Pfeifenwinde: Pflege und Sorten

Die Pfeifenwinde hat viele verschiedene Name. Sie ist als Gespensterpflanze oder Geisterblume bekannt. Doch diese Bezeichnungen erhielt die Kletterpflanze zu unrecht, denn sie überzeugt mit einer üppigen Blattmasse und einem stattlichen Wuchs.

pfeifenwinde
Die Pfeifenwinde ist eine saftig grüne Kletterpflanze

Herkunft

Die Pfeifenwinde trägt den lateinischen Namen Aristolochia macrophylla. Sie ist auch als Amerikanische Pfeifenwinde bekannt. Diese Bezeichnung deutet auf das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Pflanze hin. Sie wächst in den Bergwäldern Nordamerikas und erklimmt Höhenlagen bis zu 1.300 Metern. Ihr Areal erstreckt sich von Pennsylvania bis Georgia. Sie kommt westlich von Minnesota und Kansas vor.

Es war der amerikanische Botaniker John Bartram, der diese Pflanze entdeckte. Im Jahr 1761 versendete er Samen der Pfeifenwinde zu seinem englischen Kollegen Peter Collinson, der erstmalig Pfeifenwinden heranzüchtete. Nach diesem Ereignis gewann die Schlingpflanze zunehmend an Beliebtheit als Ziergewächs.

Blätter

Pfeifenwinden entwickeln wechselständig angeordnete Laubblätter, deren Blattspreite einfach aufgebaut ist. Das Laub ist auf der Oberseite dunkelgrün gefärbt und erinnert in seiner Form an ein Herz. Die Blattunterseite erscheint hellgrün. Die Blätter besitzen einen vier bis sechs Zentimeter langen Stiel. Sie können zwischen sieben und 34 Zentimeter lang und zehn bis 35 Zentimeter breit werden.

Die Blätter liegen dachziegelartig übereinander. Diese Wuchsform dient in heißen Sommermonaten als Verdunstungsschutz, denn das Laub verhindert ein Austrocknen des Bodens. Die Blätter werden im Mai entwickelt und verbleiben bis in den November an der Pflanze. Das Laub der älteren Zweige ist größer als die frischen Blätter des ersten Jahres.

Blüte

Die Schlingpflanzen entwickeln einzeln stehende Blüten, die in den Blattachseln erscheinen. Sie sind gestielt und zwittrig aufgebaut. Die Blüten bestehen aus drei äußeren und drei inneren Blütenhüllblättern. Während die äußeren Hüllblätter gelbgrün gefärbt sind, erscheinen die Inneren braun. Alle sechs Blätter sind miteinander verwachsen. Die Blüte erinnert in ihrer Form an die Gestalt einer Tabakpfeife.

Die Blütezeit beginnt im späten Frühling. Je nach Wetterlage erscheinen die Blüten im Juni oder Juli. Bis in den Sommer hinein zeigen sich die unscheinbaren Blüten, aus denen sich nur selten Früchte entwickeln.

Wachstum

Aristolochia macrophylla wächst als linkswindende Liane. Sie wächst zwischen zehn und 20 Meter hoch. Unter mitteleuropäischen Bedingungen sind Wuchshöhen um zwölf Meter typisch. In den ersten Jahren nach der Anpflanzung investiert die Pflanze viel Energie in die Wurzelentwicklung. Während dieser Phase ist der jährliche Sprosszuwachs gering. Wenn die Pfeifenwinde gut angewurzelt ist, vergrößern sich die Wachstumsschübe. Ausgewachsene Pflanzen haben einen Zuwachs von zwei Metern pro Jahr.

Verwendung

Die Schlingpflanze wird zur Begrünung von Hauswänden, größeren Bäumen, Pergolen und Lauben oder Pavillons genutzt. Sie klettert jede Rankhilfe empor, die sich in ihrer Nähe befindet. Das können Dachrinnen oder Vorrichtungen an Fenstern sein. Die Pflanze eignet sich perfekt als Sichtschutz, denn ihr dichtes Laub fängt neugierige Blicke ab. An Rankhilfen entwickelt sich die Pfeifenwinde gleichzeitig zum Schattenspender.

Als Pflanzpartner eignen sich Samt-Hortensien, Japanische Aralie, Kletterhortensien, Schmuck-Mahonie oder verschiedene Bambus-Arten. Die Pfeifenwinde harmoniert perfekt mit Rhododendron-Arten und dem Trompetenbaum.

Ist Pfeifenwinde giftig?

