Ist die Kreuzspinne giftig? – Erläuterungen für Mensch und Tier

Kreuzspinnen führen ein Leben am seidenen Faden, kunstvoll verwoben zu eindrucksvollen Radnetzen. Ob nach einem Spinnenbiss das Leben von Menschen und Haustieren ebenfalls am seidenen Faden hängt, beleuchtet dieser Ratgeber detailliert und nachvollziehbar. Lesen Sie hier, ob eine Kreuzspinne giftig oder harmlos ist.

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Die Kreuzspinne ist zwar leicht giftig, für den Menschen jedoch ungefährlich

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kreuzspinne kann zwar beißen und ist auch leicht giftig, eine Gefahr stellt sie für den Menschen trotzdem nicht dar
  • Ein Spinnenbiss sollte gekühlt werden
  • Kreuzspinnen sind nützlich, denn sie fangen unbeliebte Insekten
  • Lichtquellen ziehen die Spinnen ins Haus

Ist die Kreuzspinne gefährlich?

Leicht giftig, jedoch vollkommen ungefährlich. So lautet die Quintessenz zum Gefahrenpotenzial einer Kreuzspinne für Menschen. In der Tat ist es im Reich der Spinnen die Regel, dass auf der Jagd nach Beute giftige Substanzen zum Einsatz kommen. Kreuzspinnen haben in winzigen Giftklauen am zahnlosen Mund immer einen kleinen Vorrat dabei. Hat sich ein Insekt im radförmigen Netz verfangen, wird ihm blitzschnell das lähmende Gift injiziert. Daraufhin wickelt die Spinne ihr Opfer eilig mit Spinnseide ein, um es sogleich oder später auszusaugen.

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Was für das Beutetier einer Kreuzspinne ein böses Ende nimmt, ist für Menschen ohne ernsthafte Folgeerscheinungen. Zu einer direkten Konfrontation kommt es nur dann, wenn die Radnetzspinne keinen Fluchtweg findet. Bei einer Beißattacke hat die Kreuzspinne dann ihre liebe Mühe, menschliche Haut mit ihren sehr kurzen Giftklauen zu durchdringen. Trifft es unglücklicherweise zarte Hautpartien, treten leichte Beschwerden auf, wie nach einem harmlosen Mückenstich.

Leichte Schwellungen, Rötungen und lästiger Juckreiz klingen nach kurzer Zeit ab, sollten die Giftklauen einer Kreuzspinne die Epidermis einstechen. In seltenen Fällen treten systemische Beschwerden auf, wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Muskelkrämpfe. Stärkere Symptome sind freilich ein Indiz auf eine allergische Reaktion und erfordern einen klärenden Termin beim Hausarzt.

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Exkurs

Kreuzspinnen – Gefahr für Allergiker

Allergiker dürfen die Konfrontation mit Insekten nicht auf die leichte Schulter nehmen. In dieser Hinsicht macht die Kreuzspinne keine Ausnahme, obschon ihr Biss in der Regel als ungefährlich einzustufen ist. Gelangen kleinste Mengen des Spinnengifts unter die Haut, sind Atemnot, Kreislaufprobleme und ähnliche Symptome eines allergischen Schocks vorprogrammiert. Bei der Gartenarbeit sind langärmelige Kleidung, Gummistiefel und Arbeitshandschuhe für Allergiker ein guter Schutz gegen den Biss einer Gartenkreuzspinne. Das persönliche Notfallset sollte trotzdem immer griffbereit sein, weil es im Ernstfall lebensrettend ist.

Hausmittel lindern Kreuzspinnen-Biss

Der Biss einer Kreuzspinne ist in der Regel ungefährlich. Allerdings kann die Attacke für Betroffene mit unangenehmen Folgeerscheinungen einhergehen. Je zarter die Haut des Spinnen-Opfers, desto quälendere Symptome treten auf. Erwachsene Menschen registrieren ähnliche Beschwerden, wie nach einem Mückenstich. Bei Kindern und Babys sind schlimmstenfalls lokale Schwellungen und Schmerzen bis hin zu heftigem Juckreiz zu beklagen. Folgende Hausmittel lindern unliebsame Begleiterscheinungen, wenn eine Kreuzspinne zugebissen hat:

  • klares Wasser: Wunde ausspülen unter fließendem Wasser
  • Eis: Eiswürfel auf die Haut legen
  • Zwiebelscheibe: Zwiebel aufschneiden und auf die Bisswunde drücken
  • Gurkenscheibe: Salatgurke in Scheiben schneiden und auflegen
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Spinnenbisse sollte möglichst sofort gekühlt werden

Als Sofortmaßnahme im Garten, ergreifen Sie eine Handvoll kalter, schwarzer Erde und drücken den Erdklumpen auf die Bisswunde. Auf dieses Hausmittel aus der “Dreckapotheke” schwören bis heute Sennerinnen und Senner, die im Sommer auf den Almen im Gebirge regelmäßig auf Kreuzspinnen treffen und gelegentlich gebissen werden.

