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Erfolgreich Olivenbäume aus Samen ziehen: Unsere Anleitung

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Die Anzucht von Olivenbäumen aus Samen ist ein lohnender, aber langwieriger Prozess. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die Aussaat, Keimung und Pflege, um Ihre eigenen Olivenbäumchen zu ziehen.

Olivenbaum Samen

Samenvorbehandlung: Ein entscheidender Schritt für den Keimerfolg

Olivenbaumsamen besitzen eine harte Schale, die die Keimung erschwert. Um den Keimprozess zu beschleunigen und die Erfolgschancen zu erhöhen, empfiehlt sich eine Vorbehandlung der Samen. Hierfür gibt es verschiedene Methoden:

  • Fruchtfleisch entfernen: Befreien Sie die Samen vom umliegenden Fruchtfleisch und spülen Sie sie gründlich unter fließendem lauwarmen Wasser ab.
  • Trocknen: Lassen Sie die gereinigten Samen einige Tage trocknen, um die Schale zu härten und die Verarbeitung zu erleichtern.
  • Anrauen: Rauhen Sie die Samenschale vorsichtig mit Sandpapier oder einer Feile an, um die Wasseraufnahme zu erleichtern.
  • Einweichen: Weichen Sie die Samen für 24 bis 48 Stunden in lauwarmem Wasser ein und wechseln Sie das Wasser regelmäßig, um die Keimfähigkeit zu fördern.

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Aussaat: Den Grundstein für ein gesundes Wachstum legen

Für die Aussaat von Olivenbaumsamen ist eine gut durchlässige Anzuchterde oder Kokosfaser erforderlich. Folgende Schritte sind dabei unerlässlich:

  1. Stecken Sie die Samen etwa 0,5 bis 1 cm tief in die Erde und drücken Sie sie leicht an.
  2. Befeuchten Sie die Erde gleichmäßig.
  3. Decken Sie das Anzuchtgefäß mit Klarsichtfolie ab, um ein feuchtwarmes Klima zu schaffen.

Achten Sie darauf, die Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius zu halten und die Erde stets leicht feucht zu halten, jedoch Staunässe zu vermeiden.

Keimbedingungen: Licht, Temperatur und Feuchtigkeit im Gleichgewicht

  • Licht: Olivenbaumsamen benötigen helles, indirektes Licht für die Keimung. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, um die empfindlichen Keimlinge zu schützen.
  • Temperatur: Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 18 und 24 °C. Konstante Temperaturen in diesem Bereich sind entscheidend für den Keimerfolg.
  • Feuchtigkeit: Halten Sie die Erde während der Keimphase konstant leicht feucht, aber vermeiden Sie Staunässe, um Schimmelbildung und Wurzelfäule zu vermeiden.

Keimdauer: Geduld ist gefragt

Die Keimdauer von Olivenbaumsamen kann stark variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Samenqualität, der Vorbehandlung und den Keimbedingungen. In der Regel dauert es zwischen vier und zwölf Wochen, bis die ersten Keimlinge sichtbar werden. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass die Keimung bei einigen Samen bis zu zwei Jahre dauern kann. Auch das Wachstum der Keimlinge erfolgt sehr langsam, was zusätzliche Geduld erfordert.

Pikieren: Den Keimlingen mehr Raum geben

Sobald die Keimlinge zwei bis drei Blattpaare entwickelt haben, können sie pikiert werden, das heißt, in einzelne Töpfe umgesetzt werden:

  • Jede Jungpflanze wird in einen eigenen Topf gepflanzt, um eine kräftige Entwicklung zu fördern.
  • Setzen Sie die gesamte Wurzel ins Erdreich, wobei die Keimblätter Kontakt mit dem Substrat haben.
  • Heben Sie die Jungpflanzen vorsichtig mit einem Pikierstab oder dem Griff eines Teelöffels aus der Erde.
  • Setzen Sie die Pflanzen etwas tiefer und füllen Sie den Topf mit Erde auf.
  • Gießen Sie die Setzlinge anschließend gut an.

Standortwahl: Sonne und Wärme sind entscheidend

Olivenbäume gedeihen am besten an sonnigen und warmen Standorten. Gut geeignet sind Südbalkone, Terrassen und Wintergärten, die viel Sonnenlicht bieten. Auch ein Platz vor einer sonnenbeschienenen Rückwand ist ideal, da diese Wärme speichert und abends abgibt.

Die Pflanzen können den Sommer im Freien verbringen, sollten aber vor starken Winden geschützt stehen, da diese die zarten Zweige beschädigen können. Im Winter benötigen sie einen hellen, kühlen Ort mit Temperaturen zwischen 5 und 10 °C, idealerweise bei direkter Sonneneinstrahlung. Ein leicht alkalischer Boden zwischen pH 6 und 8 ist ebenfalls vorteilhaft.

Substrat: Die richtige Grundlage für ein gesundes Wurzelwachstum

Olivenbäume benötigen ein durchlässiges, leichtes Substrat, das den Wurzeln stabilen Halt bietet und gleichzeitig Wasser und Nährstoffe gut transportieren kann. Die ideale Mischung besteht aus verschiedenen Komponenten:

  • Blumenerde für grundlegende Nährstoffe und Struktur.
  • Sand zur Verbesserung der Durchlässigkeit und Vermeidung von Staunässe.
  • Lehm oder Ton zur Feuchtigkeitsspeicherung und Nährstoffbindung.
  • Kompost für organisches Material und Bodenfruchtbarkeit.
  • Rindenhumus oder Kokosfasern zur Verbesserung der Bodenstruktur und Feuchthaltung.

Der Boden sollte gut durchlässig und leicht sauer bis neutral sein, mit einem pH-Wert zwischen 6 und 8. Eine Drainageschicht am Boden des Pflanzengefäßes aus grobem Kies oder Tonkugeln ist ratsam, um überschüssiges Wasser abzuleiten.

Pflege: Wasser, Dünger und Schnitt

  • Gießen: Regelmäßiges aber sparsames Gießen ist wichtig. Der Boden sollte stets leicht feucht, aber niemals nass sein. Staunässe unbedingt vermeiden.
  • Düngen: Während der Wachstumsperiode von April bis September alle zwei Wochen düngen. Kübelpflanzen sollten zusätzlich mindestens einmal im Monat gedüngt werden.
  • Schnitt: Olivenbäume sind schnittverträglich und sollten regelmäßig beschnitten werden, um einen dichten Wuchs zu fördern. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist im Frühjahr während der Auswinterung. Dabei zuerst Totholz entfernen und lange, dünne Triebe um bis zu zwei Drittel einkürzen.
Bilder: digitalr / iStockphoto