Die verschiedenen Melonenarten und ihr Anbau

Zuckermelonen und Wassermelonen gehören botanisch zur Gruppe der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Allerdings sind die Zuckermelonen (Cucumis melo) botanisch näher mit den Gurken verwandt, als mit der Familie der Wassermelonen (Citrullus lanatus).

Melonenarten

Herkunft und Verbreitung von Melonen

Grundsätzlich ist der Ursprung aller Melonenarten laut Botanikern irgendwo auf dem afrikanischen Kontinent zu suchen. Als eine Urform der Wassermelone gilt heute gemeinhin die sogenannte Tsamma-Melone, deren Vertreter noch heute teilweise als Wildpflanzen in verschiedenen Gebieten Afrikas zu finden sind. In dem Umstand, dass die Früchte dieser Pflanzen ein relativ bitteres Fruchtfleisch und viele große Samenkerne haben, liegt der Grund für die heute so weitläufige Verbreitung von Melonen rund um den Erdball. Schließlich dienten die Früchte in früheren Jahrhunderten Seefahrern als bedingt haltbarer Proviant, da man die Samen geröstet verzehren oder Mehl daraus gewinnen konnte. So gelangten Melonen nach einer frühen Ausbreitung in Ägypten, Persien und Kleinasien auch in folgende Länder:

  • Nordamerika
  • Mittel- und Südamerika
  • Ostasien

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Grundsätzliche Anforderungen bei der Pflanzung und Pflege von Melonen

Beim Anbau von Melonen im eigenen Garten oder im Gewächshaus sollte auf den Wärme- und Flüssigkeitsbedarf der Pflanzen geachtet werden. Da viele Melonenarten bei tropischen und subtropischen Temperaturen in südlichen Ländern angebaut werden, sollten Sie hierzulande auf einen möglichst vollsonnigen und windgeschützten Standort achten. Außerdem sollte der Boden nicht zu kalkhaltig und möglichst durchlässig sein, damit es zu keiner Bildung von Staunässe an den empfindlichen Wurzeln kommt.

Das Vorziehen von Melonen im Haus

Eigentlich alle Melonenarten sollten für einen Anbau in Mitteleuropa auf der Fensterbank oder in einem Gewächshaus vorgezogen werden, damit die kurze Sommersaison bestmöglich für die Pflege der Pflanzen bis hin zur Ernte vollreifer Früchte genutzt werden kann. Dafür stecken Sie einfach zwei bis drei Samenkerne in einen kleinen Topf. Sie können sich viel Ärger mit eingegangenen Jungpflanzen ersparen, wenn Sie die Samen gleich in verrottbare Pflanztöpfe aussäen. So ersparen Sie den empfindlichen Wurzeln mit dem sich erübrigenden Pikieren einen kritischen Punkt in ihrer Entwicklung. Das Auspflanzen sollte erst ab etwa Mitte Mai erfolgen, da junge Melonenpflanzen sehr empfindlich gegenüber Nachtfrösten sind. Außerdem empfiehlt es sich bei vollsonnigem Wetter, die im Haus gezogenen Pflanzen zunächst stundenweise an das pralle Sonnenlicht zu gewöhnen.

Verschiedene Melonenarten im Überblick

Grundsätzlich wird zwischen den Wassermelonen und den Zuckermelonen unterschieden. Da manche Zuckermelonenarten wie die Charentais Melone nur etwa faustgroße Früchte hervorbringen, sind diese manchmal auch für einen Anbau auf dem Balkon geeignet.

Die Wassermelone und ihre Besonderheiten

Unter den verschiedenen Melonensorten zählt die Wassermelone zu den Melonen, die hierzulande besonders häufig im Freiland, im Topf oder im Gewächshaus angebaut werden. Während sich die große Sorte Crimson Sweet mit ihren bis zu 15 Kilogramm schweren Früchten für das Beranken von sonnigen Hanglagen eignet, kann die kleinere und aromatisch süße Dugar Baby auch auf dem Balkon oder im Gewächshaus gut angebaut werden.

Rund um die Honigmelone

Die Honigmelone wird aufgrund eines ihrer Hauptanbaugebiete und ihrer leuchtend kräftigen Farbe teilweise auch als „Gelbe Kanarische“ bezeichnet. Vollreife Früchte verströmen einen leicht süßlichen Duft, der allerdings nicht zu aufdringlich sein sollte, da es sich sonst um ein überreifes Exemplar handelt. Die Honigmelone wird außer auf den Kanaren auch in folgenden Herkunftsländern angebaut:

  • Iran
  • China
  • Brasilien

Die Früchte sind wie alle Melonensorten nur begrenzt lagerfähig und werden gerne zusammen mit Schinken als Appetithäppchen serviert.

Weitere Zuckermelonen und deren Eigenschaften

Die Zuckermelonen werden grundsätzlich in drei Gruppen unterteilt, wobei die Gruppe der Wintermelonen sich dadurch auszeichnet, dass deren Früchte nach der Ernte nicht nachreifen. Zu den Wintermelonen zählen Melonensorten wie die Gelbe Kanarische, Tendral und Piel de Sapo. Netzmelonen reifen dagegen auch nach der Ernte noch etwas nach und zeichnen sich durch einen aromatischen Duft aus. Zu den Netzmelonen zählen Melonensorten wie Honey Dew oder die äußerst beliebte Galia Melone. Als dritte Untergliederung der Zuckermelonen gelten die sogenannten Cantaloupe Melonen, hierzu zählen außer der bekannten Zuchtsorte Charentais aus Südfrankreich auch die Pflanzen und Früchte der Unterart Ogen. Alle Zuckermelonen halten sich in angeschnittenem Zustand meist noch etwa drei bis sieben Tage im Kühlschrank. Allerdings sind Zuckermelonen aufgrund der geringeren Größe meist einfacher zu verbrauchen als Wassermelonen.

Tipps & Tricks

Grundsätzlich lassen sich aus den Samen der meisten handelsüblichen Melonensorten auch Jungpflanzen auf der Fensterbank oder im eigenen Garten ziehen. Allerdings müssen diese Samenkerne zunächst von jeglichem Fruchtfleisch gereinigt werden, damit sie nicht noch vor oder während der Keimphase verschimmeln.

WK

Text: Alexander Hallsteiner

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