Mit Baby und Kleinkind den Arzt konsultieren

Zarte Babyhaut durchdringen selbst winzige Giftklauen einer Kreuzspinne mühelos. Entsprechend heftige Symptome können nach einem Spinnenbiss einsetzen. Fernerhin hat sich bei Kleinkindern oftmals noch nicht herausgestellt, ob eine Allergie gegen Spinnen besteht. Sind die ersten Symptome mit Hausmitteln gelindert, empfehlen wir, den Kinderarzt zu konsultieren. Dicke Schwellungen, starke Rötungen, Unruhe, Fieber oder gar Atemnot sind bei Kindern kein Fall für eine Selbstmedikation.

Kreuzspinne beißt nicht absichtlich

Wer nach einem Biss der langbeinigen Übeltäterin böse Absichten unterstellt, tut der harmlosen Kreuzspinne Unrecht. Tatsächlich haben alle Arten ausschließlich die Jagd nach Beute-Insekten im Sinn. Keinesfalls krabbeln die Spinnen mit dem Kreuz am Hinterleib einem Menschen hinterher, um ihn zu beißen. Wird die unfreiwillige Konfrontation mit einem Biss quittiert, fürchtete die Kreuzspinne um ihr Leben, weil ihr sämtliche Fluchtwege versperrt waren. Statt nach dem Spinnentier zu schlagen oder panikartig mit den Händen zu wedeln, ermöglichen Sie dem scheuen Insekt die Flucht und bleiben von einem Verteidigungsbiss verschont.

Kreuzspinne sicher identifizieren – Steckbrief

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Eine Kreuzspinne ist gut an ihrem Kreuz auf dem Rücken zu erkennen

Unverwechselbares Erkennungsmerkmal einer Kreuzspinne ist ein Kreuz aus fünf Flecken auf ihrem Hinterleib. Dabei versammeln sich vier längliche Kleckse um ein rundliches Mal in der Mitte. Weitere Eigenschaften der markanten Spinnentiere räumen letzte Zweifel an ihrer Präsenz aus dem Weg. Welche Attribute die heimische Spinnenart charakterisieren, bringt folgender Steckbrief auf den Punkt:

  • Insektenfamilie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
  • Gattung: Kreuzspinnen (Araneus)
  • Größe: 5-18 mm
  • Körperfärbung: je nach Art schwarz, hell- bis dunkelbraun, gelblich, rötlich
  • Vorkommen: Europa, Schwerpunkt Mitteleuropa mit 10 Arten
  • Habitate: offene Landschaft, Gärten, Streuobstwiesen, Kieferwälder, Hochmoore, Hecken
  • Nahrung: Insekten aller Art
  • Fangmethode: Spinnweben, Biss und gleichzeitiges Injizieren von lähmendem Gift
  • Lebenserwartung: 3 bis 4 Jahre
  • Status: nicht vom Aussterben bedroht
  • Giftig für Menschen: leicht giftig, ohne ernsthaftes Gefahrenpotenzial

Abgesehen von einer kurzen Paarungszeit im Spätsommer, bevorzugen Kreuzspinnen ein Leben als Einzelgänger. Männchen auf Brautschau streifen lieber umher, statt ein Netz zu spinnen. Allerdings beherrschen beide Geschlechter die Kunst des Spinnens gleichermaßen. Kreuzspinnen bauen die eindrucksvollen Radnetze, um damit Beutetiere einzufangen. Zumeist sitzen sie geduldig im Zentrum der genialen Fangkonstruktion. Einige Arten verlegen einen Signalfaden zum Netz und registrieren anhand minimaler Erschütterungen sogleich, wenn sich ein Insekt darin verheddert. Blitzschnell stürzt sich die alarmierte Kreuzspinne auf ihren Fang und beißt zu. Dabei kann die Spinne es auch mit deutlich größeren Beutetieren aufnehmen, weil sie dank des lähmenden Giftes im Vorteil ist.

Mit kunstvoll gewebten Radnetzen stellen Kreuzspinnen so manche menschliche Errungenschaft in den Schatten.

