Pfingstrose

Pfingstrosen Ableger: Vermehrung leicht gemacht

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Pfingstrosen lassen sich auf verschiedene Weise vermehren, wobei jede Methode ihre eigenen Vorteile und Herausforderungen bietet. Dieser Artikel beleuchtet die gängigsten Vermehrungstechniken für Pfingstrosen, von der klassischen Teilung bis zur anspruchsvolleren Aussaat.

Pfingstrosen Stecklinge
Ableger von Pfingstrosen zu ziehen ist ganz leicht

Teilung von Pfingstrosen: Der beste Weg zur Vermehrung

Die Teilung von Pfingstrosen ist ein bewährtes und einfaches Verfahren zur vegetativen Vermehrung, bei dem genetisch identische Nachkommen der Mutterpflanze entstehen.

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Zeitpunkt der Teilung

September und Oktober sind die idealen Monate für die Teilung von Pfingstrosen. In dieser Phase haben die Pflanzen ihre Energie aus der Blütezeit gespeichert und bereiten sich auf die Winterruhe vor.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Teilung

  1. Vorbereitung: Schneiden Sie vertrocknete Stängel und Laub zurück, um den Wurzelballen freizulegen.
  2. Ausgraben: Stechen Sie mit einem Spaten in ausreichendem Abstand um den Wurzelballen, um möglichst viele Speicherwurzeln zu erhalten. Heben Sie den Wurzelballen anschließend vorsichtig aus dem Boden.
  3. Teilung: Untersuchen Sie den Wurzelballen und teilen Sie ihn in Abschnitte mit jeweils mindestens drei bis fünf Speicherwurzeln und einer vergleichbaren Anzahl an Knospen. Verwenden Sie für den Schnitt ein sauberes, scharfes Messer oder einen Spaten.
  4. Einpflanzen: Wählen Sie für die Teilpflanzen einen sonnigen Standort mit gut drainiertem Boden. Achten Sie beim Einpflanzen darauf, dass die Knospen knapp unter der Erdoberfläche liegen, idealerweise in einer Tiefe von etwa 2 cm.

Besonderheiten bei Strauchpfingstrosen

Bei Strauchpfingstrosen ist eine Vermehrung durch Teilung nur dann erfolgversprechend, wenn diese ein eigenständiges Wurzelsystem entwickelt haben oder nicht mehr auf ihrer Pfropfunterlage wachsen. Achten Sie auf ein ausgewogenes Verhältnis von Wurzelmasse zu Trieben. Eventuell können Sie die Triebe zurückschneiden, damit die Pflanze ihre Energie auf die Wurzelbildung konzentrieren kann.

Stecklinge: Eine Alternative für Strauchpfingstrosen

Die Vermehrung von Strauchpfingstrosen mittels Stecklingen ist eine weitere Möglichkeit, um identische Nachkommen der Elternpflanze zu erhalten.

  1. Wählen Sie im Frühsommer junge, halbverholzte Triebe mit einer Länge von etwa 10 bis 15 cm.
  2. Entfernen Sie alle verwelkten Blütenteile (falls vorhanden) und die unteren Blätter, sodass 4 bis 5 Blätter am Trieb verbleiben.
  3. Stecken Sie die Stecklinge etwa 3 cm tief in feuchte, torffreie Anzuchterde.
  4. Halten Sie das Substrat über mehrere Wochen gleichmäßig feucht, um die Wurzelbildung zu fördern.

Lassen Sie die jungen Stecklinge an einem geschützten Ort, beispielsweise auf einer Fensterbank, bis sich ein kleiner Wurzelballen gebildet hat. Erst nach erfolgreicher Bewurzelung können die jungen Pflanzen im Herbst an ihren endgültigen Standort umgesiedelt werden.

Vermehrung durch Samen: Geduld ist gefragt

Die Vermehrung von Pfingstrosen über Samen ist ein zeitaufwendiges, aber lohnenswertes Verfahren. Die Samen benötigen eine spezielle Behandlung, um die Keimung zu stimulieren, und es dauert mehrere Jahre, bis die ersten Blüten erscheinen.

Pfingstrosen sind Kaltkeimer. Das bedeutet, dass ihre Samen eine Kälteperiode benötigen, um zu keimen. Daher ist die Aussaat im Herbst ideal, da die natürlichen Witterungsbedingungen den Keimprozess optimal unterstützen. Nach der Aussaat durchlaufen die Samen einen Keimzyklus, der eine spezifische Abfolge von warmen und kalten Perioden beinhaltet.

Die Dauer bis zur ersten Blüte variiert je nach Sorte. Während Sie bei Staudenpfingstrosen bereits nach drei bis vier Jahren die ersten Blüten erwarten können, benötigen Strauchpfingstrosen oft bis zu sieben Jahre, um das erste Mal zu blühen.

Die Geduld, die Sie in diesen Prozess investieren, wird mit einzigartigen Pflanzen belohnt, die Ihren Garten bereichern. Die Freude über die erste Blüte nach vielen Jahren der Fürsorge ist eine Erfahrung, die das Warten mehr als wert ist.

Bilder: trenchcoates / iStockphoto