Liebesperlenstrauch: Merkmale und Pflege

Wie kostbare Perlengehänge strahlen die Früchte des chinesischen Liebesperlenstrauchs aus seinem Astwerk. Die Schönheit dieses prachtvollen Farbenspiels hat man längst auch bei uns für die Verschönerung von Parks und Gärten entdeckt. Und das beste: pflegeleicht ist der Liebesperlenstrauch auch noch.

liebesperlenstrauch
Der Liebesperlenstrauch macht mit seinen bunten Perlen seinem Namen alle Ehre

Herkunft

Der Liebesperlenstrauch heißt botanisch Callicarpa und hat mehrere Trivialnamen. Neben der schwärmerischen Bezeichnung ‚Liebesperlenstrauch‘ wird er auch noch Schönfrucht, Purpur-Schönfrucht oder Chinesische Schönfrucht genannt. Damit wäre auch die Frage nach seiner Herkunft geklärt. Tatsächlich stammt der Liebesperlenstrauch aus den mittleren und westlichen Gebieten Chinas. Dort besiedelt er Niederungen sowie Höhenlagen von bis zu 3400 Metern.

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Bei uns in Mitteleuropa, aber auch in gemäßigten Klimazonen anderer Erdteile wird der Strauch gern als Zierpflanze in öffentlichen Grünanlagen und privaten Gärten gehalten.

Herkunft im Überblick:

  • Stammt ursprünglich aus Mittel- und Westchina
  • besiedelt Niederungen und Höhenlagen von bis zu 3400 Metern
  • In vielen Weltgebieten gemäßigter Klimazonen als Zierpflanze kultiviert

Wuchs

Der Liebesperlenstrauch zeigt einen aufrechten Wuchs mit leicht sparriger Verzweigung. Er kann an geeigneten Standorten zwei bis drei Meter hoch werden und dehnt sich auch bis zu zwei Meter in die Breite aus. Sein lockeres, aber reicht verzweigtes Strauchwerk machen ihn, abgesehen von seinem hohen Zierwert, auch zu einem recht effektiven Sichtschutz an Grundstücksgrenzen.

Wuchseigenschaften in Kürze:

  • Aufrechter Wuchs, sparrige Verzweigung
  • bis zu 2-3 m hoch, 2 m breit
  • lockeres, aber sichtschützendes Strauchwerk

Blätter

Die Blätter des Liebesperlenstrauchs setzen mit mittellangen Stielen gegenständig an den Zweigtrieben an, die an den Jungspitzen flaumig behaart sind. Sie haben eine elliptische, an Stielbasis und Ende zugespitze Form mit sanft gesägtem Rand und werden etwa 5 bis 17 Zentimeter lang bei 2 bis 10 Zentimetern Breite.

Im Herbst verfärben sich die sommergrünen Blätter gelb bis rotorange und fallen zum Winter hin ab.

Blüten

Die Blüten des Liebesperlenstrauchs sind durchaus auch sehr hübsch, stehen aber natürlich im Schatten der wirklich spektakulären Früchte. Die Blütenstände sind zymös und stehen achselständig in einer verzweigten Dolde um die Triebe herum. Die einzelnen, kleinen, vierzähligen Blüten haben eine hellviolette Farbe, von der sich die darüber thronenden, honiggelben Drüsen der Kronblätter wie eine Schaumkrone kontrastreich abheben.

Die Liebesperlenstrauchblüten öffnen sich ab Ende Juni und bleiben bis in den August hinein. In dieser Zeit werden sie nur allzu gern von Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und anderen Nutzinsekten umschwärmt.

Blüten in Stichworten:

  • Verzweigte, achselständige Dolden
  • kleine Einzelblüten in hellem Violett mit honiggelbem Kronblattschopf
  • Blütezeit Ende Juni bis August
  • Beliebte Insektenweide

Frucht

Nach dem Abblühen erscheinen die so auffälligen Früchte, die dem Strauch auch seinen Namen verliehen haben. Sie sehen nämlich tatsächlich fast so aus wie die kleinen, bunten Zuckerperlen, die traditionellerweise als Süßwaren vor allem auf Jahrmärkten verkauft werden.

Wie die Blüten zeigen sich die etwa 4 mm im Durchmesser kleinen Kugelfrüchte auch in Lila, allerdings in deutlich kräftigerer Nuance. Sie glänzen deutlich, was die Assoziation mit den süßen Zuckerperlen verstärkt. Sie hängen zu 30st bis 40st in traubigen Büscheln an den Zweigen und erfreuen das Auge meist bis in den Dezember hinein. Dadurch bieten sich die Fruchtstände insbesondere auch für weihnachtszeitliche, dekorative Gestecke, Sträuße und Kränze aus Naturalien an.

