Monstera: Die besten Pflegetipps

Monstera deliciosa, wegen der typischen Form ihres Laubes auch als Fensterblatt oder Fünffingerblatt bezeichnet, gehört zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Die Beliebtheit des oft auch fälschlicherweise als Philodendron oder Baumfreund bezeichneten Kletterpflanze erklärt sich vor allem durch die imposante Größe sowie die riesigen, glänzend grünen Blätter. Bei guter Pflege kann die Monstera sogar Blüten und auch Früchte entwickeln.

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Die Monstera ist eine beliebte Zimmerpflanze

Herkunft und Verbreitung

Monstera deliciosa ist eine Art der rund 50 weitere Arten umfassenden Gattung Monstera (Fensterblätter) innerhalb der Familie der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Ihre Heimat hat die beliebte Zimmerpflanze mit den großen, auffällig geschlitzten Blättern in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Hier keimt die Pflanze zunächst am Boden, um dann entlang der gewaltigen Stämme bis hoch hinaus in die riesigen Kronen der Urwaldriesen zu klettern.

Wie viele Arten dieser Gattung es tatsächlich gibt, kann niemand so genau sagen. Die Schätzungen belaufen sich auf rund 30 bis sogar 60 verschiedene Varianten, wobei einige – darunter insbesondere die bei uns so beliebte Monstera deliciosa – sich in klimatisch günstigen Gebieten rasant ausbreiten und teils sogar durch menschliche Hand bekämpft werden müssen. So finden sich ausgewilderte, invasive Vorkommen beispielsweise im Süden der USA, aber auch in Indien und anderen asiatischen Ländern, in Australien sowie in manchen Regionen des westlichen Mittelmeers wie Marokko oder Portugal.

Verwendung

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhundert gelangten die ersten Exemplare von Monstera deliciosa von Mexiko nach Europa. Wenige Jahrzehnte später war die Art bereits in zahlreichen europäischen Gärtnereien in Kultur. Ihre Blütezeit als Zimmerpflanze normaler Menschen hatte die Monstera in den 1970er und 1980er Jahren, allerdings ist seit einigen Jahren eine erneute Rückbesinnung auf diese pflegeleichte und attraktive Blattschmuckpflanze zu spüren. Das Fensterblatt ist jedoch nicht nur als Blattschmuckpflanze fürs heimische Wohnzimmer interessant, ihr stilisiertes Blatt findet sich ebenso als Kunst- und Dekoobjekt auf zahlreichen Gegenständen wieder.

Aufgrund ihrer tropischen Herkunft eignet sich die Monstera ausschließlich als Zimmerpflanze bzw. wird in tropischen Wintergärten und Gewächshäusern kultiviert.

Aussehen und Wuchs

An ihrem natürlichen Standort erreicht die Kletterpflanze, denn um eine solche handelt es sich bei der Monstera, problemlos die höchsten Baumkronen. In Kultur wächst das Fensterblatt dagegen aufrecht bis etwa drei Meter Höhe. Charakteristisch sind zudem die langen Luftwurzeln, mit deren Hilfe sich die Pflanze an beliebigen Unterlagen verankert. Dabei kann es sich um andere Pflanzen wie die bereits erwähnten Urwaldbäume handeln, aber auch um Felswände oder bei Zimmerkultur um spezielle Kletter- und Rankhilfen. Sobald die Luftwurzeln auf Erde stoßen, dringen sie dort ein und verankern sich darin. Anschließend übernehmen sie die ganz normale Funktion von Wurzeln und nehmen Wasser sowie Nährstoffe auf. Die fleischigen, ebenfalls sehr langen Triebe der Monstera hingegen sind von allein nicht standfest und benötigen eine Stütze.

Welche Rankhilfe eignet sich für die Monstera?

Damit die Pflanze auch im Wohnzimmer ihrem natürlichen Wuchsverhalten nachgehen kann, braucht sie eine zuverlässige Rankhilfe. Natürlich können Sie ihr eine solche aus Holz oder Metall anbieten, wobei ihre Luftwurzeln an deren glatter Oberfläche nicht immer sicheren halt finden. Besser geeignet ist ein so genannter Moosstab, den Sie in jedem Bau- oder Gartenfachmarkt kaufen können. Dabei handelt es sich oft um einen dicken Stab aus Kunststoff oder einem anderen robusten Material, der mit Kokosfasern oder eben Moos umwickelt ist.

