Orchideen in der Vase
Orchideen im Glas sollten nicht im Wasser schwimmen

Orchideen im Glas vorbildlich einsetzen und pflegen – So geht es

Mit einem Glas gehen Orchideen eine kongeniale Partnerschaft ein. Dank der transparenten Wände gelangt Licht im Überfluss an die Luftwurzeln. Substratfreie Arten finden hier ebenso geeignete Rahmenbedingungen, wie epiphytische Arten in Orchideenerde. Lesen Sie hier, wie Sie Orchideen im Glas fachgerecht einsetzen und pflegen.

So nehmen Orchideen Platz im Glas – Tipps zum richtigen Pflanzen

Es sind vornehmlich Vanda-Orchideen, die im Glas kultiviert werden. Da hier auf ein Substrat verzichtet wird, positionieren Sie die Luftwurzeln so in der gläsernen Vase, dass Blätter und Blütenstiel über den Gefäßrand hinausragen. Im Glas-Inneren gelangt zu wenig Sauerstoff an das Laub, sodass Pilzinfektionen leichtes Spiel haben. Gleichwohl können Sie Orchideen mit Substrat ebenfalls im Glas präsentieren. So gehen Sie dabei vor:

  • Perfekt geeignet ist ein Termin vor oder nach der Blütezeit
  • Auf dem Glasboden aus Blähton eine mindestens 5 cm hohe Drainage anlegen
  • Darauf eine Schicht Orchideensubstrat einfüllen
  • Den Wurzelballen einige Minuten in Wasser tauchen, damit die Wurzeln biegsam werden
  • Die Pflanze austopfen, die alte Erde abschütteln oder abbrausen
  • Abgestorbene Bulben oder Luftwurzeln mit einem sauberen Messer abschneiden

Setzen Sie eine Phalaenopsis oder ähnliche Orchideenart mit ausgebreiteten Wurzeln auf das Substrat. Indem Sie die Pflanze am Wurzelhals mit einer Hand fixieren, füllen Sie mit der anderen Hand die restliche Erde nach. Am Ende sollten alle Luftwurzeln bedeckt sein. Die Substratstücke verteilen sich wie von selbst, wenn Sie zwischendurch das Glas leicht auf die Tischplatte aufstoßen.

Moos als Substrat ungeeignet

Zugunsten einer verkaufsfördernden Optik werden Orchideen im Glas mitunter einfach auf Torfmoos gesetzt. Das sieht zwar wunderschön aus, bringt die exotische Diva freilich recht schnell zur Strecke, denn hier sind Fäulnis und Krankheiten vorprogrammiert. Werden Sie mit einer Phalaenopsis im gläsernen Gefäß beschenkt, topfen Sie die königliche Blume bitte unverzüglich um in korrekte Orchideenerde.

Orchideen im Glas fachgerecht gießen – So geht es

Da im Glas keine Bodenöffnung als Wasserablauf vorhanden ist, sind die darin befindlichen Orchideen bedroht von Staunässe. So regulieren Sie den Wasserhaushalt richtig:

  • Eine substratfreie Orchidee, wie Vanda, alle 2-3 Tage tauchen
  • Hierzu die Pflanze aus dem Glas holen, um die Wurzeln für 30 Minuten mit kalkfreiem, lauwarmem Wasser zu tränken
  • Erst dann wieder in das Glas einsetzen, wenn das Wasser abgetropft ist

Um eine Orchidee mit Substrat im Glas mit Feuchtigkeit zu versorgen, gießen Sie das weiche, zimmerwarme Wasser in das Gefäß. Das Pflanzenherz darf nicht unter Wasser stehen. Nach spätestens 10 Minuten gießen Sie das Wasser wieder aus. Sollten sich in den Blattachseln noch Wasserreste befinden, tupfen Sie diese mit einem saugfähigen Küchentuch ab.

Regelmäßig einsprühen behagt Orchideen sehr

Unabhängig davon, ob Sie Orchideen im Glas kultivieren, aufgebunden auf einem Ast oder einfach im Blumentopf – den exotischen Blütenschönheiten ist ein hauchzarter Sprühnebel aus warmem, kalkfreiem Wasser herzlich willkommen. Besprühen Sie möglichst die Luftwurzeln sowie die Blätter und lassen die Blüten unbenetzt.

Orchideen ausgewogen Düngen – Darauf ist im Glas zu achten

Solange sich Ihre Orchidee inmitten der Wachstums- und Blütezeit befindet, reichern Sie das Gieß- und Tauchwasser bitte alle 3 bis 4 Wochen an mit einem flüssigen Spezialdünger. Herkömmlicher Blumendünger enthält eine zu hohe Salzkonzentration und fügt den tropischen Pflanzen mehr Schaden als Nutzen zu.

Während einer Vegetationsruhe stellen Sie die Zufuhr von Nährstoffen ein. Handelt es sich um eine Orchideenart, die unermüdlich blüht, verlängern Sie im Winter bitte die Dünge-Intervalle auf 6 bis 8 Wochen.

So schneiden Sie Orchideen richtig – Auf den Zeitpunkt kommt es an

Ein Aspekt im Pflegeprogramm bringt die Novizen unter den Orchideengärtnern regelmäßig ins Grübeln. Die Rede ist von einem Rückschnitt, wie er für zahlreiche Zimmerpflanzen gang und gäbe ist. Angesichts des unkonventionellen Habitus von Orchideen, liegt die fachgerechte Handhabung dieser Kultivierungsmaßnahme indes nicht auf der Hand. Das gilt nicht zuletzt für Pflanzen im Glas. So machen Sie es richtig:

  • An einer Orchidee im Glas niemals grüne Pflanzenteile abschneiden
  • Blätter, Triebe, Bulben oder Luftwurzeln erst dann schneiden, wenn sie vollständig abgestorben sind
  • Ausschließlich mit einem rasiermesserscharfen, desinfizierten Werkzeug arbeiten
  • Schnittwunden bestäuben mit Zimt, Holzkohleasche oder Gesteinsmehl
  • Ein vergilbtes, eingezogenes Blatt idealerweise herausdrehen und nicht schneiden

Aus zwei Gründen wird der Schnitt an Orchideen so gehandhabt: Schnittwunden an grünen, lebenden Pflanzenteilen lösen Fäulnis und Krankheiten aus. Darüber hinaus werden einer Orchidee die lebenswichtigen Nährstoffreste vorenthalten, die sie gerne in ihre aktiven Wurzeln und Bulben verlagern möchte.

Tipps

Um voll erblühte Orchideenrispen als Schnittblumen im Glas dekorativ in Szene zu setzen, sind Gelkugeln eine gute Wahl. Die 2 cm kleinen Kügelchen gibt es in vielen hübschen Farbtönen. Sie bestehen aus einem Material, das Wasser speichert und sukzessive an die Blumen abgibt. Unangenehm riechendes Blumenwasser gehört dank der Gelkugeln der Vergangenheit an.

Text: Paula Jansen

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