Rasenmäher mulchen

So gehen Rasenmähen und Mulchen Hand in Hand

Die organische Nährstoffversorgung des Rasens durch Mulchen wurde unter Hobbygärtnern lange Zeit kontrovers diskutiert. Bemängelt wurden insbesondere die optische Beeinträchtigung und die Gefahr von Rasenfilz. Wie modernes Mulchmähen das Problem ganz einfach löst, erfahren Sie hier.

So arbeitet ein Rasenmäher mit Mulchfunktion

Ein klassischer Rasenmäher ist ausgestattet mit einem Grasfangkorb, um das Schnittgut einzusammeln und zu entsorgen. Auf diese Weise verliert der Rasen mit jedem Mähen einen Teil wertvoller Nährstoffe. Nicht so bei einem Mäher mit Mulchfunktion. Dieses Gerät arbeitet nach folgendem Prinzip:

  • Das abgeschnittene Gras wird nicht aufgefangen
  • Stattdessen fällt das gehäckselte Schnittgut als Mulch zurück auf die Grasnarbe
  • Die im Grasschnitt enthaltenen Nährstoffe werden somit dem Rasen wieder zugeführt

Ein Rasenmäher zum Mulchen ist ausgestattet mit einem zweiten Schneidwerk oder verfügt über eine besonders geformte Klinge, die das Schnttgut in winzige Partikel zerkleinert. Neuere Geräte leiten das Gras mithilfe eines speziellen Luftstroms wiederholt durch den Messerbereich. Wichtigste Voraussetzung für ein gelungenes Mulchmähen ist ein trockener, kurzer Rasen. Daraus resultiert ein regelmäßiges Mähen von durchschnittlich 20 Mal pro Saison.

Mähen und organisch düngen zur gleichen Zeit

Während in der Landwirtschaft schon längst Mulchmähen für die natürliche Nährstoffversorgung gang und gäbe ist, widerstrebte diese Technik Hobbygärtnern für ihren Zierrasen. In erster Linie wurde befürchtet, dass ein gepflegtes Erscheinungsbild unter einer Mulchschicht nicht möglich ist. Darüber hinaus argwöhnten die Kritiker eine verstärkte Bildung von Rasenfilz. Eine aktuelle Untersuchung brachte stattdessen folgendes Ergebnis zutage:

  • Der Rasen erhält eine regelmäßige Düngung in durchschnittlich 20 kleinen Portionen
  • Es entwickelt sich eine sattgrüne, vitale Grasnarbe
  • Auf zusätzliche Gabe von Düngemitteln kann verzichtet werden
  • Das Mengenverhältnis der Grasarten bleibt erhalten für eine harmonische Grünfläche
  • Das dichte Wachstum unterdrückt wirksam Moos und Unkraut

Der finanzielle Aspekt ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Da Sie keine Düngemittel kaufen müssen, sparen Sie pro Jahr etwa 30-35 Euro pro Quadratmeter ein.

Vor- und Nachteile im Überblick

Im Rahmen einer dreijährigen Versuchsreihe des Wiener Instituts für Landschaftsentwicklung der Universität für Bodenkultur, konnten eine Reihe von Vorurteilen gegenüber dem Mulchmäher ausgeräumt werden. Gleichwohl bleiben einige Bedenken nach wie vor bestehen. Der folgende Überblick zu den Vor- und Nachteilen schafft Transparenz:

Vorteile Nachteile
Keine Entsorgung des Schnittguts mehr Häufiges Mähen erforderlich
Verabreichung von Langzeitdünger entfällt Bestes Ergebnis nur bei kurzem Rasen
Keine Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser Mögliche Verklumpung bei nassem Rasen
Vitalisierung von Bodenorganismen Aufwändiger in der Wartung
Einsparung von Zeit und Geld  
Gräserstruktur bleibt erhalten  
Verringertes Moos- und Unkrautwachstum  

Tipps & Tricks

Bei der Anschaffung eines Rasenmähers mit Mulchfunktion sollte sich die Schnitthöhe flexibel einstellen lassen, möglichst über die normalen 15 bis 30 Millimeter hinaus. Ist der Rasen beispielsweise nach dem Urlaub sehr hoch, funktioniert das Mulchmähen nur, wenn stufenweise auf 3-4 Zentimeter geschnitten werden kann.

Text: Paula Jansen

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