Lobelie pflanzen und pflegen

Einen wunderbaren Sommer lang verwandeln Lobelien das Beet und den Balkon in ein farbenprächtiges Blütenmeer. Um dieses Schauspiel live auf der eigenen Gartenbühne zu erleben, bewegt sich der gärtnerische Aufwand auf überschaubarem Niveau. Die häufigsten Fragen rund um die Kultivierung erhalten hier eine praxisnahe Antwort.

Lobelia
Die Lobelie braucht einen Platz in der Sonne

Pflegetipps

Die fachgerechte Pflege von Lobelien basiert auf einem ausgewogenen Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie einem Schnitt zur rechten Zeit. So machen Sie es richtig:

  • Bei sommerlicher Trockenheit gießen, eventuell am Morgen und am Abend
  • Nicht Überkopf beregnen, sondern mit der Tülle an die Wurzeln gießen
  • Ab Mai alle 2 Wochen flüssig düngen
  • Verwelkte Blüten ausputzen oder den gesamten Flor nach der ersten Blüte um ein Drittel abschneiden

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Sofern Sie eine der seltenen Stauden-Lobelien pflegen, erhalten diese einen Winterschutz auf Laub, Stroh, Reisig oder Gartenvlies. In milden Lagen kann das Experiment gelingen, die südafrikanischen Schönheiten sicher durch die kalte Jahreszeit zu geleiten.
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Welcher Standort ist geeignet?

Aus den sonnendurchfluteten Regionen Südafrikas fanden die Lobelien den Weg in unsere Gärten. Damit sie sich hier heimisch fühlen, favorisieren die Schönheiten einen sonnigen, warmen Standort ohne pralle Sonne am Mittag. Während kleinwüchsigen Männertreu der eine oder andere Windstoß nichts ausmacht, empfehlen wir für hoch aufragende Lobelien-Arten eine windgeschützte Lage.
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Der richtige Pflanzabstand

Abgestimmt auf die gewählte Lobelien-Art und Sorte, variiert der Pflanzabstand. Arrangieren Sie bis zu 20 cm große Männertreu in einem Abstand von 10 bis 12 cm. Für mittelgroße Lobelien bis 60 cm Wuchshöhe empfehlen wir einen Pflanzabstand von 30 cm. Majestätische Stauden-Lobelien mit einer Höhe von bis zu 90 cm, gedeihen in einer Distanz von 45 cm ausgezeichnet.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Um ihr sommerliches Schauspiel perfekt in Szene zu setzen, verlangen Lobelien einzig nach normaler Gartenerde. Frisch-feucht sollte der Boden beschaffen sein, reich an Humus und Nährstoffen. Von höchster Relevanz ist eine ausgezeichnete Durchlässigkeit, da bei Staunässe der Vorhang auf der Gartenbühne fällt. Für die Kübelkultur empfehlen wir eine qualitativ gute Blumenerde, die mit Sand oder Lavagranulat (13,76€ bei Amazon*) in der Durchlässigkeit optimiert wird.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Da Lobelien mehrheitlich keinen Frost vertragen, empfehlen wir eine Pflanzzeit ab Mitte Mai. Setzen Sie die selbst vorgezogenen oder fertig gekauften Schönheiten nach den Eisheiligen ins Beet, können verspätete Bodenfröste keine Probleme mehr bereiten.

Wann ist Blütezeit?

Die Blütezeit von Lobelien erstreckt über den ganzen Sommer hinweg bis in den Herbst. Im Juni wird das Blütenspektakel eröffnet, um erst im September/Oktober zu enden. Damit den Blumen über diesen langen Zeitraum nicht die Puste ausgeht, wird der erste Blütenflor abgeschnitten, um Platz zu schaffen für eine üppige Nachblüte.

Lobelie richtig schneiden

Schneiden Sie Lobelien nach dem ersten Akt ihres sommerlichen Gastspiels im Garten um ein Drittel zurück und geben ein wenig Kompost mit Hornspänen (6,39€ bei Amazon*) an die Wurzeln, nimmt die Blütenpracht noch einmal Anlauf. Auf diese Weise verlängert sich die Blütezeit bis tief in den Herbst hinein. Einjährige Sorten werden daran anschließend ausgegraben und entsorgt. Stauden-Lobelien schneiden Sie im Spätwinter bodennah zurück.

