Pfifferlinge mit viel Geduld selbst züchten

Waldpilze widerstehen bis heute den hartnäckigen Versuchen der Agrarwirtschaft nach einem kommerziellen Anbau. Der Hauptgrund dafür liegt in der sogenannten Mykorrhiza, einem Symbioseverhältnis, welches Pfifferlinge mit anderen Pflanzen zum beiderseitigen Nutzen eingehen.

Pfifferlinge züchten

Der Standort als wichtigstes Kriterium für das Wachstum von Pfifferlingen

Auf freiem Feld oder gar in Kübeln und Töpfen können Waldpilze wie die schmackhaften Pfifferlinge nicht kultiviert werden. Während Champignons längst auf Strohballen und in Kisten gezüchtet werden, stammen Pfifferlinge im Handel bis heute aus gesammelten Waldbeständen in freier Natur. Mit einem genauen Blick auf die Bedingungen zum Wachstum der Pfifferlinge können diese mitunter auch auf dem eigenen Grundstück nachgeahmt werden.

Lesen Sie auch

Bestimmte Baumarten als Partner der Pfifferlinge

Nicht in jedem Wald wachsen Pfifferlinge aus dem moosigen Bodengrund. Da sie auf das symbiotische Zusammenwirken nach dem Mykorrhiza-Prinzip angewiesen sind, müssen bestimmte Baum und Pflanzenarten für eine Pfifferlingszucht als Grundbedingung vorhanden sein. Baumarten, an deren Wurzeln typischerweise Pfifferlinge wachsen, sind beispielsweise:

  • Fichte
  • Kiefer
  • Tanne
  • Rotbuche

So funktioniert die Symbiose von Baum und Pilz

Pfifferlinge verfügen selbst über kein Chlorophyll, weshalb sie selbst keine Fotosynthese zur Energiegewinnung betreiben können.Bei Champignons vorhandene Enzyme zum Abbau von komplexen Kohlenhydraten fehlen den gelben Geschmackswundern ebenfalls. Die Pilze greifen hierzu auf das Wurzelsystem von Bäumen zu, während sie selbst deren Wasserversorgung verbessern.

Im eigenen Garten Bedingungen für Pfifferlinge schaffen

Ideale Bedingungen für eine Pilzzucht von Pfifferlingen liegen vor, wenn Ihr Garten an einen Waldrand grenzt oder sie selbst über einen gewissen Baumbestand im Garten verfügen. Sie können auch mit etwas Geduld Fichten, Kiefern und Tannen anpflanzen und nach einigen Jahren Versuche zur Ansiedlung von Pfifferlingen starten.

Pfifferlinge und ihr Myzel

Pilzsammler wissen, dass sie in der Hoffnung auf zukünftige Funde Pilze nie mit der Wurzel ausreißen sollten. Das sogenannte Pilz-Myzel ist sehr empfindlich und kann bei einem Verbleib im Boden neue Pilze hervorbringen. Begeben Sie sich auf die Suche Pfifferlingen im nächsten Wald. Wenn Sie fündig werden, können Sie vorsichtig den unteren Teil der Pfifferlinge aus dem Boden lösen und damit einen Ansiedlungsversuch auf Ihrem eigenen Grundstück starten.

Sporen und Speisereste

Bis heute stellt die Zucht von Pfifferlingen auch die Wissenschaft immer noch vor diverse Rätsel. Allerdings wird in einschlägigen Kreisen empfohlen, wie bei anderen Pilzkulturen eine sogenannte Impfung des Bodens mit Sporen und Myzelteilen vorzunehmen. So kann es möglicherweise zum Erfolg führen, wenn Sie gesammelte Sporen von Pfifferlingen durch Gießwasser oder Speisereste von Pfifferlingen in klein geschnittener Form an den Wurzelausläufern von Bäumen verteilen.

Tipps & Tricks

Wenn die Zucht der Pfifferlinge im eigenen Garten nicht gelingen sollte, brauchen Sie im Winter trotzdem nicht auf schmackhafte Pilze zu verzichten. Im Sommer gesammelte Exemplare von einem erfolgreichen Waldspaziergang können Sie relativ einfach trocknen und so haltbar machen.

Text: Alexander Hallsteiner

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.