Kreuzspinnen-Arten im Überblick

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Die Vierfleckkreuzsspinne ist nur eine von vielen Arten

Kreuzspinnen sind Meister der Anpassung. Die weit verbreitete Gattung aus der Familie der Radnetzspinnen hat im Verlauf der Evolution mannigfaltige Arten hervorgebracht mit individuellen Eigenschaften, perfekt abgestimmt auf die lokalen Rahmenbedingungen im Habitat. Folgende Tabelle nennt häufige Kreuzspinnen-Arten beim Namen mit Hinweisen zu besonderen Merkmalen:

Namewissenschaftlicher NameTrivialnameGrößebesonderes Merkmal
GartenkreuzspinneAraneus diadematusdeutsche Kreuzspinne7-15 mmvariable Färbung nach Helligkeit
VierfleckkreuzspinneAraneus quadratusorange oder gelbe Kreuzspinne10-18 mmKreuz aus vier Flecken
Gehörnte KreuzspinneAraneus angulatusstachelige Kreuzspinne8-16 mmzwei Höcker am Hinterleib
SumpfkreuzspinneAraneus alsinerote Kreuzspinne8-15 mmfarbenprächtigste Art
Marmorierte KreuzspinneAraneus marmoreusweiße Kreuzspinne9-15 mmextra breiter Hinterleib

Kennzeichnend für alle Kreuzspinnen-Arten ist eine facettenreiche Körperfärbung. Trivialnamen, die sich auf die Farbe des Spinnenkörpers beziehen, sind daher mit Vorsicht zu genießen. So passt sich die Farbgebung einer Gartenkreuzspinne auf den aktuellen Lichteinfall an. Marmorierte Kreuzspinnen lieben die Abwechslung und erscheinen wahlweise in leuchtendem Orange, elegantem Weiß oder dezentem Grau.

Sind Kreuzspinnen giftig für Haustiere?

Besorgten Haustier-Besitzern kann Entwarnung gegeben werden in Bezug auf die Giftgefahr von Kreuzspinnen. Neugieriges Schnuppern von Hund oder Katze quittieren die scheuen Insekten nur dann mit einem Biss, wenn ihnen Fluchtwege verschlossen sind. Das kann im ersten Moment für Ihren Liebling schmerzhaft sein, verbunden mit entsprechend panikartigen Reaktionen, wie sie beispielsweise nach einem Wespenstich zu beobachten sind.

Eine toxische Reaktion ist lediglich an dünnen Hautpartien zu befürchten. Beißt eine Kreuzspinne Katzen oder Hunde beispielsweise in Achsel- oder Leistengegend, treten temporäre Schwellungen und Rötungen auf rund um die Bisswunde. Allerdings gehen die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit zurück. Die Kreuzspinne beißt eine winzig kleine Wundhöhle, die sich von selbst rasch verschließt. Es verbleibt kein Stachel in der Wunde, der das Tier peinigen könnte, wie nach einem Bienen- oder Wespenstich. An anderen Hautpartien dringen die kurzen Giftklauen von Gartenkreuzspinne und Artgenossen erst gar nicht so tief ein, dass die vierbeinigen Opfer dafür büßen müssen.

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Haustiere und Spinnen kommen sich nur selten in die Quere

Hintergrund

Kreuzspinnen – willkommene Nützlinge im Garten

Das Gastspiel von Kreuzspinnen im Garten lässt die Herzen von Naturfreunden höher schlagen. Wo sich die scheuen Spinnentiere ansiedeln, ist das ökologische Gleichgewicht im Lot. Fleißig leisten Radnetzspinnen im Beet ihren Beitrag zur natürlichen Schädlingsbekämpfung. Auf dem Speiseplan steht ein breites Spektrum an Insekten, zu denen etliche Schädlinge und Lästlinge zählen, wie Blattläuse, Fliegen und Stechmücken.

Kreuzspinne vertreiben – So gelingt es mit Strategie

Alle Plädoyers für Kreuzspinnen als ungefährliche Nützlinge stoßen auf taube Ohren, wenn sich die langbeinigen Gesellen ins Haus schleichen. Sein Schlafzimmer mag niemand mit den missliebigen Insekten teilen. Fürsorgliche Eltern wollen nicht tolerieren, dass Kreuzspinnen ihre Kinder oder das Baby in der Wiege belästigen. Die Vorurteil-beladene Aversion gegen Kreuzspinnen in Haus und Wohnung ist freilich kein Grund, die Nützlinge mit chemischen Insektiziden zu bekämpfen. Zwei einfache Tricks vergrämen die ungebetenen Spinnentiere auf Nimmerwiedersehen:

Licht aus

Lichtquellen ziehen Kreuzspinnen magisch an, weil sie sich dort fette Beute erhoffen. Aus diesem Grunde sind die Spinnen häufig an Lampen, auf Balkon, Terrasse und im Wintergarten anzutreffen. Von diesen Standorten aus verirren sich Radnetzspinnen mitunter in Wohnräume. Als effektive Abwehrmaßnahme gegen ungebetenen Besuch schalten Sie einfach rund ums Haus das Licht aus. Aufgrund dessen sollte im Kinderzimmer kein Nachtlicht brennen, zumindest nicht in unmittelbarer Nähe von Bett oder Wiege.

