Essbare Speisepilze sammeln

Fliegenpilz, Pfifferling und Steinpilz sind fast jedem geläufig. Doch wo genau verstecken sie sich und wie können Sie sicher sein, nicht aus Versehen doch einen giftigen Pilz zu erwischen?

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Es sollten stets nur bekannte Pilze gesammelt werden

Grundregeln fürs Sammeln

Richtiges Sammeln ist sehr wichtig, denn Fehler können für den Wald sowie den Pilzbestand sehr schädlich sein. Aus diesem Grund gelten bei der Pilzwanderung die folgenden Grundregeln:

  • Kleine, alte und unbekannte Pilze bleiben stehen.
  • Auch eindeutige Giftpilze sollten nicht zerstört werden.
  • Sie sind ein wichtiger Teil im Stoffwechsel des Waldes.
  • Generell soll nur für den Eigenbedarf gesammelt werden.
  • Zur exakten Bestimmung sind ganze Exemplare notwendig.
  • Deshalb Pilze nicht am Fuß abschneiden, sondern vorsichtig herausdrehen.
  • Die dabei entstehende Öffnung mit den Händen verschließen.
  • So trocknet das Mycel nicht aus.
  • Von unbekannten oder zweifelhaften Exemplaren nur ein bis zwei mitnehmen.
  • Diese getrennt von den anderen Exemplaren aufbewahren.

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Außerdem sollten Sie daran denken, dass Pilze sich nicht lange halten und deshalb möglichst noch am gleichen Tage verarbeitet werden müssen.

Ausrüstung

Zum Sammeln von Pilzen nehmen Sie am besten einen nicht zu hohen Korb. Ideal ist beispielsweise ein geflochtener Weidenkorb, aber auch die Spankörbe, die Sie beim Kauf von Erdbeeren oftmals gratis dazu erhalten, eignen sich sehr gut. Plastiktüten, Taschen oder Netze sind dagegen ungeeignet, da die Pilze zu stark gedrückt und daher matschig werden. Ein Messer (am besten ein Pilzmesser mit kleiner Bürste am Griffende) sollten Sie auch mitnehmen. Dies brauchen Sie zum Anschneiden sowie zur Vorreinigung von Waldresten und Maden.

Pilze sicher bestimmen

Viele Pilzarten sehen sich sehr ähnlich und ihre in Pilzbüchern angeführten Merkmale erscheinen unerfahrenen Sammlern recht verwirrend. Anhand der Checkliste wird Ihnen die Bestimmung erleichtert, außerdem sollten Sie sich die typischen Erkennungszeichen der zehn häufigsten Speisepilze merken sowie die von deren Doppelgängern. Wenn Sie sich bei der Bestimmung eines Pilzes unsicher sind, dann essen Sie ihn auch nicht. Im Zweifelsfall zeigen Sie Ihren Fund immer einem zertifizierten Pilzberater.

Checkliste

  • Wo wächst der Pilz, welche Bäume befinden sich in seiner unmittelbaren Umgebung?
  • Wächst der Pilz einzeln, in Gruppen oder büschelig?
  • Hat der Pilz Stiel und Hut oder eine ganz andere Form?
  • Hat der Pilz an der Hutunterseite Röhren, Lamellen oder Leisten?
  • Welche Farbe haben diese?
  • Hat der Stiel einen Ring?
  • Hat der Stiel ein Netz und falls ja, welche Farbe hat es?
  • Verfärbt sich das Fleisch bei Berührung oder beim Anschnitt?
  • Wie riecht der Pilz?

Da viele Pilze roh giftig sind, sollten Sie sie zur Bestimmung niemals probieren. Ausnahme: Sie wollen den essbaren Steinpilz von ungenießbaren Gallen-Röhrling unterscheiden.

Giftpilze erkennen

Es gibt viele tödlich giftige Pilze, die ganz unscheinbar daher kommen. Dazu zählt beispielsweise der Gifthäubling, der dem Stockschwämmchen zum Verwechseln ähnlich sieht. Auch Rauköpfe sowie der Grüne Knollenblätterpilz haben es in sich: Beschwerden treten nach einer Mahlzeit oft erst Tage oder sogar Wochen später auf. Eine rettende Behandlung ist dann nicht mehr möglich. Andere Arten wiederum, wie der Satans-Röhrling, verursachen meist sofort heftige Verdauungsbeschwerden mit Bauchschmerzen und Durchfall.

Tipps

Diese Merkmale sprechen nicht für die Essbarkeit einer Pilzart: Auch giftige Pilze verfärben sich / verfärben sich nicht, werden von Schnecken angefressen oder schmecken roh bei einem Geschmackstest mild.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: volodimir bazyuk/Shutterstock

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