Wiesenchampignon putzen – nicht waschen!

Der Champignon steht unter den gezüchteten Pilzen in Deutschland auf dem ersten Platz. Jährlich werden etwa 64.000 Tonnen produziert und landen hauptsächlich in Konserven, Rahmsaucen und auf der Pizza. Wer dagegen Wiesenchampignons selbst sammeln will, sollte sich wegen der giftigen Doppelgänger sehr gut auskennen. Zu Hause werden die Pilze dann gleich geputzt und weiter verarbeitet - wie alle Pilze sind auch Champignons nicht lange haltbar.

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Wiesenchampignons (hier abgebildet) sehen dem Knollenblätterpilz zum Verwechseln ähnlich

Wiesenchampignon finden und richtig ernten

Der Wiesenchampignon wächst vor allem nach Sommergewittern auf Wiesen und Rasenflächen. Allerdings verträgt er keine künstliche Düngung, weshalb Sie Ihr Glück vor allem in Regionen mit „altmodischer“ bzw. ökologischer Landwirtschaft versuchen sollten. Allerdings lauern beim Sammeln Gefahren: Neben dem Wiesenchampignon gibt es noch andere Arten, die rosafarbene und, wenn sie alt werden, braune Lamellen haben. Beim giftigen Karbol-Champignon läuft das untere Stielfleisch beim Anschnitt chromgelb an, außerdem riecht dieser Pilz nach Karbol, Pflaster oder „Krankenhaus“. Besonders junge, geschlossene Exemplare des Wiesen-Champignons können mit weißen Exemplaren des tödlich giftigen Knollenblätterpilzes verwechselt werden. Aus diesem Grund sollten Sie Champignons immer vorsichtig aus der Erde herausdrehen und niemals am Stiel abschneiden – Sie können die Giftpilze anhand der verdickten Stielbasis erkennen.

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So putzen Sie den Wiesenchampignon

Mit der Ausbeute zu Hause angelangt, sollten Sie sie gleich putzen. Im Gegensatz zu manchen Waldpilzen sollten Wiesenchampignons jedoch nicht gewaschen werden, da sie sehr schnell viel Wasser aufsaugen und dann geschmacklos werden. Stattdessen gehen Sie am besten wie folgt vor:

  • Legen Sie sich ein kleines Gemüsemesser, ein Schneidebrett und Küchentücher bereit.
  • Schneiden Sie zunächst den Strunk von den Champignons.
  • Anschließend schneiden Sie schwarze oder braune Stellen weg.
  • Champignons müssen nicht gehäutet werden – unter der Schale sitzen viele Vitamine.
  • Nehmen Sie nun ein Küchentuch und reiben Sie jeden Pilz einzeln gründlich ab.
  • Statt des Küchentuches können Sie auch eine Pilzbürste verwenden.

Anschließend können Sie die Pilze wie gewünscht verarbeiten.

Wiesenchampignon verarbeiten

Am besten bereiten Sie die Pilze gleich frisch zu, denn roh im Kühlschrank gelagert halten sie sich nur mit Glück einige Tage. Die Pilze lassen sich aber auch in Scheiben schneiden und einfrieren, dann können Sie sie zu einem späteren Zeitpunkt wie frische Pilze verwenden. Des Weiteren lassen sich Champignons haltbar machen, indem Sie sie trocknen, einlegen oder sogar einkochen.

Tipps

Die im Supermarkt erhältlichen Zuchtchampignons gehören einer eigenen Art an, dem Zweisporigen Egerling (auch Champignon de Paris). Er kann im Keller auf beimpften Substratballen, die Sie als Fertigkulturen erwerben können, selbst gezüchtet werden.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: aurelie le moigne/Shutterstock

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