Spinnennetze entfernen

Kreuzspinnen sind fleißig und ausdauernd. Wenn den Insekten ein Standort zusagt, richten sie sich dauerhaft ein. Indem Sie die charakteristischen Radnetze zeitnah entfernen, ermuntern Sie die Spinnen mit Nachdruck, sich nach einem neuen Jagdrevier fernab des Gebäudes umzusehen. Beharrlichkeit ist entscheidend für die Bekämpfungsstrategie, denn Kreuzspinnen weben notfalls jede Nacht ein frisches Fangnetz.

Klassische Hausmittel für die Abwehr von Insekten laufen ins Leere, wenn Sie Kreuzspinnen im Haus loswerden wollen. Was gegen Mücken wahre Wunder bewirkt, lässt die genügsamen Spinnentiere kalt. So haben Experten der Deutschen Wildtier Stiftung herausgefunden, dass Kreuzspinnen höchst anspruchslos sind bezüglich Düften und Aromen. In Versuchsreihen verspeisten Radnetzspinnen ungerührt Beutetiere, die zuvor in Essig oder Bittersalz getaucht wurden.

Häufig gestellte Fragen

Sind Kreuzspinnen giftig für Menschen?

Jede Kreuzspinne hat giftige Substanzen im Gepäck für die Jagd nach Beutetieren. Diese Tatsache ist nicht zu leugnen und Quelle zahlreicher Mythen und Legenden um das Gefahrenpotenzial. Faktisch sind die Gift-Mengen viel zu gering, um Menschen oder Haustieren Schaden zuzufügen. Fernerhin sind die Giftklauen der Spinnentiere zu kurz und zu schwach, um menschliche Haut zu durchdringen. Summa summarum ist festzuhalten, dass Kreuzspinnen ungefährlich sind. Schlimmstenfalls verursacht ein Biss ähnliche Symptome, wie ein Mücken- oder Wespenstich.

Bei der Arbeit im Garten hat mich eine Kreuzspinne gebissen – was tun?

Kratzen Sie die Bisswunde nicht auf, damit keine Bakterien eindringen und eine Infektion verursachen. Bestehen keine Zweifel daran, dass es sich um eine Kreuzspinne handelt, desinfizieren Sie die Wunde mit Jod, kleben ein Pflaster auf und können getrost zur Tagesordnung übergehen. Leichte Schwellungen oder Juckreiz lindern Sie mit einem Kühlpad oder Eiswürfel. Sind Sie hingegen unsicher, ob es sich beim Missetäter tatsächlich um eine harmlose Kreuzspinne handelte? Dann suchen Sie bitte Ihren Hausarzt auf. Idealerweise fangen Sie den langbeinigen Übeltäter ein oder machen zumindest ein Foto zwecks eindeutiger Identifizierung.

In meiner Wohnung habe ich eine Kreuzspinne entdeckt. Wie werde ich die Spinne wieder los?

Wenn im Herbst die Temperaturen sinken, halten viele Spinnenarten Ausschau nach einem sicheren Winterquartier. Menschliche Behausungen stehen auch bei Kreuzspinnen hoch im Kurs, weil hier fette Beute in Gestalt von Stubenfliegen und Mücken zu erwarten ist. Wollen Sie die langbeinigen Mitbewohner in Ihrer Wohnung nicht dulden, empfehlen wir, die nützlichen Insektenfresser mit einem Glas einzufangen. Stülpen Sie ein herkömmliches Trinkglas über den ungebetenen Gast. Schieben Sie nunmehr ein Stück Pappe langsam unter das Glas. Daraufhin tragen Sie die Spinne ins Freie und entlassen sie in die Freiheit.

Sind Kreuzspinnen giftig für Hunde?

Kreuzspinnen injizieren ihren Beutetieren ein lähmendes Gift, das speziell abgestimmt ist auf Fliegen, Wespen und andere Insekten. Für Säugetiere, wie Hunde und Katzen, geht von dem Toxin keine ernsthafte Gefahr aus. Abgesehen davon, suchen Kreuzspinnen ihr Heil in der Flucht, wenn sich ein Hund nähert. Beißt die Spinne in ihrer Not doch einmal zu und erwischt eine zarte Hautpartie, treten schlimmstenfalls leichte Schwellungen, Rötungen und Juckreiz auf. Diese lindern Sie mit kalten Kompressen und einer Hydrocortisoncreme gegen Juckreiz.

