Korkenzieherweide: Pflege und Sorten

Die Korkenzieherweide ist mit ihren verdrillten Zweiformationen besonders beliebt als dekorative Garten- und Parkbepflanzung oder als Materialspender in der Floristik. Dazu ist sie ziemlich pflegeleicht und auch ein interessanter Kandidat für Bonsai-Fans.

korkenzieherweide
Die Korkenzieherweide ist eine besondere Schönheit für den Garten

Herkunft

Die Korkenzieherweide, botanisch Salix matsudana, ist eine bei uns heimische Art innerhalb der Gattung der Weiden. Sie ist aus der Trauerweide (Salix babylonica) gezüchtet worden, die ihrerseits aus Ostasien stammt.

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Wachstum

Die Korkenzieherweide wächst, wenn ihr Standort ihre bevorzugten Bedingungen erfüllt, etwa einen Meter pro Jahr in die Höhe. Insgesamt erreicht sie mit 8 bis 12 Metern eine etwas geringere Höhe als die Trauerweide und bildet eine strauchige bis baumartige Gestalt aus. Dabei wird die Korkenzieherweide nur etwa 10 bis 15 Jahre alt.

Dafür verantwortlich sind unter anderem auch die namensgebend korkenzieherartig verdrillten und sich stark windenden Zweige an den langen, aufragenden Ästen. Sie bilden einen außergewöhnlichen, charakteristischen Anblick und eine zuweilen beinahe groteske Gesamtsilhouette.

Die Wachstumsmerkmale der Korkenzieherweide noch einmal im Überblick:

  • Schnelles Wachstum, bis zu 1 m Höhe pro Jahr
  • Gesamthöhe etwa 8 bis 12 m
  • Alter zwischen 10 und 15 Jahren
  • Charakteristisch verdrillte, gewundene Äste

Welcher Standort ist geeignet?

Die Salix matsudana mag es sonnig bis halbschattig. An einer zu dunklen Stelle verringert sich ihr Wachstum deutlich, gegebenenfalls treten auch Wachstumsschäden auf. In Sachen Bodenbeschaffenheit ist die Korkenzieherweide ziemlich anspruchslos. Das hat sie ihrem ausgedehnten, effektiven Wurzelwerk zu verdanken. Sie gedeiht dadurch in fast allen Erden, sowohl in sauren, als auch in alkalischen, sowohl in sandigen, als auch in lehmigen. Nur sollte genug Feuchtigkeit gewährleistet sein. Was der Korkenzieherweide außerdem guttut, ist eine gute Auflockerung des Bodens, etwa durch Hornspäne,(11,99€ bei Amazon*) die Sie bei der Pflanzung in die Aushuberde mischen. Wenn der Boden besonders mager ist, können Sie auch noch etwas Kompost beifügen.

Auch eine in Kübelkultur gehaltene Korkenzieherweide sollte sonnig stehen. Das Substrat kann aus einfacher Blumenerde bestehen, möglicherweise gemischt mit etwas Sand und Vulkangestein.

Als Strauch/Baum in Freilandkultur:

  • sonnige bis halbschattige Lichtverhältnisse
  • Bodenbeschaffenheit relativ unerheblich, nur feucht genug, am besten gut gelockert

Als Kübelpflanze:

  • sonniger Standort
  • handelsübliches Substrat, aufgelockert mit Sand oder Vulkangestein

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Verwendung

Durch ihr schnelles Wachstum ist die Salix matsudana ein beliebter Kandidat für Baumbepflanzungen, die schnell in die Höhe kommen sollen – etwa in neu angelegten Gärten oder Parks, vor allem auch dort, wo schnell eine natürliche Grenze entstehen oder eine Lücke geschlossen werden soll.

Außerdem hat sie mit ihrer typisch gewundenen, verdrillten Zweigformation einen hohen Dekorationswert und ist ein beliebtes Material für Floristen. In Sträußen und Blumengestecken lassen sich mit ihren Zweigen attraktive Strukturakzente setzen. Auch ganz “pur” in der Vase machen sich einzelne Korkenzieherweidenäste sehr hübsch.

Auch für Fans der Bonsaikultur ist die Korkenzieherweide interessant: ihr schnelles Wachstum und ihre biegsamen, strukturreichen Äste bieten eine gute Basis für interessante Formationserziehung.

Der Nutzen der Korkenzieherweide

  • Für schnelle Baumbepflanzungen und Lückenfüllungen
  • Als Strukturmaterial in der Floristik oder Deko für zuhause
  • Für die Bonsaikultur im Kübel

Korkenzieherweide gießen

Kultiviert man die Korkenzieherweide als Hochstamm im Freiland, braucht sie in ausgewachsenem Zustand in der Regel nicht zusätzlich mit Wasser versorgt zu werden. Höchstens in langen, heißen Trockenphasen im Sommer können Sie sie ab und zu mit Regenwasser wässern.

