Die Kornblume: Unkraut oder wertvolles Wildkraut?

Mit ihren fast enzianblauen Blüten sieht man sie schon aus der Ferne strahlen. Doch nicht jeder ist von ihr angetan und erfreut sich an ihrem Anblick. So manch ein Landwirt ärgert sich über ihr Erscheinen…

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Die Kornblume vermehrt sich schnell und wächst gern dort, wo sie nicht hinsoll

Gilt die Kornblume als Unkraut?

Lange Zeit galt die Kornblume als Unkraut und auch heute noch ist sie unter Landwirten regelrecht verpönt. Sie tritt vor allem an Getreidefeldern auf und sticht dort mit ihrer auffälligen Blütenfarbe zwischen dem Getreide regelrecht hervor. Als sogenanntes Ackerunkraut wurde die Kornblume daher viele Jahrzehnte bekämpft. Dazu wurde gezielt auf Düngemittel mit einem hohen Stickstoffgehalt zurückgegriffen, da Kornblumen dann schlechter wachsen. Außerdem galt der Einsatz von Herbiziden als geläufig und verdrängte Centaurea cyanus.

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Weshalb ist die Kornblume manchen Landwirten ein Dorn im Auge?

Die Kornblume wird zum Konkurrenten des Getreides. Die Pflanzen wachsen schnell und erschweren es dem Getreide zu gedeihen. Zudem reifen die Samen etwa zeitgleich mit dem Getreide aus. Sie werden dann bei der Ernte mitgedroschen und es kommt zu Verunreinigungen des geernteten Saatguts.
Dazu kommt, dass eine Kornblume bis zu 900 Samen entwickeln kann. Diese bleiben 5 bis 10 Jahre keimfähig und säen sich selbst aus.

Wie kann man die Kornblume loswerden?

Durch den Einsatz von Herbiziden und eine hohe Düngung mit Stickstoff können Kornblumen verdrängt und ausgerottet werden. Wer sie bekämpfen will, sollte dies am besten im Herbst angehen. Insgesamt kann es jedoch mehrere Jahre dauern, bis das Gewächs vollständig eliminiert ist. Der Umwelt zuliebe raten wir dringend zu natürlichen Präparaten!

Weshalb steht die Kornblume inzwischen unter Naturschutz?

Inzwischen steht die Kornblume unter Naturschutz, da sie beinahe ausgestorben wäre. Die rigorose Bekämpfung der Landwirte schadete der Kornblume, obwohl sie als sehr anpassungsfähig an den Standort gilt, zusehends und sie tauchte kaum mehr auf.

Inwiefern ist die Kornblume ein Bioindikator?

Die Kornblume gilt als Bioindikator, da sie zeigt, wie stark Felder gedüngt wurden. Sie mag keinen hohen Stickstoffgehalt im Boden und wächst somit bei einer Überdüngung der Erde schlecht bis gar nicht. Wenn also Kornblumen an bzw. auf Feldern wachsen, ist das ein Hinweis darauf, dass dort nicht überdüngt wurde.

Welchen Beitrag leistet die Kornblume für die Natur?

Ein weiterer Vorteil der Kornblume ist, dass sie Bienen reichlich Nahrung bietet. Ihre Blüten, die zwischen Juni und Oktober erscheinen, bringen eine große Menge an Nektar und auch Pollen hervor. Für die Bienenwelt sind Kornblumen daher von unermesslichem Wert.

Ist die Kornblume ein zu Unrecht verschrienes Unkraut?

Die Kornblume ist zu Unrecht nur als bloßes Unkraut verschrien, denn sie kann als Heilkraut eingesetzt werden. Ihre Blüten und Blätter sind nicht giftig, sondern essbar. Sie schmecken leicht bitter. Die Bitterstoffe helfen unter anderen bei Verdauungsproblemen, Erkältungen, Entzündungen im Mundraum sowie bei Hauterkrankungen.

Tipp

Den Nutzen erkennen, anstatt den Nachteil

Zwar gelten Kornblumen als Unkraut. Doch ihr Wert für Bienen ist enorm. Da die Pflanzen innerhalb von wenigen Wochen ihre Blüten ausbilden, gelten sie als schnelle Möglichkeit, ausgehungerten Bienen eine Nahrungsquelle zur Verfügung zu stellen. Säen Sie daher die Samen irgendwann zwischen März bis Juli direkt ins Beet und helfen Sie damit der Natur.

Text: Anika Gütt
Artikelbild: Predrag Lukic/Shutterstock