Pfifferlinge gezielt anbauen – Der Versuch des Unmöglichen

Viele Wissenschaftler und bedeutende Agrarfirmen haben sich bislang erfolglos daran versucht, Pfifferlinge kommerziell anzubauen. Trotzdem kann man mit den richtigen Vorbedingungen und einer Portion Glück durchaus Erfolg haben.

Pfifferlinge anbauen

Ein bedeutender Speisepilz

Insbesondere in der Herbstzeit ist der Pfifferling als Speisepilz aus vielen Restaurantkarten und regionalen Rezepten kaum wegzudenken. War er zu früherer Zeit eher ein Lebensmittel für arme Leute, so brüten heute Spitzenköche stets neue Gourmetrezepte mit Pfifferlinganteil aus. Die große Menge der Pfifferlinge am Markt suggeriert zwar einen Anbau im großen Stil, in Wirklichkeit kommen die auch als Eierschwämme bezeichneten Pilze aber alle aus den Sammelkörben fleißiger Pilzsammler. Viele hierzulande erhältliche Pilze stammen ursprünglich aus den Wäldern von Ländern wie:

  • Ungarn
  • Litauen
  • Weissrussland

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Die Schwierigkeiten beim Anbau von Pfifferlingen

Der Pfifferling als typischer Waldpilz ist deshalb so schwer zu züchten, weil er nach dem System der Mykorrhiza in einer Symbiose mit den Wurzelsystemen verschiedener Baumarten lebt. Während der Pilz so die Fähigkeiten der Wurzeln zur Wasseraufnahme verbessert, stellt ihm das Wurzelsystem Lebensenergie bereit, die ihm sonst aufgrund seines Chlorophyllmangels und fehlender Enzyme verwehrt wäre. Für einen Anbau von Pfifferlingen auf dem eigenen Grundstück ist es daher notwendig, diese relevanten Faktoren für das Wachstum dieser faszinierenden Pilze zu kennen.

Die Wirte des Pfifferlings

Pfifferlinge kommen üblicherweise nur auf lichten Waldböden ohne einen dichten Bewuchs mit Sträuchern und Gräsern vor. Sie sind oft an moosigen Stellen mit einer natürlich erhöhten Bodenfeuchte zu finden. Als häufige Fundorte größerer Mengen an Pfifferlingen gelten besonders die Wurzeln von:

  • Fichte
  • Tanne
  • Kiefer
  • Rotbuche

Den richtigen Boden bereiten

Der moorige und leicht saure Boden gilt als eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Ansiedlung von Pfifferlingen. Da das Wachstum der Pilze unweigerlich mit den Wurzelsystemen von Bäumen verbunden ist, kann ein Anbau nur am Waldrand, direkt im Wald oder in einer Baumpflanzung erfolgen. Da für die Pilzkulturen bodennahe Wurzelausläufer benötigt werden, sollten Sie einen ausreichend feuchten Standort mit wenig Anreiz für tiefes Wurzelwachstum für Ihre Versuche auswählen.

Das Myzel sichert den Fortbestand

Erfahrene Sammler von Pfifferlingen merken sich nicht nur erfolgversprechende Fundorte für die jeweils nächste Saison. Sie lassen auch das Myzel als Wurzelbasis der Pilze stehen, weil sich außer durch Sporenflug nur daraus ein neuer Pilz entwickeln kann. Finden Sie solche Myzele von Pfifferlingen beim Sammeln im Wald, können Sie deren sanftes Umpflanzen auf das eigene Grundstück versuchen. Lassen Sie aber für einen Erhalt in der Natur immer auch Myzele am eigentlichen Standort stehen.

Tipps & Tricks

Bei Kulturpilzen wie dem Champignon werden Strohballen mit gewissen Myzelmengen oder Sporen geimpft, umso gezielt die gewünschten Pilze auf dem jeweiligen Anzuchtsubstrat anzusiedeln. Pfifferlinge machen es ihren Pflegern hierbei nicht ganz so leicht. Allerdings können Sporen mit dem Gießwasser auf Fichten- und Kiefernwurzeln verteilt werden. So ergibt sich möglicherweise bei einem Vorliegen geeigneter Bedingungen ein Wachstum von Pfifferlingen.

Text: Alexander Hallsteiner

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