Kompost

Im Winter kompostieren: So halten Sie den Prozess in Gang

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Kompostieren ist ganzjährig möglich und versorgt Ihren Garten auch im Frühjahr mit wertvollem Dünger. Dieser Artikel gibt Tipps, wie Sie Ihren Kompost winterfest machen und im Winter einen neuen Kompost anlegen.

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Vorm Wintereinfall sollte der Kompost umgeschichtet werden

Kompostierung im Winter – kein Problem

Kompostieren ist nicht nur im Sommer möglich, sondern auch im Winter. Um nasse Küchenabfälle in den kalten Monaten gut kompostieren zu können, sollten Sie bereits im Herbst trockenes Häckselgut, Laub und verholztes Pflanzenmaterial für die Beimischung bereitstellen. Im Winter verlangsamt sich der Zersetzungsvorgang, da die Mikroorganismen bei Kälte weniger aktiv sind. Dennoch bleibt der Prozess in Gang, da die Mikroorganismen eigene Wärme erzeugen und verhindern, dass das Wasser im Komposthaufen gefriert. Erst bei länger anhaltenden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt setzt die Rotte aus, startet aber sofort wieder, sobald die Temperaturen steigen.

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Verschiedene „Kompostiergehilfen“ wie Kerbtiere, Asseln, Hundertfüßer, Milben oder Kompostwürmer machen während des Winters eine Ruhepause. Diese Pause ist oft Teil einer Phase der Umwandlung in ihrem Lebenszyklus. Sobald im Frühjahr die Gartenarbeit wieder beginnt, sind diese Helfer erneut im Komposthaufen aktiv.

Komposthaufen winterfest machen

1. Kompost schützen

Eine Abdeckung sorgt dafür, dass der Komposthaufen im Winter nicht durch Regen oder Schnee zu nass wird, was die Auswaschung wertvoller Nährstoffe verhindert. Eine Isolierung mit Pappe, Schilfmatten, Stroh, Jutesäcken oder einer dicken Laubschicht, die durch ein Vlies geschützt wird, hält die Wärme im Komposthaufen. Ein überdachter Komposthaufen heizt sich schneller auf und verbessert den Kompostierungsprozess.

2. Häckseln und Zerkleinern

Größere Äste und Zweige sollten mit einem Häcksler zerkleinert werden, um den Mikroorganismen die Zersetzung zu erleichtern. Kleinere Stoffe auf dem Kompost werden schneller zersetzt und sind früher verwendungsfähig. Zudem wird durch Zerkleinern das Volumen des Kompostmaterials reduziert.

3. Gleichgewicht

Der perfekte Kompost entsteht durch das richtige Mischen der Zutaten. Trockenes, grobes, braunes Material wie Gehölzschnitt sollte mit feuchtem, feinem, grünem, stickstoffreichem Material wie Küchenabfällen gut vermischt werden. Im Winter sind grüne Materialien oft seltener, daher ist es wichtig, braune und grüne Stoffe in etwa gleichen Mengen auf den Komposthaufen zu geben. Braunes Material kann in Kompostbeuteln gelagert und mit nassen Küchenabfällen vermischt werden.

4. Komposthaufen umsetzen

Vor dem Wintereinbruch sollte der Kompost umgesetzt werden, um die Bestandteile gut zu vermischen und den Haufen zu belüften. Die durch die Bewegung erzeugte Wärme regt die Verrottung an und verringert die Wahrscheinlichkeit von Fäulnis während des Winters. Bereits fertiger Kompost kann entnommen und frostfrei im Gartenhaus gelagert werden, um im Frühjahr für Jungpflanzen zur Verfügung zu stehen.

Kompost im Winter ansetzen

Wer die ruhige Winterzeit für ein nachhaltiges Gartenprojekt nutzen möchte, kann jetzt einen Kompost anlegen. Innerhalb weniger Monate entsteht so aus Garten- und Küchenabfällen wertvoller Dünger.

1. Die Mischung macht’s: Nass mit Trocken, Grob mit Fein

Die richtige Mischung der Materialien ist entscheidend für eine erfolgreiche Kompostierung. Verschiedene Abfälle sollten gut vermischt werden. Wichtig ist, nasse mit trockenen Abfällen zu kombinieren, frische mit alten und faseriges Material mit matschigem Material zu mischen.

2. Los geht’s!

Zunächst wird gehäckselter Strauch- und Baumschnitt etwa zehn Zentimeter dick als Bodenschicht in den Sammelbehälter eingefüllt. Dadurch kann überschüssiges Wasser leichter versickern, und Fäulnisprozesse werden vermieden. Anschließend folgen Küchen- und weitere Gartenabfälle. Die feuchten Küchenabfälle oder den Grasschnitt immer wieder mit klein geschnittenem oder gehäckseltem Strauch- und Baumschnitt oder Stroh ausgleichen. Damit wird sichergestellt, dass feuchte Abfälle nicht zusammenklumpen und genug Luft an das Rottegut kommt. Ob der Kompost zu nass oder zu trocken ist, lässt sich mit der sogenannten Faustprobe erkennen: Beim Zusammendrücken in der Hand muss es sich feucht wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen, zwischen den Fingern sollten aber keine Tropfen austreten.

3. Küchenabfälle zerkleinern

Neben Küchenabfällen wie Resten von Obst und Gemüse, Kaffee und Tee oder Eierschalen, kann auch Einstreu von Kleintieren auf den Kompost gegeben werden. Zitrusfrüchte sollten nur in geringen Mengen hinzugefügt und vorher zerkleinert werden, da diese schwer abgebaut werden und der Zersetzungsprozess ansonsten länger dauert.

4. Umsetzen und durchmischen

Der Zersetzungsprozess ist im Winter verlangsamt, aber mit ausreichend Geduld läuft er dennoch weiter. Nach etwa zwei bis drei Monaten sollte der Komposthaufen zunächst umgesetzt und durchmischt werden. Nach weiteren drei bis vier Monaten ist er fertig und kann als Dünger und Bodenverbesserer zum Einsatz kommen.

Bilder: stockphotofan1 / Shutterstock