Klee – ein kleines Kraut mit großer Bedeutung?

Kaum einem Wildkraut wird eine so große Bedeutung beigemessen, wie dem Klee oder besser einer seltenen Genmutation dieser Pflanze. Schon im Mittelalter sollte ein an die Kleidung genähtes vierblättriges Kleeblatt Reisende vor Unglück schützen. Doch warum gilt Klee als Glücksbringer?

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Klee bringt Glück, aber warum?

In welchen Kulturen hat Klee eine besondere Bedeutung?

Klee, oder besser gesagt das Kleeblatt, hat schon seit vielen hundert Jahren eine besondere Bedeutung in unterschiedlichen Kulturen, zum Beispiel bei den Kelten und im Christentum. In Irland ist das dreiblättrige Kleeblatt sogar ein Nationalsymbol.
In der Landwirtschaft hat Wiesen- oder Rotklee auch eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zur Gründüngung und als Futterpflanze. Manchen Arten wird sogar eine Heilwirkung nachgesagt.

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Welche Bedeutung hat das Kleeblatt im Christentum?

Im Christentum hat das Kleeblatt eine mehrfache Bedeutung: Das dreiblättrige Kleeblatt steht für die Dreifaltigkeit Gottes, das vierblättrige soll dagegen das Kreuz symbolisieren, steht aber auch für die vier Evangelisten.
Viele Christen glauben, dass Eva ein vierblättriges Kleeblatt aus dem Paradies mitgenommen hat, sozusagen als Andenken. Für diese Menschen gilt das Kleeblatt als „Stück vom Paradies“, aber natürlich nur ein vierblättriges.

Wieso ist Klee ein Symbol für Glück?

Vielleicht mag die Bedeutung als Glückssymbol vor allem im christlichen Glauben begründet sein, für die Bauern im Mittelalter hatte der Wiesenklee aber auch einen sehr praktischen Wert. Durch eine Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien reichert er den Boden mit Stickstoff an und wirkt so als natürlicher Dünger. Außerdem ist der Schmetterlingsblütler eine vielseitig verwendbare Futterpflanze. Da vierblättrige Kleeblätter in der Natur nur selten vorkommen, gehört natürlich Glück dazu, eines zu finden.

Was ist das Besondere an Glücksklee?

Der aus Mexiko stammende Glücksklee (bot. Oxalis tetraphylla) ist von Natur aus vierblättrig, daher wird er gern zu Silvester verschenkt. Zu erkennen ist er an der dunklen, rötlich gefärbten Blattbasis.
Glücksklee unterscheidet sich nicht nur rein äußerlich erheblich vom Wiesenklee, sondern gehört auch einer ganz anderen Pflanzengattung an. Während Wiesenklee zur Familie der Hülsenfrüchtler gezählt wird und als essbar gilt, ist der Glücksklee ein Mitglied der Sauerkleegewächse. Ein übermäßiger Verzehr kann durch die enthaltene Oxalsäure zu Durchfall führen, ähnlich wie beim Rhabarber.

Tipp

Glücksklee nicht einfach wegwerfen!

Sie haben zu Silvester einen Glücksklee bekommen? Dann werfen Sie diesen nicht einfach weg. Die Pflanze ist zwar nicht winterhart, aber mehrjährig. Im Sommer können Sie den Topf in den Garten oder auf den Balkon stellen und sich im Sommer über wunderschöne rosarote Blüten freuen.

Text: Ursula Eggers
Artikelbild: Picture-Syndicate/Shutterstock