Aristolochia macrophylla ist in allen Pflanzenteilen giftig. Sie enthält Aristolochiasäuren, die in Blättern, Wurzeln, Früchten und Blüten unterschiedlich hoch konzentriert sind. Tiere sollten die Blätter nicht fressen, da die Inhaltsstoffe krebserregend wirken.

Mögliche Vergiftungswirkungen beim Mensch:

  • Nierenschäden
  • Übelkeit und Erbrechen
  • niedriger Blutdruck oder beschleunigter Puls

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Welcher Standort ist geeignet?

Die Pfeifenwinde wächst an einem halbschattigen bis schattigen Standort. Sie bevorzugt feuchte Bedingungen im Substrat. Je höher der Feuchtigkeitsgehalt im Boden ist, desto sonniger darf der Wuchsort sein. Wenn Sie die Pfeifenwinde an einen sonnigen Platz pflanzen, sollte der Fuß der Pflanze im Schatten liegen. Dadurch verhindern Sie, dass die Sonneneinstrahlung den Boden austrocknen lässt.

Pfeifenwinden bevorzugen einen windgeschützten Standort, da ihre großen Blätter bei starken Winden beschädigt werden könnten. Geben Sie der Pflanze Möglichkeiten zur Ausbreitung. Rankhilfen sind ideale Stützen, an denen die Pflanze empor klettern kann.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Ein stark durchlässiger Boden gewährleistet der Pflanze ideale Wachstumsbedingungen. Eine humose Erde, in der zahlreiche Mikroorganismen vorkommen, liefert perfekte Eigenschaften. Dieses Bodenleben sorgt für eine kontinuierliche Auflockerung des Substrats, wodurch die Durchlässigkeit erhalten bleibt. Mischen Sie bei besonders schweren und festen Böden vor dem Anpflanzen etwas Sand unter das Substrat.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Pflanzen Sie Pfeifenwinden zwischen Mitte März und Ende April ein. Warten Sie die letzten Spätfröste ab, da diese die zarten Wurzeln beschädigen könnten. Bevor Sie die Pflanze an ihren zukünftigen Standort setzen, sollten Sie den Wurzelballen in einen mit Wasser gefüllten Eimer stellen. Warten Sie, bis sich dieser mit Wasser vollgesogen hat.

Heben Sie ein Pflanzloch aus und sorgen Sie für eine optimale Durchlässigkeit. Stellen Sie ein Klettergerüst auf, damit sich die Pfeifenwinde prächtig entwickeln kann. Setzen Sie den Wurzelballen in das Pflanzloch und füllen Sie die Lücken mit dem Aushub auf. Treten Sie das Substrat vorsichtig an und gießen Sie die Pflanze durchdringend.

Der richtige Pflanzabstand

Ausgewachsene Pfeifenwinden können eine Breite bis vier Meter erreichen. Wenn Sie mehrere Pflanzen nebeneinander setzen möchten, sollten Sie die Ausbreitungsfreudigkeit der Pfeifenwinde beachten. Setzen Sie die Pflanzen in einem Abstand ein, der mindestens der Hälfte der später gewünschten Ausdehnung der Schlingpflanze entspricht.

Pfeifenwinde im Topf

Pfeifenwinden eignen sich perfekt für eine Kultivierung im Kübel. Sie benötigen einen großen und tiefgründigen Topf, der mindestens 40 Zentimeter hoch ist. Solange Sie eine optimale Wasserversorgung gewährleisten, können Sie den Kübel sowohl an sonnigen als auch an schattigen Orten platzieren. Im Topf erweist sich die Pfeifenwinde als mobiler Sichtschutz für Sitzplätze, Gärten und Innenhöfe. Kleinblättrige Arten sind besser für den Einsatz im Kübel geeignet, da sie weniger Wasser benötigen und auch an windigen Standorten keinen Schaden davon tragen.

Balkon

Da die Pfeifenwinde auch im Kübel wächst, eignet sie sich hervorragend zur Verschönerung von Balkonen. Sie wächst auch im Blumenkasten, wenn dieser mit einer stabilen Rankhilfe versehen wurde. Wenn der Blumenkasten ausreichend tief ist, kommen die Schlingpflanzen gut mit dem begrenzten Platz aus. Auf diese Weise spendet die Pflanze Schatten und wirkt als Sichtschutz.

Pfeifenwinde vermehren

Pfeifenwinden entwickeln selten Samen, da sie in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet nicht besonders üppig blühen. Sie konzentrieren sich auf die vegetative Vermehrung. Wenn Ihre Pfeifenwinde Früchte entwickelt, können Sie diese pflücken und trocknen lassen.