Einen neu gepflanzten Jungbaum müssen Sie natürlich zunächst gut angießen und in trockenen Phasen noch ein wenig engmaschiger umsorgen.

Noch nötiger ist die regelmäßige Wasserversorgung natürlich bei einer Korkenzieherweide in der Kübelkultur. In dieser Form hat sie einen höheren Wasserbedarf und kann im Topfsubstrat freilich auch nicht so viel Wasser speichern. Eine Korkenzieherweide im Kübel sollten Sie regelmäßig und relativ ausgiebig gießen, sodass der Wurzelballen bis zur nächsten Wassergabe an-, aber nicht ganz austrocknet. Der Kalkgehalt des Wassers ist für die Korkenzieherweide relativ unerheblich.

Korkenzieherweide richtig düngen

Gedüngt werden braucht die Korkenzieherweide als Freilandstrauch/-baum eigentlich nicht. Mit ein wenig Kompost und Hornspänen (6,39€ bei Amazon*) in der Pflanzlocherde beim Setzen können Sie ihr natürlich etwas Gutes tun.

Anders verhält es sich bei der Kübelkultur. Hier ist der Platz für die an sich sehr weitreichenden Wurzeln stark begrenzt, sodass Sie der Korkenzieherweide hier mit etwas zusätzlichem Nährstoff nachhelfen sollten. Am besten geben Sie ihr im Abstand von zwei Wochen regelmäßig etwas Grünpflanzen-Flüssigdünger. Von billigem, aggressivem mineralischem Blaukorndünger sollten Sie allerdings Abstand nehmen.

Korkenzieherweide richtig schneiden

Das Schneiden ist bei der Korkenzieherweide ein wesentliches Thema – diesbezüglich beansprucht sie Ihre Umsorge wohl am meisten. Durch ihr rasches Wachstum muss sie, um gesund und frisch zu bleiben, alljährlich zurückgeschnitten und ausgelichtet werden. Außerdem lässt sie sich so viel besser ästhetisch in Form halten. In kleineren Gärten kann der regelmäßige Rückschnitt auch allein schon aus Platzgründen erforderlich sein.

Den Rückschnitt nehmen Sie am besten im zeitigen Frühjahr vor, wenn der Baum noch vor dem ersten massiven Wachstumsschub steht und seine Äste noch kahl und übersichtlich sind. Sie beginnen am besten mit dem Herausnehmen alter, toter Äste, damit die Energie über den Frühling und Sommer ganz in den Austrieb der gesunden Äste gesteckt werden kann. Anschließend können Sie den Formschnitt vornehmen, der je nach Ihren Belangen mehr der Platzbegrenzung oder der optischen Ästhetik dient.

In höherem Alter empfiehlt es sich, die Korkenzieherweide auch einmal radikal zurückzuschneiden. Das fördert einen vitaleren Neuaustrieb und eine Auffrischung der Zweigbeschaffenheit.

Die Schnittregeln im Überblick:

  • Korkenzieherweide jedes Jahr schneiden und auslichten
  • Zeit: frühes Frühjahr
  • Erst totes Geäst auslichten, dann ästhetischer Formschnitt
  • Alte Exemplare auch mal radikal zurückschneiden

Ein Tipp: Dass der Rückschnitt der Korkenzieherweide ins frühe Frühjahr fallen sollte, trifft sich gut: Denn die hübsch gedrillten Zweige eignen sich hervorragend als frisches, dekoratives Material für Ostersträuße! Hängeschmuck wie Ausblas-Eier lassen sich auch bestens an die Zweigwindungen hängen.
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Einpflanzen

Die beste Zeit für das Einpflanzen einer Korkenzieherweide ist der Herbst vor dem ersten Frost – so hat sie Gelegenheit, ihr Wurzelwerk fürs Erste gut auszubilden. Beim Pflanzen sollten Sie zunächst vor allem ein großzügiges Loch ausheben. Der Wurzelballen der Salix matsudana breitet sich nämlich stark aus und braucht viel Entfaltungsraum. Dem Aushub mischen Sie am besten einige Hornspäne bei, die der Auflockerung und der Langzeitdüngung dienen. Kompost können Sie auch beimischen, das ist allerdings nur bei besonders magerem Boden nötig.

Die Baumscheibe um den eingesetzten Jungbaum treten Sie gut fest und gießen gut an. Geben Sie ihm am besten auch mit einem Stützpfahl ein wenig Halt gegen Wind und binden ihn mit Jute daran fest.