Für einige Vögel sind die Früchte auch eine wertvolle Nahrungsquelle in den kälter werdenden Tagen des zur Neige gehenden Jahres.

Die Liebesperlenfrüchte im Überblick:

  • Erscheinen als lila glänzende, kleine Kugelfrüchte in traubigen Büscheln
  • Erinnern stark an die Liebesperlen aus Zucker
  • Bleiben bis in den Winter am Strauch
  • Sehr hübsche Zutat für Naturaliendeko
  • Werden gern von Vögeln gefressen

Welcher Standort ist geeignet?

Der Liebesperlenstrauch steht am liebsten in sonniger bis halbschattiger, geschützter Lage. Er sollte möglichst vor rauem Wind geschützt sein und deshalb besser von anderen Heckenpflanzen umgeben werden als exponiert stehen. An den Boden stellt er mittlere Ansprüche – am besten gedeiht er auf humosen, eher lockeren Böden, die einen guten Abfluss gewährleisten und dennoch gleichmäßig feucht sind. Der ph-Wert sollte möglichst nicht in den alkalischen Bereich gehen.

Zum Merken:

  • Standort möglichst sonnig und warm
  • Gut geschützt vor scharfem Wind
  • Boden humos, durchlässig und eher leicht sauer als kalkhaltig

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Winterhart

Die Schönfrucht ist allgemein winterhart – ganz besonders unempfindlich ist die hierzulande meistverkaufte Sorte Profusion. Sie brauchen sich also um Ihren Strauch auch bei klirrenden Minusgraden keine Sorgen zu machen.

Anders sieht es bei neugepflanzten Jungexemplaren aus. Sie sind besonders im ersten Winter noch etwas frostempfindlich. Wenn der erste Winter nach der Pflanzung besonders kalt ausfällt und längere Phasen mit starken Minusgraden mit sich bringt, sollten Sie den Jungstrauch gegebenenfalls mit Sackleinen umhüllen und den Wurzelbereich mit Tannenzweigen abdecken.

Zum Merken:

  • Liebesperlenstrauch allgemein sehr winterhart
  • Neugepflanzte Jungexemplare aber im ersten Winter bei starken Minusgraden schützen

Liebesperlenstrauch gießen

Wenn eine Schönfrucht einmal an ihrem Standort etabliert ist, brauchen Sie sie eigentlich nicht besonders zu wässern. Allenfalls in Sommerphasen, in denen es wochenlang nicht regnet, können Sie den Strauch einmal ordentlich gießen. Ansonsten ist eine regelmäßige Wässerung nur in der ersten Zeit nach der Pflanzung eines Jungstrauchs nötig.

Liebesperlenstrauch richtig düngen

Auch eine gesonderte Nährstoffzugabe ist beim Liebesperlenstrauch nicht nötig. Bei der Pflanzung können Sie aber eine Langzeitversorgung mit sanftem, organischem Dünger wie Kompost oder Hornspänen (9,00€ bei Amazon*) einbeziehen.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Wie bei den meisten Gartengehölzen ist die beste Zeit, einen Liebesperlenstrauch zu pflanzen, der Frühling. Dann hat er genug Zeit, sich an seinem Standort zu etablieren und etwas Kraft vor seinem ersten dortigen Winter zu sammeln.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Graben Sie zum Setzen des Strauchs ein großes Pflanzloch aus und füllen es zunächst mit einer Drainageschicht aus Kieselsteinen oder Tongranulat aus. Den Hauptteil füllen Sie mit einer sandigen und mit Lauberde und Hornspänen angereicherte Erdmischung an, setzen den Wurzelballen ein und füllen rundherum vollständig auf. Zum Schluss empfiehlt sich eine abschließende Abdeckschicht mit Rindenmulch, die den Wurzelballen vor dem Austrocknen und vor großer Kälte schützt.

Der richtige Pflanzabstand

Ein Liebesperlenstrauch ist in Solitärstellung sicherlich ein dekoratives Highlight im Garten. Dennoch spricht etwas auch für die Pflanzung mehrerer Exemplare nebeneinander. Weil der Callicarpa giraldii nämlich zu den Fremdbestäubern gehört, werden Sie bei einer Gruppe mehrerer Individuen auch mehr Fruchtschmuck erhalten.

