Einen eigenen Olivenbaum züchten ist nicht schwer

Im Grunde sind Oliven echte Anfängerpflanzen: Sie sind erstaunlich robust und nehmen ihrem Besitzer auch gröbere Fehler so schnell nicht übel. Außerdem eignen sie sich wunderbar, um sich nicht nur als Anfänger, sondern auch als Gartenprofi in der Zucht von mediterranen Pflanzen zu üben. Wir haben ein paar praxiserprobte Tipps für Sie parat.

Olivenbaum züchten

Olivenbaum aus Samen ziehen

Für diese erste Zuchtvariante benötigen Sie natürlich das passende Saatgut. Dafür können Sie entweder getrocknete Samen im Fachhandel bzw. online bestellen oder diese frischen (d. h. nicht verarbeiteten!) und voll ausgereiften Früchten entnehmen. Stecken Sie den Samen etwa einen Zentimeter tief in spezielle Anzuchterde, halten Sie diese schön gleichmäßig feucht und stellen Sie den Topf an einen warmen und hellen Standort. Der Sämling wird innerhalb von vier bis zwölf Wochen sein grünes Köpfchen aus der Erde recken.

Olivenbaum aus Stecklingen ziehen

Die zweite Variante verspricht einen schnelleren Erfolg, denn aus Stecklingen gezogene Olivenbäumchen wachsen nicht nur schneller sondern tragen auch einige Jahre eher Früchte – ein aus einem Samen gezogenes Bäumchen braucht mindestens 10 Jahre bis zur ersten Fruchtung, ein aus einem Steckling gezogenes durchschnittlich sechs bis sieben Jahre. Als Steckling können Sie einfach einen dünnen Olivenzweig verwenden, der beispielsweise beim Beschneiden eines bereits vorhandenen Bäumchens abfällt. Diesen Zweig stellen Sie entweder in ein Wasserglas (Wasser täglich wechseln!) oder pflanzen es gleich in einen Topf mit Anzuchterde ein. Je nach Helligkeit und Temperatur kann es mehrere Monate dauern, bis der Olivenzweig Wurzeln ausbildet.

Das richtige Substrat

Oliven haben nicht viele Ansprüche, sie brauchen lediglich die richtige Erde, viel Sonne sowie ein wenig Wasser. Perfekte Olivenerde hat folgende Eigenschaften:

  • Sie besteht aus etwa einem Drittel bis zur Hälfte aus Sand oder Kies
  • außerdem aus zwei Dritteln oder zur Hälfte aus herkömmlicher Blumenerde
  • als unterste Schicht befinden sich Tonscherben oder Kieselsteine im Topf (Drainage)
  • als Alternative können Sie auch Zitronenerde verwenden

Wann es schließlich Zeit fürs Umtopfen wird, können Sie an den Wurzeln erkennen: Gucken die zarten Wurzelspitzen bereits aus dem Drainageloch heraus, sollten Sie Ihrer Olive einen größeren Topf gönnen. Dieser sollte etwa ein Drittel größer sein als die Baumkrone.

Der richtige Schnitt

Eigentlich ist ein Schnitt nur dann erforderlich, wenn Sie einmal Früchte von Ihrem eigenen Baum ernten wollen. Für diesen Zweck sollten Sie Ihr Bäumchen so erziehen, das es einen etwa 1,50 Meter hohen Stamm besitzt und lediglich drei bis vier Haupttriebe besitzt. Die Haupttriebe wiederum entwickeln im Laufe der Jahre schließlich Nebentriebe, an denen einmal die Oliven reifen werden. Schneiden Sie dem Bäumchen möglichst keine runde / kugelige Krone, da dies der Blüten- und damit auch der Fruchtbildung nicht zuträglich ist. Stattdessen sollte die Krone offen bleiben. Aufrecht wachsende Triebe sind stets zu entfernen.

Tipps & Tricks

Topfen Sie Ihren Olivenbaum nicht zu oft und auch nicht in zu große Töpfe um, denn das behindert das optimale Wurzelwachstum. Es genügt, das Bäumchen etwa alle zwei bis drei Jahre in einen neuen Topf zu setzen.

Text: Ines Jachomowski
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