Wie lässt sich Schimmel von Myzel bei Kräuterseitlingen unterscheiden?

Die in Deutschland erhältlichen Kräuterseitlinge stammen allesamt aus konventioneller oder biologischer Pilzkultur. Im Gegensatz zum Steinpilz, dem Pleurotus eryngii optisch wie auch geschmacklich sehr ähnelt, lässt sich der Kräuterseitling nämlich auf simplem Stroh kultivieren. Der hauptsächlich in Süd- und Südwesteuropa beheimatete Pilz gedeiht in der Natur vornehmlich auf den abgestorbenen Wurzeln von Doldenblütlern. Wie alle Pilze sollten auch frische Kräuterseitlinge so schnell wie möglich verarbeitet werden.

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Weißer Belag auf den Kräuterseitlingen ist meist kein Schimmel

Schimmel oder Myzel?

Im Grunde sind Schimmel und Myzel – das meist unterirdisch wachsende Pilzgeflecht – recht leicht voneinander zu unterscheiden. Myzel ist immer weiß und hat eine spinnwebartige, feine Struktur. Es erscheint manchmal innerhalb weniger Stunden auf noch frisch erscheinenden Pilzen, die optisch wie geruchlich noch einen guten Eindruck machen. Von Myzel besiedelte Pilze riechen angenehm und haben keine fauligen Stellen. Schimmel dagegen hat in der Regel eine ganz andere Färbung, ist oft schwarz. Zudem riechen schimmlige Pilze unangenehm und sehen auch schon längst nicht mehr appetitlich frisch aus. Diese Exemplare entsorgen Sie bitte umgehend und bereiten sie nicht mehr zu: Anderenfalls droht eine unangenehme Pilzvergiftung.

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Sind die Kräuterseitlinge noch frisch?

Ob die befallenen Kräuterseitlinge noch frisch sind oder nicht, können Sie an diesen Merkmalen erkennen:

  • Die Pilze riechen noch angenehm pilzig, sie “stinken” nicht.
  • Die Pilze sehen äußerlich noch frisch aus, haben keine fauligen oder schmierigen Stellen.
  • Das Fleisch von Hut und Stiel ist elastisch.
  • Hut und Stiel haben noch die gleiche, gesunde Farbe.
  • Das Fleisch ist einheitlich gefärbt.

Sofern die Kriterien stimmen, können Sie die Pilze bedenkenlos verwenden.

Kräuterseitlinge richtig lagern

Damit die Kräuterseitlinge nicht tatsächlich schimmeln oder schlecht werden, müssen Sie sie entweder sofort verarbeiten oder sie richtig lagern. Zwar lassen sich diese Pilze für acht bis zehn Tage im Gemüsefach des Kühlschranks lagern, allerdings sollten Sie bei einer solch zu erwartenden Länge doch lieber haltbarere Methoden wie etwa das Einfrieren wählen. Geht es dagegen nur darum, die Pilze für ein bis zwei Tage zwischenzulagern, so schlagen Sie sie – geputzt, aber nicht geschnitten – locker in ein feuchtes Baumwoll- oder Leinentuch ein. Im Kühlschrank sollten die einzelnen Pilze luftig liegen und dürfen nicht gequetscht werden.

Tipps

Das Pilzmyzel auf den Kräuterseitlingen können Sie entweder mitessen oder aber abschneiden und für eine eigene Pilzzucht verwenden.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: artphotoclub/Shutterstock

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