Lobelie gießen

Lobelien sind durstige Gesellen. Über ihren opulenten Blütenflor und die unzähligen Blättchen verdunsten die Sonnenanbeter reichlich Feuchtigkeit. Gießen Sie die Blumen daher regelmäßig, sobald das Erdreich angetrocknet ist. Im Topf auf dem Balkon kann dies täglich erforderlich sein. Idealerweise gelangt das Wasser aus der Kannentülle unmittelbar an die Wurzeln.

Lobelie richtig düngen

Von Mai bis September freut sich die Lobelie über eine Portion Kompost mit Hornspänen ein Mal im Monat. Da das Einarbeiten organischen Festdüngers für Unruhe im Beet sorgt, kommt als sinnvolle Alternative Brennnessel- oder Beinwelljauche in Betracht. Gedeiht die Blume im Pflanzgefäß, erfüllt ein handelsüblicher Flüssigdünger alle Anforderungen an eine ausgewogene Nährstoffversorgung.

Überwintern

Publikumslieblinge unter den Lobelien, wie Männertreu, versprühen ihren Blütencharme einen Sommer lang. Am Ende der Blütezeit werden die Pflanzen kurzerhand entsorgt. Für Stauden-Lobelien besteht in wintermilden Regionen immerhin die Chance auf ein Revival im nächsten Jahr. Schneiden Sie diese Blumen im Herbst noch nicht zurück. Decken Sie die Pflanzen im Beet ab mit einer 20 bis 30 cm dicken Schicht aus Laub, Kompost und Nadelreisig. Im Topf oder Balkonkasten siedeln die Blumen vor dem Winter um in ein helles, frostfreies Winterquartier. Ab und zu gegossen und nicht gedüngt, ziehen die überwinterten Lobelien frühestens im Mai um in den Garten oder auf den Balkon.
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Lobelie vermehren

Einjährige Lobelien, wie Männertreu, vermehren Sie ganz unkompliziert mittels Aussaat auf der Fensterbank. Ende Februar/Anfang März säen Sie die Lichtkeimer aus und halten diese bei 18 bis 20 Grad Celsius konstant feucht. Keimlinge mit zwei gesunden Blattpaaren werden in Einzeltöpfe pikiert, wo sie bis Mitte Mai ein eigenes Wurzelsystem entwickeln und ausgepflanzt werden. Stauden-Lobelien nehmen Sie im Herbst auf, zerteilen den Wurzelballen und setzen die Segmente am neuen Standort ein. Unter dem Schutz einer dicken Laubschicht, verwandeln sich die Teilstücke bis zum nächsten Jahr in vitale Jungpflanzen.

Lobelie im Topf

Als malerische Unterpflanzung im großen Kübel oder Hauptdarsteller im Balkonkasten haben Lobelien sich einen Namen gemacht. Damit die Kultivierung gelingt, kommt es auf folgende Kriterien in der Pflege an:

  • Über dem Wasserablauf beugen Tonscherben als Drainage schädlicher Staunässe vor
  • Als Substrat kommt gängige Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis in Betracht
  • Lobelien im Topf regelmäßig gießen, im Sommer bei Bedarf morgens und abends
  • Von Mai bis September alle 14 Tage flüssig düngen
  • Verwelkte Blüten um ein Drittel abschneiden für eine prächtige Nachblüte

Einjährige Sorten werden im Herbst entsorgt. Stauden-Lobelien räumen Sie ein ins helle, frostfreie Winterquartier, wo sie hin und wieder gegossen werden.

Ist Lobelie giftig?

Lobelien sind von mehreren giftigen Inhaltsstoffen durchströmt. Aufgrund des hohen Gehaltes an Lobelin, einem nikotinähnlichen Alkaloid, geht von den Blumen für Mensch und Tier eine gesundheitliche Gefahr aus. Im Familiengarten ist daher ein Standort außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren ratsam.

Schöne Sorten

  • Kompliment: Prachtvolle Stauden-Lobelie für wintermilde Lagen mit tiefroten Blüten im Sommer; Wuchshöhe 60-70 cm
  • Fan Scharlach: Unübersehbare Sommerblume mit scharlachrotem Blütenflor und dem Potenzial zur Staude; Wuchshöhe 50-60 cm
  • Kathleen Maillard: Leuchtend blaue Lobelie mit doppelt gefüllten Blüten und bis zu 80 cm langen Trieben; ideal für die Ampel
  • Blaue Auslese: Bezaubernde Stauden-Lobelie mit leuchtend weißen Blüten bis in den Herbst; Wuchshöhe 50-60 cm
  • Männertreu: Populäre, einjährige Lobelie mit zierlichen, blauen Blüten und kleinem Wuchs; Wuchshöhe 10-25 cm
Text: Gartenjournal.net

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