Nutzen Sie kleine Töpfe, die mit einer Anzuchterde befüllt wurden. Streuen Sie die Samen im Frühjahr auf das Substrat und bedecken Sie sie leicht mit Erde. Damit die Luftfeuchtigkeit konstant bleibt, sollten Sie eine transparente Tüte über das Anzuchtgefäß stülpen. An einem hellen und warmen Platz auf der Fensterbank, an dem Temperaturen von 25 Grad Celsius herrschen, beginnen die Samen bald zu keimen.

So vermehren Sie Pfeifenwinden über Absenker:

  • kräftigen Trieb zum Boden neigen
  • Erde auflockern
  • Trieb kreuzweise anritzen und auf die gelockerte Erde legen
  • Zweig leicht mit Erde bedecken und mit einem Stein beschweren
  • Triebspitze darf nicht bedeckt werden

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Stecklinge

Erfolgversprechender ist die Vermehrung durch Stecklinge. Schneiden Sie 15 Zentimeter lange Triebe ab und entfernen Sie die untersten Blätter. Stecken Sie die Triebe bis zur Hälfte in ein Pflanzgefäß mit Anzuchterde. Stellen Sie das Pflanzgefäß an einen warmen und hellen Platz. Achten Sie darauf, dass die Erde konstant feucht bleibt. Es dauert einige Wochen, bis die Stecklinge Wurzeln gebildet haben. Sobald die Pflanze angewurzelt ist, wird sie neue Blätter entwickeln. Ein Umpflanzen ist möglich, sobald die Pfeifenwinde das Substrat gut durchwurzelt hat.

Pfeifenwinde gießen

Pfeifenwinden haben einen hohen Wasserbedarf, da sie große Wuchshöhen erreichen und eine enorme Blattmasse entwickeln. An besonders heißen Tagen benötigt die Kletterpflanze mehrmals Wasser am Tag. Gießen Sie die Pflanze durchdringend und achten Sie darauf, dass sich keine Staunässe bildet. Bei Kübelpflanzen sollte kein überschüssiges Wasser im Untersetzer stehen bleiben. Freilandpflanzen müssen in lockerer und durchlässiger Erde stehen.

Pfeifenwinde richtig düngen

Aristolochia macrophylla gedeiht auch ohne Düngung prächtig. Sie sollte nur gedüngt werden, wenn ein Wachstumsschub gewünscht ist oder um die Vitalität zu unterstützen. In diesem Fall bekommt die Pfeifenwinde zwischen Mai und August alle zwei Wochen einen Grünpflanzendünger. Alternativ ist eine Versorgung mit Hornspäne oder Kompost möglich. Verzichten Sie ab September auf eine Düngung, damit die Triebe ausreifen können. Eine Nährstoffversorgung im Herbst führt dazu, dass die Pflanze kontinuierlich neue Triebe entwickelt. Diese reifen bis zum Wintereinbruch nicht mehr ausreichend aus, sodass sie frostgefährdet sind.

Pfeifenwinde richtig schneiden

Die Kletterpflanzen erweisen sich als sehr gut schnittverträglich. Lichten Sie die Pflanze alle zwei bis drei Jahre aus, um einer unkontrollierten Ausbreitung entgegenzuwirken. Wenn die Pflanze zu groß wird, schneiden Sie die Triebe bis auf zehn Zentimeter zurück. Diese Pflegemaßnahme regt die Bildung frischer Triebe an und fördert Verzweigungen.
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Wie pflanze ich richtig um?

Vermeiden Sie diese Maßnahme bei Freilandpflanzen, da sie unvermeidbar zu Schäden an den Wurzeln führt. Es kann sein, dass die Pflanze am neuen Standort nicht mehr gut anwächst. Wenn ein Umpflanzen notwendig ist, sollten Sie vor dem Ausgraben alle Ranken stark zurückschneiden. Stechen Sie den Wurzelballen großzügig ab und heben Sie so viele Wurzeln wie möglich aus. Der neue Standort sollte bereits vorbereitet sein, damit die Wurzeln nicht vollständig austrocknen.

Krankheiten

Obwohl die Pfeifenwinden als robust gelten, werden sie unter suboptimalen Standortbedingungen von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht. Das plötzliche Verfärben der Blätter von Grün zu Gelb deutet auf einen Pilzbefall hin. Diese als Aristolochia-Mosaik bekannte Krankheit lässt die Blätter vertrocknen und absterben. Die Sporen breiten sich bevorzugt bei feuchter Witterung aus. Schneiden Sie die befallenen Triebe großzügig ab und achten Sie auf einen luftigen aber nicht zu windigen Standort.