Zum Merken:

  • Pflanzzeit: Früher Herbst
  • Großen Aushub vorbereiten, aufgelockert mit Hornspänen oder Lavasplitt, möglicherweise Kompostdünung
  • Gut festtreten und mit Stützpfahl sichern

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Wie pflanze ich richtig um?

Ein Umpflanzen sollten Sie bei der Korkenzieherweide möglichst vermeiden. Zum einen ist das für jede Pflanze erst einmal schwächend. Zum anderen ist die Salix matsudana standorstmäßig so anspruchslos, dass zumindest in dieser Hinsicht ein Ortswechsel in aller Regel nicht viel bringen wird, falls der Baum Mängel zeigen sollte. Auch dagegen spricht, dass die Korkenzieherweide nicht besonders alt wird – in einem so kurzen Leben sollte man ihr eine Umpflanzung also noch dringlicher ersparen.

Sollte sie zu viel Platz einnehmen, können Sie sie besser radikal zurückschneiden. Das verträgt sie auch im Alter völlig problemlos.

Wenn Sie auf die Umpflanzung bestehen, sollten Sie die Korkenzieherweide vor allem sehr großzügig ausgraben, da ihr Wurzelwerk essenziell für sie ist und sich sehr weit ausdehnt. Beim Neuaushub gehen Sie genauso großzügig vor und lockern das Substrat gut auf.
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Korkenzieherweide vermehren

Eine Korkenzieherweide zu vermehren, ist nicht schwer. Dazu verwendet man am besten einfach etwas von dem Verschnitt, der beim alljährlichen Rückschnitt sowieso anfällt. Von den geschnittenen Ästen schneiden Sie einen etwa 15 bis 20 cm langen Trieb mit einigen Knospen ab und entlauben ihn vollständig.

Diesen Holzsteckling bewahren Sie den Winter über auf und setzen ihn im folgenden Frühjahr in einen Topf mit einem Substrat aus Erde und Torf. Diesen stellen Sie an einen hellen, sonnigen Fensterplatz und halten ihn gleichmäßig feucht. Sie können auch die altbewährte Folienmethode anwenden, indem Sie den Steckling mit einer Folie überziehen und ihm dadurch ein gleichmäßig warmfeuchtes Mikroklima bieten.
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Ableger

Ableger sind die gängigste Methode für die Vermehrung der Korkenzieherweide. Theoretisch ist natürlich auch die Aussaat möglich, angesichts der Einfachheit und hohen Gelingrate von Holzstecklingen sollten Sie davon aber eher absehen.
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Im Kübel

Wegen ihres hübschen Zweigwerks und ihres gut dirigierbaren Wachstums eignet sich die Korkenzieherweide auch bestens für die Kübelkultur. Hierbei sind ein paar Dinge zu beachten. Zunächst ist auf ein ausreichend geräumiges, lockeres und stets feuchtes Substrat zu achten. Stellen Sie eine lockere Drainage aus Lavasplitt oder Blähtonher und mengen der Erde am besten auch organischen Langzeitdünger wie Hornspäne und etwas Kompost bei. Während der Wachstumsphase sollten Sie außerdem alle 14 Tage etwas Grünpflanzen-Flüssigdünger geben.

Der Standort sollte hell und sonnig sein. Im Winter braucht die an sich winterharte Korkenzieherweide auch im Kübel nicht ins Haus geholt zu werden. Schützen Sie den Wurzelballen aber ein wenig vor arg strengem Frost, indem Sie den Topf mit Sackleinen umwickeln und/oder die Erde mit Tannenzweigen abdecken.
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Bonsai

Dank ihres schnellen, vitalen Wachstums und ihrer Biegsamkeit lässt sich die Korkenzieherweide auch gut zum Bonsai erziehen. Dazu beginnen Sie am besten mit der Anzucht eines Holzstecklings wie oben beschrieben. Wenn dieser die gewünschte Wuchshöhe erreicht hat, kürzen Sie konsequent die oberen Endtriebe ein und bringen das Minibäumchen so dazu, seitlich verstärkt auszutreiben und eine breite, formschöne Krone zu entwickeln. Diese können Sie dann nach Lust und Laune in ihrer Kontur schärfen und sich an dem verdichteten, schlängelnd gewundenen Zweigwerk erfreuen.
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Krankheiten

Krankheiten sind leider ein Thema für Korkenzieherweiden. Sie sind zwar anspruchslos bei den Standortbedingungen, aber recht anfällig für Pilzkrankheiten, insbesondere für

  • Marssonina-Pilze und
  • Weidenschorf

Marssonina-Pilze

Einen Befall erkennen Sie an sich verfärbenden und vertrocknenden Blättern. In fortgeschrittenem Stadium können sich auch die Zweigspitzen dunkel verfärben und Wucherungen ausbilden. Entfernen Sie in dem Fall schnell und so gründlich wie möglich alle erkrankten Pflanzenteile und entsorgen sie im Restmüll. In hartnäckigen Fällen können Sie auch mit einem chemischen Fungizid nachhelfen.

