Weißer Schimmel auf Austernpilzen – Muss man diese wegwerfen?

Austernpilze oder auch Austernseitlinge sind sehr schmackhafte Speisepilze, die Ihren Spitznamen „Kalbfleischpilz“ nicht ohne Grund tragen. Die Pilze kann man zwischen Dezember und März vornehmlich an Buchen und Eichen finden, sie können aber auch recht problemlos zu Hause gezüchtet werden. Doch ob selbst gesammelt, gezüchtet oder im Supermarkt gekauft: Relativ häufig findet man an Austernpilzen einen weißen Flaum. Dabei handelt es sich jedoch nicht um gesundheitsgefährlichen Schimmel.

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Der weiße Belag auf den Austernpilzen ist kein Schimmel

Ist weißer Schimmel auf Austernpilzen gefährlich?

Ein weißer Flaum auf den Austernpilzen, der sich mit zahlreichen feinen Fäden durch die Fruchtkörper zieht, ist kein Schimmel. Stattdessen handelt es sich um den eigentlichen Pilz, das Myzel, welches bei entsprechenden Bedingungen aus den Sporen der reifen Austernpilze erwächst und ein neues Pilzgeflecht entwickelt. Diese Myzel kann problemlos mitgegessen werden – im Gegensatz zu echtem Schimmel ist es nicht giftig und auch auf andere Weise nicht gesundheitsgefährdend. Sie können die weißen Fäden einfach mit einem trockenen Tuch abwischen oder sie auch einfach mit zubereiten – im späteren Gericht sind sie nicht mehr zu sehen, da sie sich auflösen.

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Wann Sie Austernpilze besser wegwerfen sollten

Sind die Austernpilze jedoch nicht nur mit einem Myzel durchzogen, sondern sehen auch im Allgemeinen eher schlecht aus, so sollten Sie sie umgehend entsorgen. Frische Pilze sind knackig, sehen gesund aus und verströmen einen angenehmen, pilzigen Geruch. Wenn sie aber stattdessen

  • streng bzw. unangenehm riechen
  • nicht mehr frisch aussehen
  • sondern viele dunkle Flecken haben
  • matschig sind sowie faulige Stellen aufweisen
  • vielleicht sogar mit einem farbigen bzw. dunklen Flaum bedeckt sind,

sollten Sie sie umgehend über den Hausmüll bzw. Kompost entsorgen. In diesem Fall sind sie tatsächlich verdorben und Sie würden eine Lebensmittelvergiftung riskieren, würden Sie sie zubereiten und essen. Typischer Schimmel an Pilzen ist übrigens nicht weiß, sondern meist schwarz, braun oder grün – je nachdem, um welche Art es sich handelt.

Austernpilze richtig lagern

Damit frische Austernpilze nicht so schnell schimmeln bzw. schlecht werden, sollten Sie sie entweder sofort zubereiten oder aber richtig lagern. Kühl, trocken und dunkel aufbewahrt halten sich Austernpilze bis zu drei Tage, wobei sie im Gemüsefach des Kühlschranks am besten aufgehoben sind. Da Pilze atmen müssen, dürfen Sie sie nicht in einer Plastikverpackung oder Tupperdose einpacken bzw. in Folie einwickeln. Stattdessen gehören sie in ein sauberes und trockenes Tuch aus Baumwolle oder Leinen eingeschlagen.

Tipps

Da Pilze außerdem sehr schnell Gerüche annehmen, haben frische Austernpilze nichts in der Nähe von intensiv riechenden Käse- und Wurstsorten zu suchen. Anderenfalls würden Ihre Pilze schnell nach Roquefort oder Salami schmecken.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Anya Hess/Shutterstock

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