Oleander

Oleander leicht vermehrt: Stecklinge, Teilung, Samen & mehr

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Oleander lässt sich auf verschiedene Arten vermehren. Dieser Artikel stellt die gängigsten Vermehrungsmethoden im Überblick vor und erklärt Schritt für Schritt die Vorgehensweise.

Oleander Stecklinge
Oleander lässt sich am besten über Stecklinge vermehren

Die gängigsten Vermehrungsmethoden im Überblick

Oleander kann auf vier Arten vermehrt werden: durch Stecklinge, Teilung, Veredelung und Aussaat. Die Vermehrung durch Stecklinge ist die einfachste und am häufigsten angewandte Methode.

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Vermehrung durch Stecklinge

Diese Methode eignet sich besonders, wenn Sie eine größere Anzahl von Oleanderpflanzen erhalten möchten. Sie ist unkompliziert und bietet eine hohe Erfolgsquote.

Der richtige Zeitpunkt für die Stecklingsgewinnung

Die optimale Zeit für die Stecklingsgewinnung liegt zwischen Frühling und Spätsommer, wenn der Oleander ohnehin zurückgeschnitten wird und genügend ein- und zweijährige Triebe vorhanden sind.

Auswahl und Vorbereitung der Stecklinge

Verwenden Sie blütenlose Seitentriebe von etwa 20 cm Länge. Schneiden Sie das untere Ende des Triebes schräg oberhalb eines Blattknotens ab. Entfernen Sie die unteren Blätter, um die Verdunstungsfläche zu verringern und Fäulnisbildung zu vermeiden.

Bewurzelung der Stecklinge

Die Stecklinge können entweder in ein Glas mit Wasser oder direkt in Anzuchterde gesteckt werden. Wenn Sie Anzuchterde verwenden, decken Sie die Stecklinge mit einer transparenten Haube ab, um ein feuchtwarmes Klima zu schaffen. Stellen Sie die Stecklinge an einem hellen, warmen und zugfreien Ort auf. Im Sommer bilden sich die Wurzeln am schnellsten.

Einpflanzen der bewurzelten Stecklinge

Sobald die Stecklinge ausreichend Wurzeln gebildet haben, pflanzen Sie diese in Töpfe mit Kübelpflanzenerde, die mit etwas Langzeitdünger angereichert sein kann. Nutzen Sie Stecklinge aus Triebspitzen, entspitzen Sie diese, um eine bessere Verzweigung und buschigeres Wachstum zu fördern.

Vermehrung durch Teilung

Diese Methode ist besonders für ältere Oleanderpflanzen im Kübel geeignet, um direkt größere Pflanzen zu erhalten.

Vorgehensweise bei der Teilung

Entnehmen Sie den Oleander aus dem Kübel und teilen Sie den Wurzelballen mit einem scharfen Messer. Achten Sie darauf, dass jede neue Pflanze ungefähr die gleiche Anzahl an Trieben hat. Kürzen Sie gegebenenfalls einige Triebe ein. Wässern Sie die geteilten Wurzelballen vor dem Einpflanzen und bereiten Sie die neue Erde mit etwas Langzeitdünger vor.

Vermehrung durch Veredelung

Die Veredelung ist eine anspruchsvollere Methode und wird genutzt, um Pflanzen mit speziellen Eigenschaften zu züchten.

Anwendungsbereich der Veredelung

Veredelung wird oft eingesetzt, um Pflanzen mit höherer Widerstandskraft gegen bestimmte Pilzkrankheiten zu kultivieren oder um Hochstämmchen zu ziehen.

Durchführung der Veredelung

Veredelung kann im Winter durch Kopulation oder im Sommer durch Okulation erfolgen. Beide Techniken erfordern Fachwissen und Geschick, bieten jedoch hohe Erfolgsaussichten, wenn sie korrekt ausgeführt werden.

Vermehrung durch Aussaat

Die Vermehrung durch Aussaat ist weniger sicher, da die Nachkommen nicht unbedingt dieselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze haben.

Gewinnung der Samen

Oleandersamen befinden sich in bohnenartigen Kapselfrüchten, die im Hochsommer reifen. Reife Samen erkennen Sie daran, dass sich die Kapseln öffnen und die Samen freigeben.

Aussaat der Samen

Säen Sie die Samen das ganze Jahr über aus, idealerweise zwischen Februar und April. Weichen Sie die Samen etwa sechs Stunden in Wasser ein und säen Sie sie danach in Aussaaterde. Halten Sie die Erde feucht und die Temperatur zwischen 20 und 26 °C.

Keimen und Pikieren der Sämlinge

Nach vier bis acht Wochen keimen die Samen. Sobald die Sämlinge etwa 8 cm groß sind, können sie in einzelne Töpfe umgepflanzt werden.

Eigenschaften der Nachkommen

Die Blütenfarbe und Wuchsform der Nachkommen können von der Mutterpflanze abweichen. Meist zeigt sich dies erst nach etwa drei Jahren, wenn die Jungpflanzen das erste Mal blühen.

Bilder: beodra / iStockphoto