Alternativ leiten Sie die Luftwurzeln einfach in das Substrat um, wo sie wie ganz normale Wurzeln anwachsen und ihrer Funktion zur Versorgung der Pflanze mit Wasser und Nährstoffen nachkommen. Nur abschneiden dürfen Sie diese Wurzeln nicht.

Blätter

Vor allem ihrer bis zu 50 Zentimeter langen und sehr breiten, schildförmigen Blätter wegen wird die Monstera als dekorative Zimmerpflanze kultiviert. Das attraktive Blattschmuckgewächs entwickelt zunächst herzförmige, ganzrandige und hellgrün gefärbte Blätter, die ihre charakteristischen Durchbrüche an den Blatträndern und -flächen sowie die glänzende, dunkelgrüne erst später erhalten. Die dicken, lederartigen Blätter besitzen dieses außergewöhnliche Aussehen wahrscheinlich, weil die Schlitze und Durchbrüche die Lichtaufnahme von in schattigeren Bereichen des Regenwaldes liegenden Pflanzenteilen verbessern.

Auch die Blattstiele des Fensterblatts weisen eine spezifische Besonderheit auf: Die auffallend kräftigen und langen Blattstiele sind häufig nach unten abgewinkelt („gekniet“ wie der Botaniker sagt), so dass sich die Pflanze mit dieser zusätzlichen Rankhilfe an den Ästen und Trieben anderer Pflanzen regelrecht festhaken kann.

Blüten und Früchte

Bei guter Pflege und optimalen Bedingungen können ältere Exemplare des Fensterblatts auch in Zimmerkultur Blüten ausbilden. In der Regel geschieht dies bei Pflanzen, die mindestens zehn Jahre alt sind. Die Blüte sieht der von Spathiphyllum oder Anthurium sehr ähnlich, immerhin handelt es sich um verwandte Arten. Es bildet sich ein gelblicher, langgestielter Blütenkolben heraus, der von einem großen, weißen Hüll- bzw. Hochblatt umgeben ist. Diese Blütenform ist typisch für Ahornstabgewächse (Araceae). Später entwickeln sich daraus violette Beeren, die in manchen Ländern als schmackhafte Delikatesse gelten. Tatsächlich sind die Früchte von Monstera essbar, doch empfindsame Personen sollten sich mit dem Genuss zurückhalten: Die in den Beeren enthaltenen Calciumoxalatnadeln können die Rachenschleimhaut reizen.

Die Art Monstera deliciosa – was auf Deutsch so viel „Köstliches Fensterblatt“ bedeutet, trägt ihren Namen nicht ohne Grund. Sie bildet längliche, Maiskolben nicht unähnliche, grüne Früchte aus, die essbar sind und ein wenig nach Ananas schmecken. Diese tragen den scherzhaften Namen „Ananasbananen“ und werden vor allem in Urlaubsländern wie Madeira häufig auf Märkten verkauft. Da diese Früchte ähnlich wie Rhabarber sehr viel Oxalsäure enthalten, ist beim Genuss Vorsicht geboten. Nicht jeder verträgt größere Mengen dieses Stoffes, der die Schleimhäute sowie den Verdauungstrakt reizen kann. In Wohnzimmerkultur entwickeln sich in der Regel keine Früchte.

Giftigkeit

Abgesehen von den Früchten sind alle Teile der Monstera – von Blättern über Wurzeln bis hin zu den Blüten – giftig und sollten daher nicht verzehrt werden. Neben Oxalsäure und Calciumoxalat-Kristallen enthält die Kletterpflanze u. a. auch Resorcin und verschiedene Scharfstoffe. Vergiftungserscheinungen, angefangen von Haut- und Schleimhautreizungen bis hin zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, treten nach dem Verzehr sowohl bei Mensch als auch bei Tieren auf. Um Gefährdungen zu vermeiden, gehört die Monstera nicht in die Reichweite von kleinen Kindern und Haustieren wie Hunde, Katzen, Nagern oder auch Vögeln.

Des Weiteren kann der Pflanzensaft allergische Reaktionen verursachen, weshalb Sie bei Pflegearbeiten (z. B. einem Rückschnitt) stets Handschuhe tragen sollten.

Welcher Standort ist geeignet?