Bei einer Reihenpflanzung setzt man die Sträucher in einem Abstand von minimal 200 Zentimetern zueinander.

Liebesperlenstrauch richtig schneiden

Ein Schnitt ist beim mäßig schnell wachsenden Liebesperlenstrauch nur etwa alle drei Jahre nötig. Ansonsten kann er irgendwann ungepflegt wirken und von innen verkahlen.

Nehmen Sie den Schnitt im sehr zeitigen Frühjahr, etwa ab Februar oder März, vor. Sie können dabei ruhig relativ radikal vorgehen. Entfernen Sie in jedem Fall alle alten, abgestorbenen Zweige und alle Triebe, die über ihre Hauptfruchtbarkeit hinaus sind. Ob das der Fall ist, stellen Sie im Vorjahr fest, indem Sie den Beerenbehang beobachten und gegebenenfalls die nicht mehr so produktiven Triebe markieren. Wenn ansonsten noch manche Triebe durch eine Überlänge optisch stören, kürzen Sie auch solche ein.

Im Schnittjahr müssen Sie mit einem weniger üppigen Blüten- und Fruchtreichtum rechnen, dafür treibt der Strauch aber im Folgejahr umso kräftiger aus.

Schnittregeln in Kürze:

  • Verjüngender Rückschnitt etwa alle drei Jahre
  • Rückschnittzeit: Spätwinter/ zeitiges Frühjahr
  • Dabei alle alten und ihrer Hauptfruchtzeit entwachsenen Triebe abschneiden
  • Zu lange Zweige formgebend einkürzen

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Im Kübel

Wenn Sie ein großer Fan des Liebesperlenstrauchs sind, aber keinen Garten zum Pflanzen zur Verfügung haben, können Sie sich ein Exemplar durchaus auch im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse halten. Dabei gilt es ähnliche Dinge zu beachten wie bei der Freilandpflanzung. So sollten Sie dem Strauch in Ihrem Außenbereich einen möglichst sonnigen Stellplatz bieten können. Das Substrat im Topf gestalten Sie möglichst humusreich und versehen es mit einer guten Drainage aus Tongranulat oder Kies.

Gießen müssen Sie bei der Kübelkultur aufgrund des geringeren Pflanzgrundvolumens natürlich regelmäßig, Staunässe ist aber tunlichst zu vermeiden. Eine gelegentliche Düngergabe in Form von etwas Kompost im Frühjahr tut dem Strauch im Kübel gut. Vorsicht: Im Winter muss der Liebesperlenstrauch im Kübel gesondert vor Kälte geschützt werden – umwickeln Sie den Topf am besten ordentlich mit Sackleinen oder Gartenvlies und decken die obere Substratschicht mit Tannenzweigen ab.
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Liebesperlenstrauch vermehren

Vermehren lässt sich der Callicarpa giraldii vor allem auf zweierlei Weise: Durch Stecklinge oder durch Aussaat.

Stecklinge

Für Stecklinge schneiden Sie im Sommer, am besten im Juli, junge, noch nicht verholzte Triebe von etwa 15 bis 20 Zentimetern Länge vom Strauch ab. Achten Sie darauf, dass der Trieb mindestens zwei Knospen aufweist. Das untere Schnittende können Sie vor dem Setzen in Bewurzelungspulver tauchen. Den so präparierten Steckling stecken Sie in ein Pflanzgefäß mit Anzuchterde, das Sie mit Folie überziehen. Noch besser ist ein Minigewächshaus,(41,00€ bei Amazon*) um für ein gleichmäßig feuchtes und geschütztes Mikroklima zu sorgen. Die Umgebungstemperatur sollte nicht allzu warm sein.

Samenanzucht

Auch aus Samen lässt sich ein neuer Liebesperlenstrauch ziehen. Das ist über das ganze Jahr hinweg möglich – allerdings empfiehlt sich in Phasen außerhalb der natürlichen Keimzeit eine Vorbehandlung in Form eines 24-stündigen Einweichens oder einer Kaltstratifikation. Bei letzterer Methode werden die Schalen der Samen durch das Einlagern und regelmäßiges Umwälzen in einem feinen, möglichst sterilen Torf-Sand-Gemisch aufgeraut.

