Petersilie

Petersilie vermehren: So einfach geht’s

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Petersilie, ob kraus oder glatt, ist ein vielseitiges Kraut für Garten und Balkon. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte und geht auf die Besonderheiten der Pflanze ein.

Petersilie vermehren

Vermehrung von Petersilie durch Aussaat

Die Aussaat von Petersilie ist eine effektive Methode, um das aromatische Kraut im Garten oder auf dem Balkon zu kultivieren. Beachten Sie dabei wesentliche Schritte, um eine erfolgreiche Keimung und Anzucht zu gewährleisten.

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Vorbereitung der Samen

Petersilie ist ein Dunkelkeimer, das heißt, sie keimt am besten unter einer Erdschicht. Vor der Aussaat sollten die Samen etwa 12 Stunden in lauwarmem Wasser quellen, um die harte Samenschale durchlässiger zu machen.

Aussaat im Freiland

  1. Standortwahl: Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit nährstoffreichem, durchlässigem und leicht feuchtem Boden.
  2. Bodenbereitung: Lockern und entkrauten Sie das Beet gründlich, und reichern Sie es mit Kompost an.
  3. Aussaat: Säen Sie die Samen etwa 0,5 bis 1 cm tief in Reihen mit einem Abstand von 20 bis 30 cm. Bedecken Sie sie leicht mit Erde und drücken Sie diese an.
  4. Feuchtigkeit: Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, um die Keimung zu fördern, aber vermeiden Sie Staunässe.

Aussaat in Töpfen

  1. Substrat: Nutzen Sie nährstoffreiche Kräutererde und einen tiefen Topf, da Petersilie Pfahlwurzeln entwickelt.
  2. Aussaat: Verteilen Sie die Samen auf der Substratoberfläche, bedecken Sie sie leicht mit Erde und drücken Sie sie sanft an.
  3. Standort: Stellen Sie die Töpfe zunächst an einen schattigen Ort. Sobald die Keimung beginnt, benötigen die Pflanzen einen hellen Standort ohne direkte Mittagssonne.
  4. Bewässerung: Gießen Sie regelmäßig, sodass die Erde immer leicht feucht bleibt.

Keimung und Pflege

Die Keimdauer von Petersiliensamen beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen bei einer optimalen Keimtemperatur von 20 bis 25 Grad Celsius. Halten Sie den Boden während dieser Zeit gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass. Sobald die Jungpflanzen eine Höhe von etwa 5 cm erreicht haben, können Sie sie vereinzelt oder bei Bedarf in größere Gefäße oder ins Freiland setzen.

Standort und Bodenbeschaffenheit

Petersilie gedeiht am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden sollte tiefgründig, humos und gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden. Optimal ist ein leicht feuchter, nährstoffreicher Boden. Vor der Pflanzung können Sie den Boden im Herbst mit reifem Kompost oder organischem Dünger anreichern, um die Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Petersilie ist empfindlich gegenüber kargen Sandböden, die durch großzügiges Einarbeiten von Humus verbessert werden können. Vermeiden Sie Anbauorte, an denen in den letzten drei Jahren andere Doldenblütler, wie Möhren oder Dill, gewachsen sind, um Bodenmüdigkeit zu verhindern.

Mischkultur mit Petersilie

Petersilie lässt sich hervorragend in einer Mischkultur anbauen, da sie wenig Nährstoffe benötigt und somit viele Gemüsesorten nicht konkurrenziert. Geeignete Partnerpflanzen sind:

  • Tomaten: Petersilie verbessert den Geschmack der Tomaten und schützt sie vor Schädlingen wie Blattläusen.
  • Lauch: Lauch wehrt Schädlinge wie Möhrenfliegen ab und ist somit ein guter Nachbar für Petersilie.
  • Mangold und Spinat: Diese Blattgemüse harmonieren gut mit Petersilie, da unterschiedliche Wurzeltiefen eine Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe vermeiden.
  • Radieschen: Die Kombination mit Radieschen ist besonders vorteilhaft, da Radieschen den Boden zusätzlich lockern.

Vermeiden Sie jedoch andere Doldenblütler wie Möhren, Dill und Sellerie in unmittelbarer Nähe zu Petersilie, um Nährstoffkonkurrenz und Krankheitsübertragung zu verhindern.

Ernte von Petersilie

Im ersten Jahr können die Blätter der Petersilie ganzjährig geerntet werden. Ernten Sie dabei immer die äußeren Blätter, um das Wachstum neuer Triebe zu fördern. Schneiden Sie die Stiele möglichst tief am Pflanzenstiel ab.

Im zweiten Jahr sollten die Blätter vor der Blüte geerntet werden, da sie danach an Geschmack verlieren. Verwenden Sie eine saubere und scharfe Schere für die Ernte und schneiden Sie nur die äußeren Stängel, um die Pflanze möglichst lange produktiv zu halten. Petersilienblätter können frisch verwendet oder eingefroren werden, um ihre Frische länger zu bewahren.

Petersilie als zweijährige Pflanze

Petersilie (Petroselinum crispum) ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr hauptsächlich Blätter und eine kräftige Pfahlwurzel bildet. Im zweiten Jahr bildet sie im Juni bis zu 60 cm hohe Blütenstängel mit gelbgrünen Doldenblüten. Nach der Blüte produziert die Pflanze Samen und stirbt anschließend ab. Die Blätter sind nach der Blüte nicht mehr für den Verzehr geeignet.

Für die Überwinterung ist Petersilie grundsätzlich frosthart. In sehr kalten Regionen kann jedoch ein leichter Winterschutz hilfreich sein. Aufgrund des zweijährigen Zyklus ist es ratsam, Petersilie jährlich neu auszusäen, um eine durchgehende gute Erntequalität zu gewährleisten.

Besonderheiten der Petersilie

Petersilie zeichnet sich durch ihre Nährstoffdichte aus und ist reich an Vitaminen A, B und C sowie an Mineralstoffen wie Eisen und Calcium. Sowohl die krause als auch die glatte Petersilie sind daher nicht nur geschmacklich, sondern auch gesundheitlich wertvoll.

Die Pflanze enthält das ätherische Öl Apiol, das in hohen Dosen gesundheitsschädlich sein kann. Daher sollten Petersiliensamen nicht in der Reichweite von Kindern oder Haustieren aufbewahrt werden.

Petersilie ist winterhart bis etwa -5 °C und kann sich an verschiedene Bodenarten anpassen, bevorzugt jedoch einen tiefgründigen, nährstoffreichen und gut durchlässigen Boden. Ein leichter Winterschutz kann in sehr kalten Regionen von Vorteil sein.

Diese einzigartigen Eigenschaften machen Petersilie zu einem vielseitigen und pflegeleichten Kraut für Garten und Balkon.

Bilder: AtomStudios / iStockphoto