Gelber Oleander – Samen sind tödlich giftig

Zwar wird die Kübelpflanze mit den hübschen, meist trichterartigen gelben Blüten hierzulande als "gelber Oleander" bezeichnet, hat jedoch botanisch gesehen mit dem echten Oleander (Nerium oleander) lediglich die Pflanzenfamilie sowie die starke Giftigkeit gemeinsam. Während der auch als Schellenbaum bezeichnete gelbe Oleander (Thevetia peruviana) ursprünglich aus Peru stammt und vornehmlich in tropischen Gefilden gedeiht, hat der echte Oleander seine Heimat in den Ländern rund ums Mittelmeer.

Gelber Oleander Aussaat
Schon ein einziger Samen des Gelben Oleander kann einen Menschen umbringen

Vorsicht: schon eine Samenkapsel kann einen Menschen töten!

Alle Teile des Schellenbaums sind stark giftig. Sie enthalten die herzwirksamen Glykoside Thevetin und Neriifolin, die dafür sorgen, dass der Herzschlag sich zunächst verlangsamt und schließlich ganz aufhört. Schon eine einzige Samenkapsel ist potenziell tödlich für einen Menschen! Aber auch Blätter, Triebe sowie der beispielsweise beim Schneiden des Strauches austretende Milchsaft sind stark giftig. Dessen sollte sich jeder, der diese exotische Pflanze mit den hübschen Blüten kultivieren möchte, bewusst sein – insbesondere in Haushalten mit Kindern wird daher von einer Haltung von Thevetia peruviana abgeraten.

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Gelben Oleander aus Samen ziehen

Wer sich von der starken Giftigkeit der Pflanze nicht abschrecken lässt und sich an den überaus hübschen Blüten erfreuen möchte, kann sich den gelben Oleander selbst aus Samen heranziehen. Diese sind problemlos über das Internet, aber auch in manchen gut sortierten Gartenfachmärkten erhältlich. Seien Sie beim Hantieren mit den hochgiftigen Samen sehr vorsichtig und fassen Sie diese unbedingt nur mit Handschuhen an, um eine versehentliche Vergiftung zu vermeiden!

Und so ziehen Sie junge Pflänzchen aus den erhaltenen Samen:

  • Oftmals erhalten Sie keine reinen Samen, sondern Fruchtkapseln.
  • Holen Sie die Samen aus den Fruchtkapseln heraus, jedoch nur mit Handschuhen!
  • Säubern Sie die Samen gründlich mit lauwarmem Wasser.
  • Wässern Sie sie nun für etwa 48 Stunden, ebenfalls in lauwarmem Wasser.
  • Nun befüllen Sie Töpfchen oder Schalen mit Anzuchterde.
  • Pflanzen Sie die Samen etwa ein bis zwei Zentimeter tief ins Substrat hinein.
  • Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht.
  • Sorgen Sie für eine hohe Luftfeuchtigkeit (z. B. im Zimmergewächshaus)
  • sowie für eine gleichbleibend hohe Temperatur von rund 25 °C.
  • Die Keimung erfolgt nach wenigen Wochen.

Tipps

Wer sich für den echten Oleander begeistert, der wird sich vielleicht auch an den Sorten mit gelben Blüten erfreuen. Im Falle von Nerium oleander sind u. a. die Varietäten „Isle of Capri“, „Marie Gambetta“, „Souvenier des Iles Canaries“ sowie „Luteum Plenum“ sehr beliebt.

Text: Ines Jachomowski

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