Die so präparierten Samen setzen Sie recht tief in ein Pflanzgefäß mit sandigem Anzuchterdsubstrat. Unter einer Folienabdeckung oder dem Schließdeckel eines Minigewächshauses lässt sie das Ganze am besten gleichmäßig feucht halten. Stellen Sie das Pflanzgefäß hell und warm bei etwa 20°C auf. Nach etwa 2-3 Wochen sollten sich die Keimlinge zeigen. Diese pikieren Sie, sobald sich ein Blattpaar zeigt. Ausgepflanzt werden die Jungpflanzen frühestens nach dem ersten Winter.
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Ist Liebesperlenstrauch giftig?

Besonders angesichts der an die süße Zuckerperlennascherei angelehnte Namensgebung ist wichtig zu wissen: Die verlockend aussehenden Beeren des Liebesperlenstrauchs sind nicht essbar und sogar leicht giftig. Auch dass Vögel sich im Winter gern daran gütlich tun, könnte manchen auf die Idee kommen lassen, sie auch selbst einmal zu versuchen.

Die Beeren enthalten allerdings Stoffe, die für den Menschen toxisch sind. Dazu gehören vor allem die Terpenoide Callicarpenal, Spathulenol, Intermedeol, die in höherer Dosis vor allem übliche, natürliche Ausschleusungsmechanismen durch den Körper auslösen wie etwa Übelkeit und Erbrechen. Der Stoff Borneol kann außerdem hautreizend wirken.

Eine ernste Vergiftungsgefahr besteht allerdings kaum. Denn die dafür nötige Verzehrmenge wird aufgrund des stark bitteren Geschmacks der Beeren wohl kaum jemand freiwillig aufnehmen. Vorsicht ist natürlich trotzdem nicht verkehrt.
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Tipp:

Die im Liebesperlenstrauch enthaltenen Terpenoide machen seine Pflanzenteile zwar ungenießbar für den Verzehr, dafür sind sie aber auch als effektives Mittel gegen Mücken und sonstige Stichinsekten bekannt. Es können zum Beispiel einfach die Blätter zerrieben und auf die Haut aufgetragen werden.

Sorten

Die mit Abstand am häufigsten verkaufte Sorte ist die Callicarpa giraldii ‚Profusion‘. Vereinzelt sind aber auch Vertreter anderer Sorten zu haben.

Callicarpa giraldii ‚Profusion‘

Die Sorte zieht ihren Reiz vor allem aus den schön anzusehenden Fruchtständen. Aber auch die Herbstlaubfärbung ist durchaus erquicklich, ebenso die Doldenblüten mit ihrer reizvollen Farbkombination aus dem Zartlila der Blüten und dem Honiggelb der Kronblattdrüsen – dies ist auch das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Callicarpa-Arten.

Die Blüten erscheinen im Sommer ab Ende Juni, die Beeren beginnen dann ab September zu reifen. Die Sorte ‚Profusion‘ zeichnet sich durch eine gute Winterhärte aus, im ersten Jahr sollte ein neu gepflanzter Strauch aber noch geschützt werden.

Callicarpa bodineri ‚Leucocarpa‘

Die Art Callicarpa bonideri wächst etwas aufrechter und stringenter als Callicarpa giraldii. Bei dieser Variante können Sie eine Wuchshöhe von bis zu 3 Metern erwarten. Gleichzeitig bleibt der Strauch dabei mit maximal 2,50 Metern etwas schlanker. Im Sommer ab Juli erfreut der Strauch mit violetten bis rosafarbenen Blüten, die sehr zahlreich an langen Dolden hängen. Die daraus entstehenden Beeren unterscheiden sich in ihrer prachtvollen, glänzend violetten Farbe und Fülle nicht von denen der C. giraldii.

Callicarpa americana

Die aus Amerika stammende Art Callicarpa americana zeigt einen der Callicarpa giraldii sehr ähnlichen Habitus mit einem buschigen, etwas sparrigen Wuchs von bis zu 2,40 Metern Höhe. Etwas anders sind die Laubblätter mit ihrer hellgrünen Farbe und ihrer filzigen Behaarung.

Ein weiterer Unterschied ist die deutlich frühere Blütezeit, die von Mai bis in den Juni dauert.

Die Früchte haben quasi dieselbe, metallisch schimmernde, violette Erscheinungsform wie bei der Callicarpa giraldii – allerdings sind sie nicht giftig und sogar geschmacklich genießbar. Die mückenabwehrenden Stoffe sind hier vorrangig in den Blättern enthalten und werden in Amerika traditionell auch beim Vieh dafür eingesetzt.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: juerginho/Shutterstock
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