Pilze

Sicher Pilze pflücken: So erkennen Sie ungiftige Exemplare

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Das Sammeln von Pilzen ist ein beliebtes Hobby, birgt aber auch Risiken. Dieser Artikel informiert umfassend über rechtliche Rahmenbedingungen, geeignete Sammelorte und wichtige Sicherheitsaspekte.

Pilze pflücken

Rechtliche Rahmenbedingungen für das Pilzesammeln

In Deutschland ist das Sammeln von Pilzen im Wald grundsätzlich erlaubt, allerdings gibt es länderspezifische Regelungen. Meist wird das Sammeln in geringen Mengen für den Eigenbedarf geduldet, was etwa 1,5 bis 2 Kilogramm pro Person und Tag entspricht. Für den gewerblichen Verkauf von gesammelten Pilzen ist eine Genehmigung des Waldbesitzers erforderlich.

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Auch gibt es Sammelverbote in Naturschutzgebieten, Nationalparks, öffentlichen Parks, Verjüngungsflächen und Flächen, auf denen Holz geschlagen wird. Das Sammeln seltener oder geschützter Arten ist grundsätzlich untersagt.

Geeignete Orte zum Pilzesammeln

Pilze lieben waldreiche Gebiete mit sandigen Böden, hoher Luftfeuchtigkeit und milden Temperaturen, besonders nach Regenfällen. In Deutschland sind besonders folgende Regionen für ihre Pilzvielfalt bekannt:

  • Nadel- und Laubwälder: Diese bieten optimale Bedingungen für viele Pilzarten. Häufige Baumarten sind Kiefern, Eichen, Buchen und Fichten.
  • Feuchtgebiete: Diese Gebiete, wie Wiesen, Moore und Uferbereiche, sind reich an Pilzen wie Morcheln und Pfifferlingen.
  • Mischwälder: Geeignet für Anfänger, da hier viele essbare und leicht bestimmbare Pilze wachsen, wie Maronen, Butter-Röhrlinge, Steinpilze und Pfifferlinge.

Bekannte pilzreiche Regionen in Deutschland sind beispielsweise die Nossentiner und Schwinzer Heide in Mecklenburg-Vorpommern, der Harz und die Lüneburger Heide in Niedersachsen sowie die Hüttener Berge in Schleswig-Holstein.

Die richtige Ausrüstung zum Pilzesammeln

Eine angemessene Ausrüstung ist entscheidend für eine erfolgreiche und sichere Pilzsuche:

  • Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung: Diese sind ideal für unwegsames Gelände und wechselhafte Witterungsbedingungen.
  • Korb: Ein luftdurchlässiger Korb verhindert, dass die Pilze verderben. Plastiktüten sollten vermieden werden, da Pilze in ihnen schnell verderben.
  • Messer: Ein scharfes Messer zum behutsamen Abschneiden der Pilze knapp über dem Boden.
  • Pilzbürste: Zum groben Reinigen der Pilze vor Ort.
  • Pilzbestimmungsbuch oder App: Ein zuverlässiges Hilfsmittel zur Identifikation essbarer von giftigen Pilzen.

Grundregeln für das sichere Sammeln von Pilzen

Achten Sie auf diese Grundregeln, um sicher und nachhaltig Pilze zu sammeln:

  • Nur bekannte Pilze sammeln: Sammeln Sie nur Pilze, die Sie sicher identifizieren können.
  • Auf giftige Doppelgänger achten: Informieren Sie sich über giftige Doppelgänger.
  • Pilze schonend ernten: Schneiden Sie die Pilze knapp über dem Boden ab oder drehen Sie sie vorsichtig heraus.
  • Natur bewahren: Stören Sie die Tierwelt nicht und beschädigen Sie keine Pflanzen.
  • Nur notwendige Mengen nehmen: Sammeln Sie nur so viele Pilze, wie Sie verwerten können.

Tipps für Anfänger

Als Anfänger sollten Sie einige Grundregeln beachten:

  1. Mit bekannten Pilzen starten: Beginnen Sie mit leicht identifizierbaren Arten wie Röhrlingen.
  2. Die richtige Ausrüstung: Verwenden Sie einen luftdurchlässigen Korb und ein scharfes Messer.
  3. Gute Vorbereitung: Studieren Sie ein Pilzbestimmungsbuch oder nehmen Sie an geführten Pilzwanderungen teil.
  4. Saubere Sammelorte: Suchen Sie in natürlichen und unverschmutzten Gebieten.
  5. Unbekannte Pilze minimieren: Nehmen Sie unbekannte Pilze nur in geringen Mengen zur Bestimmung mit.
  6. Gesamten Stiel ernten: Der ganze Stiel sollte mitgenommen werden, um die Pilze eindeutig zu identifizieren.
  7. Rücksicht auf die Natur: Gehen Sie behutsam vor und lassen Sie das Myzel unversehrt.

Verwechslungsgefahr und giftige Pilze

Achten Sie auf die giftigen Doppelgänger essbarer Pilze:

  • Wiesen-Champignon vs. Knollenblätterpilz: Der grüne Knollenblätterpilz hat weiße Lamellen, während die des Wiesen-Champignons rosa oder braun sind.
  • Perlpilz vs. Pantherpilz: Äußerlich schwer zu unterscheiden. Besondere Vorsicht ist geboten.
  • Graublättriger Schwefelkopf vs. Grünblättriger Schwefelkopf: Beide sehen sehr ähnlich aus.

Im Zweifelsfall lassen Sie den Pilz stehen oder konsultieren Sie einen Pilzberater. Vertrauen Sie nicht allein auf Bestimmungsapps, da sie oft nicht alle Merkmale berücksichtigen.

Richtige Lagerung und Zubereitung von Pilzen

Nach dem Sammeln sollten Pilze möglichst frisch verarbeitet werden. Beachten Sie folgende Tipps zur Lagerung:

  • Kühl und luftig lagern: Bewahren Sie die Pilze im Kühlschrank in Papiertüten oder Zeitungspapier auf. Vermeiden Sie Plastiktüten.
  • Sorgfältig reinigen: Putzen Sie die Pilze gründlich mit einer Pilzbürste oder einem kleinen Pinsel.
  • Vorgaren für längere Haltbarkeit: Garen Sie die Pilze vor, wenn sie länger aufbewahrt werden sollen, und lagern oder frieren Sie sie anschließend ein.
  • Rohzustand vermeiden: Viele Waldpilze sind roh giftig. Garen Sie sie mindestens 15 bis 20 Minuten.
  • Wiederaufwärmen: Pilzgerichte können im Kühlschrank aufbewahrt und später erneut aufgewärmt werden.

Für die Zubereitung empfiehlt es sich, Pilze in etwas Öl oder Butter anzubraten und im eigenen Saft zu dünsten, um ihr volles Aroma zu entfalten.