Kirschlorbeer

Kirschlorbeer und Ameisen: Eine besondere Beziehung

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Kirschlorbeersträucher locken mit ihren extrafloralen Nektarien Ameisen an, die wiederum Blattläuse anlocken können. Dieser Artikel erörtert das komplexe Zusammenspiel zwischen diesen Insekten und dem Kirschlorbeer sowie nachhaltige Methoden zur Ameisenkontrolle.

Kirschlorbeer Ameisen

Extraflorale Nektarien: Zuckerquellen am Kirschlorbeer

Die Blattunterseiten des Kirschlorbeers beherbergen kleine, auffällige Drüsen, die eine süße, zuckerhaltige Flüssigkeit absondern. Diese sogenannten extrafloralen Nektarien befinden sich in der Nähe des Blattansatzes zur Mittelrippe. Ihre anfänglich dunkelgrüne Färbung wechselt später zu einem rötlich-braunen Farbton. Durch die Besiedelung von Rußtaupilzen können sich dunkle Flecken bilden – ein natürlicher und unbedenklicher Vorgang für den Kirschlorbeer.

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Wissenswertes über extraflorale Nektarien

  • Position und Aussehen: Sie befinden sich an der Blattunterseite nahe dem Blattansatz und erscheinen zunächst dunkelgrün, später rötlich bis braun.
  • Funktion: Die Drüsen sondern zuckerhaltige Säfte ab, die Insekten wie Ameisen, Wespen und Bienen anlocken. Bereits 1892 beobachtete Charles Darwin Honigbienen, die diese Nektartropfen aufsuchten.
  • Zweck: Extraflorale Nektarien locken Insekten an, die als natürlicher Schutz gegen Schädlinge dienen können.
  • Rußtaupilze: Die Schwarzfärbung durch Rußtaupilze ist harmlos und erfordert keine Behandlung.

Die Gesundheit des Kirschlorbeers bleibt trotz der Besiedelung durch Rußtaupilze unbeeinträchtigt. Die extrafloralen Nektarien spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem des Gartens, indem sie nützliche Insekten anziehen, die bei der Schädlingsbekämpfung helfen können.

Kirschlorbeer als Nahrungsquelle für Ameisen

Kirschlorbeersträucher bieten Ameisen eine wertvolle Nahrungsquelle. Die vielseitigen Insekten bevorzugen eine Ernährung, die sowohl süße Pflanzensäfte als auch Eiweiß umfasst. Besonders attraktiv sind für sie die zuckerreichen Ausscheidungen von Schadinsekten sowie die zuckerhaltigen Säfte, die der Kirschlorbeer über seine extrafloralen Nektarien abgibt. Die Lage der Nektarien an der Blattbasis macht sie für Ameisen leicht zugänglich.

  • Zuckerhaltige Säfte: Ameisen werden von den zuckerreichen Säften der extrafloralen Nektarien an der Blattunterseite des Kirschlorbeers angelockt. Diese bieten ihnen eine konstante Nahrungsquelle.
  • Schadinsekten: Die zuckerhaltigen Ausscheidungen (Honigtau) bestimmter Schadinsekten, wie Blattläusen, dienen Ameisen ebenfalls als Nahrung. Diese Symbiose bietet den Schadinsekten Schutz vor Fressfeinden, während die Ameisen eine leicht zugängliche Nahrungsquelle erhalten.

Ameisen nutzen Pheromone zur Orientierung und Kommunikation, um ihre Wege zu den Nektarien zu markieren und anderen Arbeiterinnen den Weg zur Nahrungsquelle zu weisen.

Ameisen und Blattläuse: Eine komplexe Beziehung

Schäden am Kirschlorbeer deuten häufig auf die Anwesenheit von Blattläusen hin, die den Pflanzensaft saugen. In deren Gefolge finden sich oft Ameisen, die vom süßen Honigtau, einem Nebenprodukt der Blattlausverdauung, angelockt werden.

Ameisen pflegen eine symbiotische Beziehung zu Blattläusen, indem sie diese „melken“ und vor natürlichen Fressfeinden schützen. Diese Partnerschaft ermöglicht es den Blattläusen, ungestört zu gedeihen und schnell große Kolonien zu bilden. Ein effektiver Ansatz zur Reduzierung der Ameisenpopulation auf der Pflanze ist daher die Bekämpfung der Blattläuse.

Nachhaltige Maßnahmen gegen Ameisen am Kirschlorbeer

Beim Auftreten von Ameisen am Kirschlorbeer sollten Sie auf effektive und umweltschonende Methoden setzen. Hier bietet sich eine Kombination aus vorbeugenden Maßnahmen und direkten Eingriffen an:

  • Raupenleimringe: Um die Stämme von Kirschlorbeersträuchern anzubringen, bieten Raupenleimringe einen physischen Barriereschutz. Sie verhindern, dass Ameisen in die Pflanzen hinaufklettern, um Nektar oder Honigtau zu sammeln.
  • Entfernung befallener Pflanzenteile: Entfernen und entsorgen Sie befallene Blätter oder Zweige über den Hausmüll, um die Ameisen und deren Lebensgrundlage zu reduzieren.
  • Ackerschachtelhalm-Sud: Stärken Sie Ihre Pflanzen und beugen Sie Schädlingsbefall vor, indem Sie Ackerschachtelhalm-Sud auf die Kirschlorbeersträucher sprühen.
  • Optimale Pflege und Bewässerung: Stärken Sie die Widerstandskraft Ihrer Kirschlorbeersträucher durch ausreichende und gezielte Bodenbewässerung. Achten Sie auf eine ausgewogene Düngung und vermeiden Sie einen Stickstoffüberschuss, da dieser Schädlingsbefall fördern kann.

Durch die Kombination dieser Maßnahmen lassen sich Ameisen und die durch sie geförderten Blattläuse effektiv in Schach halten, ohne die Umwelt unnötig zu belasten.

Ameisen umsiedeln: Ein respektvoller Ansatz

Die Umsiedlung eines Ameisenvolks kann eine effektive Methode sein, um das natürliche Gleichgewicht in Ihrem Garten zu bewahren und gleichzeitig die Lebensbedingungen der Ameisen zu respektieren. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Vorbereitung des neuen Standorts: Wählen Sie einen geeigneten, mindestens 30 Meter entfernten Standort, der den Bedürfnissen der Ameisen entspricht.
  2. Vorbereitung eines Blumentopfs: Füllen Sie einen großen Blumentopf mit Holzwolle, Stroh oder Erde als vorübergehendes Nest.
  3. Positionierung des Blumentopfs: Stellen Sie den vorbereiteten Blumentopf umgekehrt über das Ameisennest.
  4. Warten: Lassen Sie den Topf einige Tage über dem Nest stehen, damit die Ameisen ihn besiedeln können.
  5. Umsiedlung des Blumentopfs: Heben Sie den Topf vorsichtig an und tragen Sie ihn zum neuen Standort.
  6. Einleitung des Auszugs: Platzieren Sie den Blumentopf am neuen Standort und heben Sie ihn leicht an, um den Ameisen den Ausgang zu ermöglichen.

Diese Methode ermöglicht eine effektive und schonende Umsiedlung des Ameisenvolks an einen weniger störenden Ort. Geduld ist dabei wichtig, um sicherzustellen, dass die Königin und die meisten Arbeiterinnen umziehen und das Volk weiterhin bestehen kann.

Bilder: rsester / iStockphoto