Hilft Mulchen gegen Moos?

Das Mulchmähen bekommt eine wachsende Bedeutung in der Rasenpflege. Dabei wird das Mähgut klein gehäckselt und auf der Fläche verteilt. Obwohl diese Methode umstritten ist, überwiegen ihre Vorteile. Allerdings ist das Mulchen gegen Moos nicht für jeden Standort geeignet.

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Mulch schützt den Boden vor dem Austrocknen

Artenverschiebung beim Mähen ohne Mulchen

Saatgutmischungen für den Garten bestehen größtenteils aus Samen der Wiesenrispe (Poa pratensis) und weiteren Grasarten, die einen trittbelastbaren Rasen erzeugen. Durch regelmäßiges Mähen werden dem Rasen Nährstoffe entzogen. Die Pflanzen müssen zur Regeneration zusätzliche Nährstoffe aus dem Boden ziehen. Sind nicht genügend Nährstoffe im Substrat vorhanden, verschiebt sich die Artzusammensetzung in Richtung konkurrenzstarker Pflanzen. Dominante Süßgräser wie der Rotschwingel (Festuca rubra) oder Straußgräser (Agrostis) drängen die Wiesenrispe zurück.

Durch die Artverschiebung auf dem Rasen sinkt seine Belastbarkeit. Wiesenrispen bilden dichte Grasteppiche, denen Tritte keine Probleme bereiten. Eine Fläche mit Rotschwingel und Straußgras reagiert empfindlicher auf solche Belastungen. Es entstehen Lücken im Rasen und der frische Grünton verblasst. Die Filzbildung ist vor allem bei Straußgrasrasen hoch. Hier haben Moose beste Wachstumsbedingungen.

Vorteile des Mulchens

Die regelmäßige Zufuhr von Mähgut erhöht den Anteil an organischer Substanz auf dem Boden. Das fördert die Aktivität der Bodenlebewesen, die sich gleichzeitig unter optimalen Temperaturbedingungen gut vermehren können. Sie setzen Nährstoffe aus dem biologischen Material frei und machen sie pflanzenverfügbar. Das regelmäßige Mulchen sorgt für Widerstandsfähigkeit und Konkurrenzstärke. Die Gräser profitieren von den Nährstoffen, die in einem optimalen Mengenverhältnis zur Verfügung stehen. Der Rasen wächst prächtig und erhöht seine Belastbarkeit. Gleichzeitig verhindert eine Nährstoffrückführung die Ausbreitung von Moosen, denn diese Organismen bevorzugen ein nährstoffarmes Substrat.

Weitere Vorteile:

  • Verbesserung der Bodenstruktur
  • Verdunstungsschutz im Sommer
  • kostengünstiger als Dünger aus dem Handel
  • kein zusätzliches Düngen notwendig

Nicht für jeden Standort geeignet

Diese Form der Nährstoffrückführung ist nur für trockene Böden geeignet, auf denen die Mulchschicht schnell verrottet. In sandigen Böden leben weniger Bodenorganismen als in nährstoffreichen Böden, weshalb hier die Mulchschicht nur sehr langsam verrottet. Auf schweren Böden mit schlechter Wasserdurchlässigkeit staut sich Feuchtigkeit, welche die Verrottungsprozesse negativ beeinflusst. Gleiches gilt für Rasenflächen in schattiger Lage. Auf diesen Standorten ist Mulchen nur sinnvoll, wenn Sie auf trockene Witterung achten und den Rasen vorher auf zwei Zentimeter kürzen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: romarti/Shutterstock
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