder Schneckenbefall ist dagegen kein Zeichen für die Essbarkeit eines Pilzes.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Yuriy Chertok/Shutterstock

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