Weidenschorf

Auch für Weidenschorf zeigt sich die Korkenzieherweide ziemlich anfällig. Die Symptome dieser Pilzkrankheit sind denen des Marssonina-Pilzes sehr ähnlich und auch die Gegenmaßnahmen im Grunde dieselben.

Vorbeugend gegen Pilzbefall können Sie Ihre Korkenzieherweide verstärkt mit abwehrkräftestrkendem Kali und Phosphor versorgen.
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Schädlinge

Auch von Schädlingen wird die Korkenzieherweide durchaus heimgesucht. Dazu gehören vor allem

Weidenblattkäfer

Der glänzende, kleine, runde Weidenblattkäfer kann die Korkenzieherweide mit seinem unermesslichen Appetit fast ganz kahlfressen. Gerade bei einem noch jungen Bäumchen sollten Sie hier durchaus zu einem Insektizid greifen.

Weidenbohrer

Beim Weidenbohrer, einer Nachtfalterart, sind nur die Larven gefährlich. Sie fressen sich nach dem Schlüpfen unter der Rinde durch die gesamte Borke und dünsten dabei irgendwann einen essigartigen Geruch aus. Meist ist der Schaden dann allerdings schon massiv. Die Bekämpfung ist schwierig – die ausgewachsenen Falter lassen sich absammeln, die unter der Rinde fressenden Larven nicht. Befallene Triebe sollten sie schlichtweg ganz herausschneiden. Im schlimmsten Fall ist die Korkenzieherweide nicht mehr zu retten und muss gefällt werden.
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Ist Korkenzieherweide giftig?

Weiden sind allgemein in toxikologischer Hinsicht eine ungefährliche Pflanzengattung. So ist es also auch bei der Korkenzieherweide. Sowohl für den Menschen, als auch für Tiere birgt sie keine Gefahr. Wenn Kleinkinder und/oder tierische Mitbewohner in Ihrem Haushalt leben, brauchen Sie sich also keine Gedanken zu machen, weder bei einer geplanten Freilandpflanzung, noch bei einer Kübelkultur.
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Tipps

Den vielen Verschnitt beim alljährlichen Rückschnitt brauchen Sie nicht ungenutzt zu lassen: Die Zweige der Korkenzieherweide enthalten nämlich wertvolle Auxine, die als natürliches Wachstumshormon auch anderen Pflanzen bei der Bewurzelung antreiben. Übergießen Sie einfach die kleingeschnittenen Triebe mit kochendem Wasser und lassen den Aufguss 24 Stunden ziehen. Den abgeseihten Sud können Sie dann für jegliche Bewurzelungsprojekte verwenden.

Sorten

Die bekannteste Korkenzieherweidenart ist die Salix matsudana Tortuosa. Daneben werden aber auch andere Kulturformen mit besonderen Eigenschaften kultuviert, etwa die

  • Salix Caradoc
  • Salix matsudana Pendula oder die
  • Salix erythroflexuosa

Salix Caradoc

Diese Sorte heißt auf deutsch Gold-Korkenzieherweide und hat ihren besonderen Reiz durch eine goldfarbene Herbstfärbung. Dadurch hat sie auch abseits der typisch gewundenen Zweigstruktur noch einen anderen Schmuckwert. Die Zweige sind außerdem ganz besonders zickzackförmig gewunden. Die Gold-Korkenzieherweide hat einen strauchigen Habitus und wird etwa 6 m hoch. Wie die Salix matsudana Tortuosa benötigt sie einen sonnigen Standort und einen feuchten Boden.

Salix matsudana Pendula

Diese Korkenzieherweidenart hat im Gegensatz zur Salix matsudana Tortuosa hängende Äste und erinnert dadurch ein wenig an eine Trauerweide. Ansonsten ist sie der Tortuosa vom Habitus und den Standortanforderungen her ähnlich.

Salix erythroflexuosa

Ihre Zweige sind besonders intensiv gedreht und haben eine ins Rötliche gehende, attraktive Färbung. Die langen, lanzettlichen Laubblätter sind meist auch in sich gewellt. Der Strauch bildet eine nach oben breiter werdende Silhouette aus und wird etwa 3 bis 5 Meter hoch.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Martina Unbehauen/Shutterstock

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