Was ist der Unterschied zwischen Monstera und Philodendron?

Sie entstammen beide den Urwäldern Südamerikas und begeistern seit Generationen als immergrüne Zimmerpflanzen. Monstera und Philodendron sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. So ist es keine Seltenheit, dass ein Fensterblatt im Handel kurzerhand als Philodendron etikettiert wird. Gleichwohl gibt es Unterschiede zwischen den beiden exotischen Schmuckpflanzen, die Hobbygärtner nicht ignorieren sollten. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Philodendron Monstera
Die Blätter des Philodendron (links) und der Monstera (Mitte) ähneln sich zwar, lassen sich aber unterscheiden

Philodendron mag nicht immer klettern und seine Blätter fenstern

Monstera und Philodendron werden beide der Familie der Aronstabgewächse (Araceae) zugeordnet und sind folglich miteinander verwandt. Dennoch handelt es sich um zwei verschiedene Gattungen, da sich die Pflanzen unter anderem in ihrem Wachstum deutlich unterscheiden. Die wichtigsten Merkmale haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Monstera-Arten sind ausschließlich Kletterpflanzen
  • Philodendron-Arten gedeihen als Kletterpflanzen, Sträucher und Bäume gleichermaßen
  • Am adulten Fensterblatt sind die Blätter stets tief eingeschnitten, häufig zusätzlich gelocht
  • Philodendren-Blätter sind mannigfaltig geformt, von ei- bis lanzenförmig, häufig ganzrandig, selten geschlitzt

Einige der beliebtesten Philodendren für die Zimmerkultur fallen auf mit ledrigen Blättern, deren Unterseite rötlich schimmert. Im Gegensatz dazu ist das Laub am Fensterblatt glänzend grün auf beiden Seiten.

Blüten und Früchte ähneln sich nur vordergründig

Wo sich die beiden Urwald-Pflanzen wohl fühlen, überraschen sie im fortgeschrittenen Alter mit ihren Blüten. Wie für Aronstabgewächse typisch, werden die Kolben umhüllt von cremeweißen Hochblättern. Hier enden die Gemeinsamkeiten, denn es gibt folgende, gravierende Unterschiede:

  • Fensterblatt-Blüten sind zwittrig, mit männlichen und weiblichen Blütenteilen
  • Philodendron-Blüten sind einhäusig, wobei männliche und weibliche Blüten räumlich getrennt gedeihen
  • Fensterblatt-Blüten verströmen einen dezenten Duft
  • Philodendron-Blüten stinken nach Aas, um im Urwald die richtigen Bestäuber anzulocken

Damit ein Philodendron als Zimmerpflanze nach der Blüte Früchte trägt, ist somit eine manuelle Bestäubung erforderlich. Obschon sich die Kolben-förmigen Früchte optisch ähneln, gibt es eine wichtige Abweichung. Die reife Frucht einer Monstera deliciosa ist für den Verzehr geeignet, wohingegen die giftige Frucht eines Philodendron erhebliche Übelkeit verursachen kann.

Monstera filtert das Wasser – Philodendron reinigt die Atemluft

Neben ihrem prachtvollen Erscheinungsbild, machen sich beide Pflanzengattung in Zimmerkultur auf verschiedene Weise nützlich. Das Fensterblatt entwickelt lange Luftwurzeln, die Wasser und Nährstoffe aufnehmen sowie als Haftorgane fungieren. Ranken diese Luftwurzeln in ein Aquarium, filtern sie hier Nitrat und Nitrit aus dem Wasser, was den Fischen sehr behagt.

Ein Philodendron vermag, über seine mächtigen Blätter giftige Stoffe aus der Atemluft zu filtern. Daher ist der Baumfreund auch gerne gesehen in Büroräumen, um dort Kohlenmonoxid, Formaldehyd und Benzol aufzunehmen.

Tipps

Ungeachtet ihrer teils gravierenden Unterschiede, ziehen Monstera und Philodendren in puncto Standort und Pflege an einem Strang. Beide Pflanzengattungen lieben einen halbschattigen, warmen Platz mit hoher Luftfeuchtigkeit. Am liebsten werden sie mit kalkfreiem Wasser gegossen und regelmäßig mit einem sanften Sprühnebel verwöhnt.

Text: Paula Jansen
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