Wie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet auch fühlt sich das Fensterblatt in halbschattigen bis absonnigen Bereichen am wohlsten. Direkte Sonne – vor allem die pralle Mittagssonne – schädigt die attraktiven, grünen Blätter nachhaltig und ist daher zu vermeiden. Lediglich am frühen Morgen sowie am Abend sorgen ein paar Sonnenstrahlen dafür, dass sich die Monstera noch wohler fühlt. Im Sommer kann das Gewächs bei Temperaturen von mehr als 20 °C auch auf den Balkon oder die Terrasse, sofern es dort geschützt genug ist. Die Temperatur sollte sommers wie winters nicht unter 18 °C fallen.

Bei der Standortwahl sollten Sie neben dem Lichtbedarf auch die voraussichtliche Endgröße der Monstera beachten. Diese Pflanze braucht sehr viel Platz und sollte am besten schon von Anfang an dort stehen, wo sie dauerhaft und ungestört viele Jahre bleiben kann. Planen Sie hierfür ausreichend Raum sowohl in der Höhe als auch in der Breite ein: Ein aufgrund von Platzmangel (oder anderen Gründen) erfolgter Standortwechsel behagt dem Fensterblatt überhaupt nicht. In dieser Hinsicht ist das Gewächs eine Diva und sollte entsprechend in Ruhe gelassen werden.
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Substrat

Auch hinsichtlich der Beschaffenheit des Substrates fühlt sich die Monstera in einer ihren natürlichen Standortbedingungen entsprechenden Erde am wohlsten. Optimal ist ein humusreiches, lockeres sowie schwach saures bis neutrales Substrat, das Sie entweder selbst anmischen oder kaufen. Gut eignet sich eine hochwertige Rhododendronerde auf Kompost- statt Torfbasis. Alternativ mischen Sie zwei Drittel handelsübliche Komposterde mit einem Drittel Kokohum oder auch Perlite.

Hydrokultur

Neben der klassischen Erd- können Sie die Monstera problemlos auch in Hydrokultur pflegen. Setzen Sie die Pflanze hierzu in Vermiculite oder Blähton und verwenden Sie einen speziellen Topf mit Wasserstandsanzeige. Das Pflanzsubstrat sollte alle ein bis zwei Jahre erneuert werden, da sich Kalk und andere Ablagerungen darin sammeln.

Monstera richtig pflanzen

Pflanzen Sie die Monstera am besten von vornherein in einen großen Topf, damit ihre Wurzeln ausreichend Platz haben. Das Pflanzgefäß sollte mindestens zwei Fingerbreit Raum zwischen Topfwand und Wurzelballen lassen. Außerdem verwenden Sie möglichst einen Topf mit einem Abflussloch, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann und Staunässe gar nicht erst entsteht. Gepflanzt wird wie folgt:

  • Abflussloch mit Tonscherben abdecken
  • einen Teil des Substrats einfüllen
  • Wurzelballen mit den Fingern auflockern
  • Pflanze mittig in das Gefäß setzen
  • Luftwurzeln vorsichtig mit in den Topf führen
  • dabei nicht knicken oder anderweitig verletzen
  • mit Substrat auffüllen
  • gut angießen

Die Monstera sitzt richtig im Pflanzgefäß, wenn die Wurzeln etwa zwei bis drei unter der Oberfläche liegen.

Umtopfen

Jüngere Exemplare der Monstera sollten aufgrund ihres schnellen Wachstums jährlich umgetopft werden, ältere Pflanzen brauchen dagegen etwa alle zwei bis drei Jahre frisches Substrat. Der beste Zeitpunkt für dieses Vorhaben ist das Frühjahr.
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Monstera gießen

Am wohlsten fühlt sich die Monstera, wenn das Substrat stets leicht feucht, aber nicht ständig nass ist. Zwar hat die Regenwaldpflanze vor allem in den warmen Sommermonaten einen hohen Wasserbedarf, verträgt jedoch, wie die meisten anderen Pflanzen auch, keine dauerhafte Staunässe. Gießen Sie sie zwischen April und Oktober also regelmäßig, aber immer erst dann, wenn die oberste Schicht des Substrats bereits abgetrocknet ist. In den Wintermonaten zwischen November und März können Sie hingegen viel sparsamer wässern, da die Monstera in dieser Zeit weniger Wasser braucht.

