Welche Edelpilze Sie selbst im heimischen Garten züchten können

Keine Frage: Wer schmackhafte Waldpilze genießen möchte, muss früh aufstehen und außerdem viel Glück haben. Schließlich wachsen die begehrten Fruchtkörper nicht auf Befehl und auch nicht immer dort, wo man sie gerade vermutet. Glücklicherweise lassen sich manche Pilzarten auch bequem im heimischen Garten anbauen, beispielsweise auf einem Strohballen oder auf frisch geschlagenem Holz.

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Zucht-Champignons lassen sich daheim ziehen

Nicht alle Pilzarten lassen sich züchten

Allerdings gilt dies nicht für die begehrtesten Edelpilze wie etwa den Steinpilz, Morcheln oder Pfifferlingen. Hierbei handelt es sich um so genannte Mykorrhiza-Pilze, die nur in enger Symbiose mit bestimmten lebenden Pflanzen wachsen und gedeihen können. Diese Arten benötigen also ein Lebensumfeld, welches Sie in Ihrem Garten nur schwer nachgestalten können. Aus diesem Grund ist es nur möglich, saprophage Pilzarten zu kultivieren. Diese leben in keiner engen Symbiose, sondern ziehen ihre Nährstoffe aus faulenden organischen Materialien wie beispielsweise Stroh, Holz oder sogar Kaffeesatz.

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Die Pilzkulturen für diese Pilze erhalten Sie in Fachgeschäften sowie über das Internet. Dabei können Sie nicht nur einheimische Pilzarten anbauen, sondern auch gesundheitsfördernde Vitalpilze – wie etwa Shii-Take oder die Chinesische Morchel Mu-Err – selbst pflegen. Diese sollen eine besonders positive Wirkung auf den Menschen haben und sorgen zumindest für Abwechslung auf dem Teller.

Zucht-Champignon (Agaricus bisporus)

Dieser auch als Champignon de Paris bekannte Art gehört zu den ersten erfolgreich angebauten Zuchtpilzen überhaupt. Heute ist er der weltweit am meisten kultivierte Zuchtpilz, wobei verschiedene Sorten wie Weißer Champignon, Brauner Champignon und Stein-Champignon heute erhältlich sind.

Shii-Take (Lentinula edodes)

Dieser bekannte Vitalpilz wird vor allem in der chinesischen und japanischen Küche sehr geschätzt und ist reich an gesunden Vitaminen und Mineralstoffen. Sie können ihn auf frisch geschlagenem Holz von Eiche, Rot- und Hain-Buche, Birke, Erle, Kirsche oder Esskastanie kultivieren.

Austern-Seitling (Pleurotus ostreatus)

Bei diesem auch als Austernpilz oder Kalbfleischpilz bezeichnetem Pilz handelt es sich um eine einheimische Art, die zwischen Dezember und März in den Wäldern zu finden ist. Sie können diesen überaus schmackhaften Pilz aber auch auf Stroh oder auf Hölzern von Rot-Buche, Birke, Esche, Erle, Pappel, Weide oder gesunden Obstgehölzen anbauen.

Kräuter-Seitling (Pleurotus eryngii)

Dieser auch als Mannstreu-Seitling bekannte, sehr schmackhafte Pilz ist hauptsächlich in Süd- und Südwesteuropa beheimatet und wächst besonders gern auf den abgestorbenen Wurzeln von Doldenblütlern. Geeignetes Substrat für die eigene Zucht ist dagegen Stroh.

Braunkappe (Stropharia rugosoannulata)

Hierbei handelt es sich nicht, wie oft vermutet, um den häufig zu findenden Maronen-Röhrling, sondern um eine Zuchtform des nicht minder schmackhaften Rotbraunen Riesen-Träuschlings. Dieser kann unkompliziert auf beimpften Strohballen gezogen werden.

Tipps

Das hierzulande anzutreffende Stockschwämmchen lässt sich leider nicht in Heimkultur anbauen. Sie können jedoch einen engen Verwandten, das Japanische Stockschwämmchen, kultivieren. Dieser steht an Beliebtheit in seiner Heimat Japan gleich an zweiter Stelle hinter dem Shii-Take.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Svetlana Klaise/Shutterstock

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