Pilze

Pilze sicher bestimmen und sammeln: Ein hilfreicher Ratgeber

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Der Wald bietet eine Vielfalt an schmackhaften Speisepilzen. Doch Vorsicht: Giftige Doppelgänger erfordern beim Sammeln Sachkenntnis und Umsicht. Dieser Artikel vermittelt essentielles Grundwissen für angehende Pilzsammler.

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Es sollten stets nur bekannte Pilze gesammelt werden

Wissenswertes für Anfänger

Bevor Sie mit dem Pilzesammeln beginnen, ist es ratsam, sich ausführlich zu informieren. Geführte Pilzwanderungen sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, Wissen zu sammeln. Pilz-Apps sollten nur unterstützend genutzt werden, da sie oftmals nicht alle entscheidenden Merkmale berücksichtigen. Zur Grundausrüstung gehören:

  • Ein zuverlässiges Pilzbestimmungsbuch
  • Ein Korb oder Eimer zur luftigen Aufbewahrung der Pilze
  • Ein kleines Küchenmesser zum fachgerechten Schneiden der Pilze

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Mit dieser Ausrüstung sind Sie gut vorbereitet für einen sicheren und erfolgreichen Sammelausflug.

Die richtige Sammeltechnik

Pilzesammeln will gelernt sein. Wichtige Schritte sind:

  1. Pilze vorsichtig herausdrehen oder einige Zentimeter über dem Boden gerade abschneiden.
  2. Das entstandene Loch mit Erde und Laub bedecken.
  3. Junge und sehr kleine wie auch alte, überreife Pilze stehen lassen.
  4. Pilze im Sammelbehälter locker lagern, um Beschädigungen zu vermeiden.
  5. Nur so viele Pilze sammeln, wie Sie innerhalb eines Tages verarbeiten können.

Denken Sie daran, dass Wildpilze geschützt sind. Sammeln Sie daher nur für den Eigenbedarf.

Beliebte Speisepilze und ihre Merkmale

  • Steinpilz: Wächst in Nadel- und Mischwäldern auf sandigen Böden. Erkennbar an seinem kräftigen, bauchigen Stiel und dem bis zu 30 Zentimeter großen gewölbten Hut, der von hellbraun bis dunkelbraun reicht. Sein intensiver Duft ist bereits beim Sammeln wahrnehmbar.
  • Maronen-Röhrling: Wächst oft in Gruppen in Nadelwäldern, bevorzugt unter Fichten und Kiefern. Der Hut ist braun, bei jungen Pilzen halbkugelig und bei älteren flach gewölbt. Röhren und Fleisch verfärben sich bei Druck und Schnitt bläulich.
  • Pfifferling: Trichterförmiger, leuchtend gelber Pilz, der in Laub- und Nadelwäldern vorkommt. Charakteristisch sind sein fruchtiger, aprikosenartiger Duft und die dicke, gegabelte Struktur des Stiels.
  • Krause Glucke: Wächst meist am unteren Stammbereich von Kiefern und Fichten und erinnert an einen Badeschwamm. Der weiße bis gelblich-bräunliche Fruchtkörper kann bis zu 20 Zentimeter hoch und 30 Zentimeter breit werden. Nussig-würzig im Geschmack.
  • Birkenpilz: Zu finden unter Birken, hat er einen gelblich-braunen Hut und einen weißlich-schwarzen Stiel. Junge Exemplare sind besonders fest und schmackhaft. Beim Schmoren verfärbt sich das Fleisch grau bis schwarz.
  • Rotkappe: Dieser Pilz hat einen orange-braunen Hut und einen Stiel mit weißlich bis orange-braunen Schuppen. Beim Anschneiden färbt sich das Fleisch grau-bläulich bis schwarz und sollte vor dem Verzehr gründlich gegart werden.
  • Parasol: Wächst in Wäldern und an Wegrändern. Junge Hüte sind kugelig, während ältere Pilze schirmartig geöffnet sind. Kann bis zu 40 Zentimeter groß werden. Der Geschmack ist nussig und er eignet sich hervorragend als Schnitzel. Vorsicht vor Verwechslung mit dem giftigen Giftriesenschirmling.
  • Speisemorchel: Bevorzugt feuchte Standorte wie Auwälder oder Gewässerränder und ist im Frühjahr zu finden. Der Fruchtkörper ist graugelb bis dunkelbraun und weist wabenartige Kammern auf. Achtung: Verwechslungsgefahr mit der hochgiftigen Frühjahrsmorchel.

Vorsicht vor giftigen Doppelgängern

Viele Speisepilze haben giftige Doppelgänger, daher ist genaue Bestimmung unerlässlich:

  • Grüner Knollenblätterpilz: Sieht dem essbaren Wiesenchampignon zum Verwechseln ähnlich und ist für die meisten tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich.
  • Pantherpilz: Ähnelt dem Perlpilz. Seine glänzenden, flockig beschuppten Hüte können zu Verwechslungen führen.
  • Grünblättriger Schwefelkopf: Schwer vom essbaren Graublättrigen Schwefelkopf zu unterscheiden und entsprechend gefährlich.

Die richtige Zubereitung

Nach dem Sammeln sollten die Pilze zunächst vom groben Schmutz befreit und mit einer weichen Bürste gereinigt werden. Ein Wasserbad ist zu vermeiden, da Pilze ihr Aroma verlieren. Sortieren Sie matschige und madige Exemplare aus. Da die meisten Waldpilze roh giftig oder ungenießbar sind, sollten sie immer durchgegart werden. Pilze schmecken besonders aromatisch, wenn sie in Öl oder Butter angebraten und im eigenen Saft gedünstet werden. Für den besten Geschmack sollten Pilze innerhalb von 24 Stunden verarbeitet werden.

Verhalten im Verdachtsfall einer Pilzvergiftung

Falls eine Pilzvergiftung vermutet wird:

  1. Sofort in die Notaufnahme eines Krankenhauses oder zu einem Arzt gehen.
  2. Das Giftinformationszentrum benachrichtigen.
  3. Erbrochenes und Reste der verzehrten Pilze zur Identifizierung sicherstellen.
  4. Viel Wasser trinken, aber keine Milch, da sie die Aufnahme von Giften beschleunigen kann.
  5. Auf Hausmittel verzichten, da diese die Vergiftung verschlimmern können.
  6. Ruhe bewahren und schnell, aber besonnen handeln.
Bilder: volodimir bazyuk / Shutterstock