Wie unterscheiden sich Korkenzieherweide und Korkenzieherhasel?

Sowohl die Korkenzieherweide als auch die Korkenzieherhasel eignen sich mit ihren hübschen, in sich verdrehten Zweigen als attraktives Ziergehölz für den Garten. Verwechslungen der Gehölze sind möglich, allerdings lassen sie sich anhand eindeutiger Merkmale zweifelsfrei unterscheiden.

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Die Korkenzieherhasel (hier abgebildet) hat runde Blätter und Kätzchenblüten

Ist die Wuchsform ein charakteristisches Merkmal?

Da die ausgewachsenen Sträucher stark voneinander abweichende Wuchshöhen haben, stellt diese ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal dar:

  • Der Korkenzieherhasel bildet mehrere Stämme, wird etwa sechs Meter hoch und bildet eine breite Krone.
  • Die Korkenzieherweide hingegen legt jährlich fünfzig bis achtzig Zentimeter zu und wächst innerhalb weniger Jahre zu einem acht bis zwölf Meter hohen Baum heran. Die Krone ist eiförmig und verliert im Alter ihre geschlossene Form.

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Wie sehen die Blätter aus?

Die Haselnussblätter sind rundlich und weisen am oberen Ende eine charakteristische Spitze auf.

Weitere Merkmale:

  • Hellgrün, mit doppelt gesägtem Blattrand,
  • auf der Oberseite leicht behaart,
  • runzelig,
  • manchmal eingerollt.
  • Im Herbst zeigt das Laub der Korkenzieherhasel eine hübsche Gelbfärbung.

Die Blätter der Korkenzieherweide sind hingegen bis zu zehn Zentimeter lang, schmal und spitz geformt.

Weitere Merkmale:

  • Auf der Oberseite gelb gefärbt,
  • Unterseite weißlich-bläulich,
  • drehen sich um sich selbst,
  • flattern hörbar im Wind,
  • fahlgelbe Herbstfärbung.

Welche Unterschiede weisen die Blüten auf?

  • Der Korkenzieherhasel ist ein einhäusiger Strauch, das heißt, männliche und weibliche Blüten sitzen auf einer Pflanze. Die herabhängenden, männlichen Kätzchenblüten, die noch vor dem Laubaustrieb erscheinen, wirken sehr schmückend. Die weiblichen Blütenknospen weisen eine rötliche Spitze auf.
  • Die ebenfalls einhäusige Korkenzieherweide bildet ab März etwa zwei Zentimeter große, weißgraue Kätzchen.

Erkennt man die Pflanzen auch an den Früchten?

Die im Herbst heranreifenden Früchte sind ein eindeutiges Erkennungsmerkmal:

  • Die einsamigen Nussfrüchte der Korkenzieherhasel reifen ab Oktober heran. Sie sind essbar, aber nicht sehr schmackhaft. Der Strauch trägt zudem erst nach etwa zehn Jahren das erste Mal.
  • Die Korkenzieherweide bildet kleine, unauffällige Kapselfrüchte.

Unterscheiden sich die Gehölze bezüglich Ihrer Verwendung?

  • Mit den wunderschön verdrehten Ästen passt die Korkenzieherhasel, der obendrein ausgesprochen schnittfest ist, sogar in Vorgärten mit begrenztem Platzangebot und setzt hier reizvolle Akzente.
  • Da die Korkenzieherweide rasant wächst und recht hoch wird, eignet sie sich nicht für kleine Gärten.

Tipp

Wie lassen sich die attraktiven Zweige nutzen?

Sowohl mit den Ästen des Korkenzieherhasel als auch mit jenen der Korkenzieherweide lassen sich tolle Bastelarbeiten anfertigen. Außerdem eigenen sie sich, ergänzt durch frische Blüten, wunderbar für hübsche Arrangements im Stil des Ikebana.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Anna Gratys/Shutterstock