Rasenpflege: Einfach mähen oder umweltfreundlich mulchen

Über das Für und Wider des sogenannten Mulchmähens wird ja von Rasenprofis und Hobbygärtnern seit vielen Jahrzehnten sehr kontrovers debattiert. Vom traditionellen Rasen schneiden unterscheidet sich diese Art des Mähens lediglich dadurch, dass unser Schnittgut nicht wie üblich im Fangkorb, sondern wieder extrafein gehäckselt, auf der grünen Wiese landet. Motivation der Hobbygärtner zu dieser Art der „Abfall“-Beseitigung:

Rasen mulchmähen
Beim Mulchmähen bleibt der Rasenschnitt auf dem Rasen liegen
  • Die Feuchtigkeit bleibt im Boden.
  • Der Rasen wird auf natürliche Art gleich wieder frisch gedüngt.

Mulchen macht also den Rasen fit?

Stimmt nicht, sagen die einen. Es bildet sich Rasenfilz, der die gesamte Fläche in kürzester Zeit unansehnlich machen würde. Also musste ein Forscherteam ran, das sich als Ziel gestellt hatte, eine 2.000 m2 große Grünlandfläche über einen Zeitraum von drei Jahren akribisch genau zu beobachten und wissenschaftlich zu untersuchen. Versuchsleiter Prof. Dr. Karl-Ernst Schönthaler und seine Männer vom Institut für Landschaftsentwicklung der Universität für Bodenkultur in Wien haben die Fläche geteilt und jeweils die Hälfte mit traditionellen bzw. Mulch-Rasenmähern gepflegt.

Wo entsteht denn nun der Rasenfilz?

Vorab die wichtigste Erkenntnis aus diesem Langzeittest: Die Bildung des gefürchteten Rasenfilzes konnte beim Mulchmähen nicht bestätigt werden. Das Gegenteil war der Fall, denn auf der mit Fangkorb gemähten Fläche wurde eine beachtliche Verschiebung der Gräserarten (Abnahme der Wiesenrispe und Zunahme von Rotschwingel) beobachtet, was wiederum die Rasenfilzbildung in besonderer Weise begünstigt! Es gelang also, nicht nur das lang gehegte Vorurteil gegen die Mulchrasenmäher wissenschaftlich überzeugend zu entkräften, sondern auch noch einige bis dahin ungeahnte Vorteile herauszuarbeiten, wie beispielsweise die folgenden Fakten:

Gemulchter Rasen ist frischer, vitaler und kostet weniger Zeit

  • Einsparung von 30 bis 40 Euro/100 m2 an Kosten für Düngemittel;
  • Mehr Mähgänge als beim Fangkorbmähen erforderlich (21 statt 17), aber insgesamt dennoch eine Zeitersparnis beim Mulchen von 20 Prozent;
  • 40 Prozent höhere Aktivität der Bodenlebewesen und bessere Zersetzung des Mähguts durch Mikroorganismen;
  • Unproblematische Schnittgutentsorgung

Unser Tipp zum Mulchen

  • Der Mulchmäher sollte immer so zum Einsatz kommen, dass maximal ein Drittel von den Rasenhalmen abgeschnitten werden muss. Ansonsten sind mehrere Mähgänge erforderlich, um auf eine Rasenhöhe von 30 bis 40 Millimeter auf der gesamten Fläche zu kommen.
  • Beim Mulchen immer darauf achten, dass der Rasen möglichst trocken ist, da er ansonsten leicht zur Klumpenbildung neigt und nicht gleichmäßig auf der Grasnarbe verteilt wird.
Text: Gartenjournal.net
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Rating: 0/5. 0 Stimmen

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.