Pilze

Giftige Pilze erkennen: Lebensrettende Tipps für Sammler

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Pilze im Garten und im Wald sind oft auch von Kennern nicht ohne Weiteres als Speisepilze oder als Giftpilze zu identifizieren. Die Tücke liegt dabei insbesondere in dem Umstand, dass viele giftige Pilze ähnlich wie essbare Exemplare aussehen.

Giftige Pilze
AUF EINEN BLICK
Wie erkennt man giftige Pilze und wie sollte man damit umgehen?
Giftige Pilze wie Fliegenpilz, Grüner Knollenblätterpilz oder Satansröhrling sind schwer von essbaren Pilzen zu unterscheiden. Als Anfänger sollte man sich Hilfe von Experten holen und giftige Pilze im Wald stehen lassen, da sie eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen.

Speisepilze sind oft nur gekocht oder gebraten ungiftig

Viele Speisepilze enthalten in rohem Zustand Hämolysine und andere für Menschen giftige Stoffe, die beim Erhitzen zersetzt werden. So sind sie in gegartem Zustand ein Gaumenschmaus, roh aber schwer unverträglich oder sogar tödlich. Darüber hinaus hängt die Verträglichkeit von Pilzen manchmal auch von den körperlichen Gegebenheiten einer Person ab. So kann sogar der übermäßige Genuss roher oder gekochter Champignons einem Pilzgenießer schwer im Magen liegen, während andere damit keine Probleme haben. Diese Unverdaulichkeit liegt daran, dass Pilze überwiegend nicht aus Zellulose, sondern aus Chitin bestehen.

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Die bekanntesten und gefährlichsten Pilze

Unter den tausenden Pilzarten weltweit gibt es einen großen Anteil giftiger Exemplare. Deshalb sollten nur absolute Pilzkenner gesammelte Pilze verzehren. Holen Sie sich bei Unsicherheiten unbedingt bei einem Experten Hilfe für die Bestimmung Ihrer Fundstücke. Die bekanntesten Giftpilze hierzulande sind die folgenden Pilzsorten:

  • Grüner Knollenblätterpilz
  • Weißer Knollenblätterpilz
  • Gifthäubling
  • Spitzbuckeliger Rauhkopf
  • Orangenfuchsiger Rauhkopf
  • Fliegenpilz
  • Pantherpilz
  • Satansröhrling
  • Speitäubling

Die gefährliche Ähnlichkeit

Giftige Pilze wie der Fliegenpilz sind oft schon Kindern bekannt und so wie auch giftige Sträucher in Wald und Flur keine große Gefahr. Eine weitaus größere Gefährlichkeit geht dagegen von giftigen Pilzsorten aus, die schmackhaften Speisepilzen täuschend ähnlich sehen. Der Gemeine Gallenröhrling zählt beispielsweise zu den gefährlichen Doppelgängern der Steinpilze. Der Grüne Knollenblätterpilz soll in Mitteleuropa für bis zu neunzig Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich sein, da er eine besondere Ähnlichkeit mit gewöhnlichen Champignons hat.

Giftige Pilze schützen und erhalten

Auch wenn giftige Pilze grundsätzlich eine Gefahr für ungeübte Pilzsammler darstellen, so erfüllen sie trotzdem auch eine Funktion in einem gesunden Ökosystem. Für den Menschen giftige Exemplare wie der Fliegenpilz sind zwar für Pilzsammler ungenießbar, stellen aber zur jeweiligen Saison durchaus ein wichtiges Nahrungsmittel für diverse Waldbewohner und Insekten dar. Lassen Sie daher auch giftige Entdeckungen beim Pilzsammeln bewusst stehen und zertreten Sie diese nicht.

Tipps & Tricks

Als Anfänger beim Pilzsammeln sollte man sich nicht allein auf ein Bestimmungsbuch verlassen. Um letzte Zweifel zur Genießbarkeit von Pilzen auszuräumen, bieten sich gemeinsame Waldspaziergänge mit regionalen Pilzkennern an, um das eigene Auge entsprechend zu schulen.