Oleander-Stecklinge erfolgreich bewurzeln

Oleander selbst zu vermehren ist gar nicht so kompliziert. Besonders einfach funktioniert das Vorhaben mit frisch geschnittenen Stecklingen, die entweder zunächst im Wasser wurzeln oder aber gleich in Anzuchterde gesteckt werden. Damit die Triebe erfolgreich Wurzeln bilden können, sollte es möglichst warm sein - viel Feuchtigkeit (vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit!) ist ebenfalls hilfreich.

Oleander vermehren
Oleander-Stecklinge können im Wasser bewurzelt werden

Wann ist die richtige Zeit zum Schneiden der Stecklinge?

Grundsätzlich lassen sich frisch geschnittene Triebe zwar das ganze Jahr hindurch bewurzeln, allerdings ist die Erfolgsquote während der Sommermonate besonders hoch – vor allem im Juli sowie im August bewurzeln die sowieso mitten im Wachstum steckenden Zweige sehr leicht. Auch das zeitige Frühjahr, kurz vor dem Austrieb, ist ein guter Zeitpunkt für das Schneiden von Stecklingen. Immerhin sind die Pflanzen im April oder Mai ohnehin auf das Ausbilden neuer Triebe und Wurzeln gepolt.

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Oleander-Stecklinge bewurzeln – Schritt für Schritt

Oleander lassen sich auf zwei verschiedene Weisen bewurzeln. Sie können die jungen Triebe zunächst ins Wasser stellen und sie sich dort bewurzeln lassen, bevor Sie sie in Anzuchterde setzen. Allerdings können Sie sich diesen Arbeitsschritt auch sparen und die Stecklinge gleich einpflanzen – dann jedoch ist es sinnvoll, sie zunächst für 24 Stunden in Weidenwasser zu stellen bzw. in Bewurzelungspulver zu tauchen. Erfahrungsgemäß bietet die Wassermethode eine deutlich höhere Erfolgsquote.

  • Schneiden Sie mehrere junge, noch nicht verholzte Triebe.
  • Diese sollten etwa 20 bis 30 Zentimeter lang sein
  • und mindestens drei bis vier Augen aufweisen.
  • Blüten sollten die Triebe nicht haben.
  • Die zu bewurzelnde Schnittstelle sollte möglichst schräg gehalten werden.
  • Entfernen Sie alle Blätter bis auf die obersten zwei bis drei.
  • Stellen Sie die Stängel in ein Gefäß mit Weidenwasser.
  • Die Stecklinge sollten möglichst warm und hell stehen
  • sowie keine Zugluft erhalten.
  • Direkte Sonneneinstrahlung wird jedoch nicht vertragen.
  • Gießen Sie regelmäßig frisches Wasser hinzu, ohne den Gefäßinhalt jedoch komplett auszutauschen.

Die Oleanderstecklinge werden sich nach etwa vier Wochen bewurzelt haben. Jetzt können Sie sie vorsichtig in ein Pflanzgefäß mit Anzuchterde setzen – passen Sie dabei auf, dass Sie die brüchigen Wurzeln nicht beschädigen! – und halten Sie den Steckling schön feucht. Kultivieren Sie ihn am besten noch unter Glas, indem Sie beispielsweise eine abgeschnittene Plastikflasche darüber stülpen. Diese können Sie entweder perforieren oder aber regelmäßig lüften, damit sich keine Schimmelpilze bilden.

Weidenwasser selbst herstellen

Zum erfolgreichen Bewurzeln von Stecklingen benötigen Sie kein teures Bewurzelungspulver, sondern können die Stecklinge auch einfach in selbst hergestelltes Weidenwasser stellen bzw. sie damit gießen. Die enthaltenen Auxine fördern das Wurzelwachstum. Und so bereiten Sie das Wundermittel zu:

  • Schneiden Sie einige junge, noch grüne Weidenzweige.
  • Zerkleinern Sie diese in viele kleine Stücke.
  • Füllen Sie die gestückelten Triebe in ein Kochgefäß
  • und füllen Sie sie mit Wasser auf, bis sie knapp bedeckt sind.
  • Kochen Sie das Ganze nun auf, lassen es etwa fünf Minuten lang köcheln
  • und den Sud dann für 24 Stunden ziehen.
  • Gießen Sie den Sud ab und verwenden Sie ihn anstatt von Gießwasser.

Tipps

Wenn Ihre Oleanderstecklinge nicht wurzeln wollen, so kann dies auch am falschen Wassergefäß liegen: Verwenden Sie zum Bewurzeln immer lichtundurchlässige Gefäße bzw. umwickeln Sie diese mit Alufolie. Wurzeln treiben schließlich im Dunklen und nicht bei hellem Sonnenschein aus.

Text: Ines Jachomowski

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