Neben der regelmäßigen Versorgung mit Wasser braucht die Monstera zudem eine Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit, die häufig vor allem im Winter nicht gegeben ist. Um dem abzuhelfen, besprühen Sie die Pflanze regelmäßig mit Wasser oder stellen sie in eine mit Steinen und Wasser gefüllte Schale.
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Monstera richtig düngen

Wie nahezu alle Regenwaldpflanzen hat auch die Monstera einen recht hohen Nährstoffbedarf und sollte daher regelmäßig gedüngt werden. Verabreichen Sie ihr zu diesem Zwecke zwischen April und September ungefähr alle zwei Wochen zusammen mit dem Gießwasser einen flüssigen Grünpflanzendünger. Alternativ können Sie auch einen Langzeitdünger, beispielsweise in Stäbchenform, verwenden. In den übrigen Monaten zwischen Oktober und März setzen Sie die Düngung dagegen aus.

Monstera wirft Blätter ab / bekommt braune Blätter, was tun?

Bekommt die Monstera plötzlich braune Blattränder, so steckt häufig eine Überdüngung dahinter. Diese entsteht, wenn Sie das Düngemittel nicht entsprechend der Herstelleranweisungen oder unverdünnt verabreichen. Topfen Sie die Pflanze in frisches Substrat und wenden Sie die Angaben des Herstellers unbedingt an. Wirft das Fensterblatt hingegen ihr Laub ab, kann ein Nährstoffmangel die Ursache sein.
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Monstera richtig schneiden

Im Grunde muss die Monstera nicht zurückgeschnitten werden, lediglich kranke oder abgestorbene Blätter sollten Sie entfernen. Da die Pflanze jedoch in kurzer Zeit sehr hoch werden kann, empfiehlt sich bei Bedarf eine Wuchsbegrenzung. Zu diesem Zweck kürzen Sie einfach den Haupttrieb ein, die Seitentriebe können ebenfalls in Form gebracht werden. Das Fensterblatt verholzt nicht, ist sehr schnittverträglich und kann das ganze Jahr hindurch gekappt werden. Einziger Nachteil: Wird die Monstera zurückgeschnitten, bildet sie keine Blüten aus.
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Monstera vermehren

Das bei einem Rückschnitt anfallende Schnittgut können Sie wunderbar zum Vermehren dieser hübschen Pflanze verwenden. Hierzu eignen sich sowohl Kopf- als auch Triebstecklinge sowie Stammstücke, sofern diese mindestens eine Knospe aufweisen. Stecklinge sollten jedoch immer Luftwurzeln besitzen, da sich an diesen die neuen Wurzeln ausbilden. Sie können die Pflanzenstücke sowohl im Wasserglas als auch in nährstoffarmer Anzuchterde bewurzeln.
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Krankheiten und Schädlinge

Die Monstera ist eine robuste und pflegeleichte Zimmerpflanze, die selten von Schädlingen oder Krankheitserregern befallen wird. Krankheitszeichen gehen oft auf Pflegefehler zurück und verschwinden, sobald Sie die Ursache beseitigen. Braune Blätter, insbesondere an den Rändern, sowie auch gelbe Verfärbungen weisen in der Regel auf eine zu nasse Haltung oder eine fehlerhafte Düngung hin. Da sich neu ausgetriebene Blätter erst mit der Zeit teilen, stellt die ausbleibende Blattteilung ebenfalls ein Krankheitszeichen dar: Hier behagt der Monstera oft der zu dunkel gewählte Standort nicht.

Tipps

Wenn Sie in den Sommerurlaub fahren, können Sie dank der Luftwurzeln für die Monstera eine einfache Bewässerung selbst basteln: Hierzu brauchen Sie lediglich die Luftwurzeln in ein mit Wasser gefülltes Behältnis umleiten.

Arten und Sorten

Als Zimmerpflanze wird in der Regel ausschließlich die Art Monstera deliciosa kultiviert, die es auch in folgenden interessanten Kultursorten gibt:

  • ‚Variegata‘: hat auffällig panaschierte Blätter und braucht mehr Licht als die rein grüne Art
  • ‚Borsigiana‘: bildet eher schmale und weniger durchbrochene Blätter aus

Beide genannten Sorten wachsen langsamer als die Ursprungsform, wobei ‚Variegata‘ neben einem hellen Standort auch mehr Wärme braucht.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Shebeko/Shutterstock

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