Passionsblume

Winterharte Passionsblumen: Welche Arten überstehen Frost?

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Winterharte Passionsblumenarten bringen exotisches Flair in den Garten. Dieser Artikel stellt geeignete Arten vor und gibt Tipps zur Standortwahl, Winterschutz und Pflege.

Passiflora winterhart

Winterharte Passionsblumen-Arten

Passionsblumen beeindrucken mit exotischen Blüten und sind in vielen Gärten ein echter Hingucker. Es gibt einige Arten, die bedingt winterhart sind und mit entsprechendem Schutz auch in unseren Breiten draußen überwintern können. Hier sind die wichtigsten winterharten Passionsblumen-Arten:

  • Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea): Diese Art kann bei milderen Temperaturen Deutschlands, bis zu -15 °C, überwintern. Besonders die Sorten ‚Constance Eliott‘ und ‚Chinensis‘ sind bekannt für ihre weiße bis zartrosa Blüte mit einer purpurfarbenen Strahlenkrone. In sehr kalten Wintern wirft die Pflanze ihre Blätter ab, treibt jedoch im Frühjahr neu aus.
  • Fleischgewordene Passionsblume (Passiflora incarnata): Diese Art gilt als die frosthärteste unter den Passionsblumen und verträgt Temperaturen bis zu -20 °C. Ihre Blüten sind blasslila bis mandelweiß mit einem violettfarbenen und weißen Strahlenkranz. In ihrer Heimat, dem Südosten der USA, bringt sie essbare, gelbe Früchte hervor. Oft sterben die oberirdischen Teile im Winter ab, die Pflanze treibt jedoch im Frühjahr wieder aus.
  • Gelbe Passionsblume (Passiflora lutea): Diese Art, selten im Handel erhältlich, hält Temperaturen bis zu -15 °C aus. Ihre limonengelben bis weißlichen Blüten sind kleiner als die anderer Arten, und die Ranken können Höhen von drei bis fünf Metern erreichen.

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Zur erfolgreichen Überwinterung dieser Pflanzen ist der Schutz der Wurzeln entscheidend. Achten Sie darauf, den Wurzelbereich gut zu mulchen und den Standort windgeschützt zu wählen.

Standortwahl und Bodenbedingungen

Passionsblumen gedeihen am besten an einem warmen, sonnigen bis halbschattigen Standort und sollten vor kalten Winterwinden geschützt werden. Sonnenreiche Orte, beispielsweise an einer Hauswand oder unter einer Pergola, sind ideal. Auch Terrassenplätze oder Bereiche nahe eines Gewächshauses bieten zusätzlichen Schutz durch Wärmespeicherung.

Der ideale Boden für Passionsblumen ist gut durchlässig und nährstoffreich. Vermeiden Sie Staunässe durch eine gute Drainage, insbesondere in schweren oder lehmigen Böden. Arbeiten Sie Kies und Sand in den Boden ein, um die Durchlässigkeit zu erhöhen. Passionsblumen bevorzugen leicht saure bis neutrale Bodenverhältnisse mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7.

Folgende Punkte sollten bei der Standort- und Bodenauswahl beachtet werden:

  • Sonnig bis halbschattig: Ein Standort mit ausreichend Sonnenlicht fördert die Blütenbildung.
  • Windgeschützt: Sorgen Sie für Schutz vor kalten Winterwinden, zum Beispiel durch eine Hauswand oder Hecken.
  • Gut durchlässiger Boden: Vermeiden Sie Staunässe, indem Sie Sand oder Kies in den Boden einarbeiten.
  • Nährstoffreich: Ein humoser Boden bietet die nötigen Nährstoffe für das Wachstum der Pflanze.
  • Leicht saurer bis neutraler pH-Wert: Ein pH-Wert von 6 bis 7 ist ideal.

Durch die Auswahl eines geeigneten Standorts und die richtige Bodenbeschaffenheit schaffen Sie optimale Bedingungen für Ihre winterharten Passionsblumen.

Winterschutz für Passionsblumen

Auch winterharte Passionsblumen benötigen während der kalten Monate Schutz. Hier sind einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können:

  • Mulchen: Bedecken Sie den Wurzelbereich mit einer 7-10 cm dicken Schicht Mulch. Geeignete Materialien sind Laub, Stroh oder Tannenreisig. Dies schützt die Wurzeln vor Frost und reduziert Temperaturschwankungen im Boden.
  • Wurzel- und Triebschutz: Decken Sie die gesamte Pflanze mit Vlies oder Schilfmatten ab, besonders in Regionen mit Temperaturen unter -5 °C. Dadurch werden Frostschäden an den Trieben und verbleibenden Blättern vermieden.
  • Staunässe vermeiden: Sorgen Sie für eine gute Drainage des Bodens, um Staunässe zu vermeiden. Insbesondere ausgepflanzte Passionsblumen sollten nicht in Senken oder Mulden stehen.
  • Rückschnitt: Schneiden Sie die Pflanze im Herbst nicht zurück. Lassen Sie die Triebe über den Winter stehen, da sie als natürlicher Frostschutz dienen. Ein Rückschnitt sollte erst im Frühjahr erfolgen, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
  • Topfpflanzen: Stellen Sie Passionsblumen im Topf rechtzeitig vor dem ersten Frost in ein helles, kühles Winterquartier bei Temperaturen zwischen 5 und 10 °C. Halten Sie den Wurzelballen gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Dunkle Orte eignen sich nicht zur Überwinterung.

Durch diese Maßnahmen können Sie sicherstellen, dass Ihre Passionsblumen gut durch den Winter kommen und im Frühjahr erneut kräftig austreiben.

Pflege im Winter

Während der Wintermonate benötigen Passionsblumen nur wenig Aufmerksamkeit. Passen Sie das Gießverhalten an: Gießen Sie die Pflanzen sparsam, um zu verhindern, dass sich zu viel Feuchtigkeit ansammelt. Zu viel Nässe kann bei niedrigen Temperaturen schnell zu Wurzelfäule führen. Im Winter sollten Sie außerdem auf die Gabe von Dünger verzichten, da die Pflanzen in einer Ruhephase keine zusätzliche Nährstoffzufuhr benötigen.

Achten Sie darauf, dass ausgepflanzte Passionsblumen gut geschützt sind, insbesondere die Wurzeln. Eine dicke Mulchschicht aus Laub oder Stroh kann dabei helfen, die Wurzeln vor Frost zu schützen. Wenn extrem kalte Temperaturen von unter -5 °C vorhergesagt werden, können Sie die Pflanzen zusätzlich mit Vlies umwickeln, um Frostschäden zu vermeiden.

Passionsblumen in Kübeln sind besonders empfindlich. Stellen Sie diese rechtzeitig vor dem ersten Frost an einen hellen, kühlen Ort im Haus, idealerweise bei Temperaturen zwischen 5 und 10 °C. Vermeiden Sie dunkle Orte, da die Pflanzen auch im Winter etwas Licht benötigen, um gesund zu bleiben. Halten Sie den Wurzelballen leicht feucht und achten Sie darauf, Staunässe zu vermeiden.

Durch diese Maßnahmen stellen Sie sicher, dass Ihre winterharten Passionsblumen die kalte Jahreszeit gut überstehen und im Frühjahr wieder kräftig austreiben können.