Wir haben mehrere Kreuzspinnen am und im Haus entdeckt. Wie werden wir die Spinnen wieder los, ohne die Tiere zu töten?

Kreuzspinnen suchen in der Regel nicht die Nähe von Menschen. Im Gegensatz zu Haus- und Zitterspinnen gelangen die Insekten zumeist nur durch Zufall ins Gebäude. Das ist immer dann der Fall, wenn die Außenbeleuchtung scharenweise Beutetiere einer Kreuzspinne anlockt. Schalten Sie einige Zeit die Lampen am Haus nicht ein, wird der Standort für die langbeinigen Jäger uninteressant. Die markanten Radnetze sollten Sie regelmäßig entfernen, um die entnervten Kreuzspinnen zu vergrämen. Klassische Hausmittel, wie ätherische Düfte oder Essig, haben sich in der Praxis als nutzlos erwiesen.

Wo halten sich Kreuzspinnen am häufigsten auf?

Die vielgestaltige Familie der Kreuzspinnen besiedelt in Europa nahezu alle Lebensräume, die Mutter Natur zu bieten hat. Wie der Name schon verrät, favorisiert die Gartenkreuzspinne ein Leben in Gärten und Parkanlagen. Im Wald bestehen gute Aussichten auf ein Treffen mit der Gehörnten Kreuzspinne. Feuchte Wiesen sind das Revier der Vierfleck-Kreuzspinne. Die rote Kreuzspinne, liebt feuchte Krautschichten in Feld, Wiese und Wald. Die Riesenkreuzspinne ist bislang in trocken-heißen Regionen am Mittelmeer heimisch. Allerdings ist die majestätische Kreuzspinnen-Art im Zuge der Klimaerwärmung auf dem Weg nach Norden und wurde bereits in Österreich gesichtet.

Stammen die großen Radnetzspinnweben immer von einer Kreuzspinne?

Kreuzspinnen sind lediglich eine von fünfundzwanzig Gattungen aus der Familie der Echten Radnetzspinnen. Weltweit ist die Familie sogar mit mehr als 160 Gattungen vertreten. Ein Radnetzspinnweben ist nur dann einer Kreuzspinne zuzuordnen, wenn sich das Insekt darin aufhält. Andernfalls kann es sich bei der Baumeisterin auch um eine Kürbisspinne (Araniella), Brückenspinne (Larinioides) oder Heide-Zirkelspinne (Cercidia) handeln. Nicht zuletzt beherrschen zahlreiche Webspinnen-Arten (Tetragnathidae) die Kunst, raumgreifende Radnetze zu spinnen. Um ein Radnetzspinnweben ohne Spinne richtig zuzuordnen, stoßen selbst versierte Arachnologen an ihre Grenzen.

Ist die Kreuzspinne vom Aussterben bedroht?

Von den etwa 10 in Mitteleuropa heimischen Kreuzspinnenarten gilt bislang die Sumpfkreuzspinne (rote Kreuzspinne, Erdbeerkreuzspinne) als einzige, ernsthaft vom Aussterben bedrohte Art. Rücksichtsloser Einsatz von Pestiziden, Zerstörung von Biotopen und natürlichen Rückzugsorten verschärfen gleichwohl für alle Kreuzspinnen-Arten den Überlebenskampf. In 2010 wurde die Gartenkreuzspinne zur Spinne des Jahres gekürt, um auf die fortschreitende Gefährdung ihrer Lebensräume aufmerksam zu machen.

Tipps

Mit meisterlich gewebten Netzen stellt die Kreuzspinne menschliche Errungenschaften in den Schatten. Ein einziges ihrer genialen Radnetze besteht aus bis zu 20 Meter langen Seidenfäden, die sich um das Dreifache dehnen, ohne zu reißen. Bezogen auf ihr Gewicht, sind Spinnenfäden viermal stärker als Stahl. In weniger als einer Stunde spinnt die Kreuzspinne ihr rundes Netz, um damit ihre Beute einzufangen. Bedenken Sie bitte diese atemberaubenden Eigenschaften, bevor Sie ein Kreuzspinnen-Netz zerstören.

Text: Paula Jansen
Artikelbilder: siloto/Shutterstock, yurakrasil/Shutterstock, Kristo-Gothard Hunor/Shutterstock, guentermanaus/Shutterstock, Catalin Grigoriu/Shutterstock

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