Wenn plötzlich ganze Triebe austrocknen und absterben, kann die Phytophthora-Wurzelfäule eine mögliche Ursache sein. Die Wurzeln beginnen bei Staunässe zu faulen, wodurch Pilzsporen einen idealen Nährboden vorfinden. Die Pflanze ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Wasser und Nährstoffe aufzunehmen.

Schädlinge

Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann zu einem Befall durch Spinnmilben führen. Die Schädlinge breiten sich bevorzugt unter heißen und trockenen Bedingungen an Standorten vor Südwänden aus und saugen mit ihren Mundwerkzeugen den Pflanzensaft auf den Blattadern. Sie erkennen einen Befall durch feine Spinnweben, die sich über Blattstiele und Triebspitzen ziehen.

Unbehandelt führt der Schädlingsbefall zum Vertrocknen der Blätter. Bei einem leichten Schädlingsbefall reicht es aus, die Milben mit einem scharfen Wasserstrahl zu entfernen. Haben sich die Tiere stark ausgebreitet, sollten Sie die betroffenen Blätter und Triebe abschneiden.

Pfeifenwinden können von Blattläusen befallen werden. Sie ernähren sich von dem Pflanzensaft und hinterlassen einen klebrigen Film auf den Blättern. Diese verkrüppeln mit der Zeit, bis sie schließlich absterben. Die mit bloßem Auge erkennbaren Blattläuse werden mit einem harten Wasserstrahl abgebraust. Ein Sud aus Brennnesseljauche wirkt vorbeugend gegen einen Befall.

Winterhart

Die Kletterpflanze gilt als winterhart und benötigt daher keinen Schutz vor der Kälte. Wenn Sie Ihre Pfeifenwinde im Kübel kultivieren, sollten Sie das Pflanzgefäß vor Frost schützen. Stellen Sie den Topf auf einen isolierenden Untergrund. Das kann eine Styroporplatte oder eine Holzpalette sein. Wickeln Sie Luftpolsterfolie um den Kübel. Alternativ können Sie den Topf mit einem Gartenvlies oder einem Jutesack schützen. Nutzen Sie in besonders kalten Wintermonaten Heu, das Sie in den Jutesack füllen oder zwischen die Folienlagen schichten.

Achten Sie auch im Winter auf eine ausreichende Bewässerung, da die Pflanze ansonsten austrocknen kann. Gießen Sie den Wurzelballen nur an frostfreien Tagen, damit das Wasser zu den Wurzeln gelangt und von diesen aufgenommen werden kann.
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Tipps

Errichten Sie die Rankhilfe betont vertikal, da horizontal angeordnete Streben den Halt der Pflanze nur in geringem Maße verbessern. Die senkrechten Streben sollten einen Abstand von 30 bis 40 Zentimeter besitzen. Ideal geeignet sind Drähte, Spannschnüre oder Stäbe mit einer rauen Oberfläche. Holzgitter eignen sich ebenfalls, wenn sie nicht zu schwer und massiv sind. Flechten Sie die Triebe in waagerechte Stränge ein, damit sich die Pflanze flächig ausbreitet.

Sorten

  • Aristolochia manshuriensis: Pfeifenförmige Blüten, außen grünlich und innen violett gefärbt. Verströmt keinen unangenehmen Geruch. Wächst zwischen sechs und acht Meter hoch. Bis -35 Grad Celsius winterhart.
  • Aristolochia clematitis: Als Kübelpflanze geeignet. Blüten gelb, Blütezeit von Mai bis Juni. Wächst bis 100 Zentimeter hoch.
  • Aristolochia tomentosa: Anspruchslos. Kleinere Blätter als Aristolochia macrophylla, oval, zart behaart. Blüten gelblich-braun. Blütezeit zwischen Mai und Juni. Wächst zwischen drei und sieben Meter hoch.
  • Aristolochia moupiensi: Kleine Blätter. Erreicht Wuchshöhen bis vier Meter.
  • Aristolochia elegans: Bedingt winterhart. Blüten grünlich bis weiß, acht Zentimeter lang. Blätter sattgrün.
  • Aristolochia tagala: Nicht winterhart. Für den Wintergarten geeignet. Blätter bis 25 Zentimeter lang. Blüten rötlich-braun bis purpurfarben.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Grisha Bruev/Shutterstock
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