Kamelien: Die besten Pflegetipps

Kamelien sind großblumige Ziergewächse mit besonderen Ansprüchen. Die Pflege ist etwas aufwändiger, doch wer die Anforderungen an Standort und Pflege beachtet, der kann sich für viele Jahre an der langlebigen Pflanze erfreuen. Einige Kamelien werden mehrere Hundert Jahre alt.

kamelien
Die Kamelie ist ein hübscher Ziertrausch für den Garten

Herkunft

Kamelien gehören zu den Teestrauchgewächsen. Die Gattung umfasst etwa 300 Arten darunter Camellia japonica, die bevorzugt als Zierpflanze kultiviert wird. Sie ist verwandt mit dem Teestrauch, der auch unter den Namen Chinesische Kamelie oder Camellia sinensis bekannt ist. Diese Art wird seit mehr als 4.000 Jahren in Ostasien als Kulturpflanze angebaut und für die Herstellung von Grünem und Schwarzem Tee genutzt.

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Kamelien wachsen im östlichen Asien, wobei ein Zentrum der Artenvielfalt in Südchina liegt. In Europa hatten verschiedene großblütige Kamelienarten im 19. Jahrhundert ihren modischen Höhepunkt.

Wachstum

Die Japanische Kamelie ist ein langlebiger und immergrüner Strauch. Es gibt Pflanzen, deren Alter auf mehr als 1.000 Jahre geschätzt wird. Die Art kann auch baumförmig wachsen und an ihren natürlichen Standorten zwischen sechs und elf Meter hoch werden. In milden Regionen kann der Strauch im Garten bis vier Meter hoch wachsen. Junge Zweige haben eine gräuliche bis braune Rinde, die sich im zweiten Jahr purpur-braun verfärbt.

Blätter

Das Laub der Kamelien ist wechselständig angeordnet. Die Blätter sind einfach aufgebaut und sitzen auf fünf bis zehn Millimeter langen Stielen. Ihre Blattspreite erscheint ledrig und ist elliptisch geformt. Oberseits sind sie dunkelgrün gefärbt, während die Unterseite hellgrün erscheint und braun gepunktet ist. Durch die Blattspreite zieht sich ein erhabener Mittelnerv in gelblich-grüner Färbung.

Blüte

In den Blattachseln entspringen kurz gestielte Blüten, die einzeln oder zu zweit stehen und bis 15 Zentimeter groß werden können. Sie werden von neun Hoch- und Kelchblättern getragen, die grün gefärbt sind. Die Krone besteht aus sechs bis sieben oder mehr äußeren und fünf inneren Kronblättern. Im Zentrum der an Pfingstrosen erinnernden Blüten sitzen auffallende Staubfäden. Sie sind gelb gefärbt und bilden einen ästhetischen Kontrast zur Blütenkrone.

Blütezeit

Am Naturstandort blühen Kamelien zwischen Januar und März. Kultivierte Sorten öffnen ihre Blüten im späten Winter. Die Blütezeit erstreckt sich bis in das Frühjahr. Die Blüten erstrahlen in Weiß, Rosa oder Rot.

Frucht

Im Herbst entwickeln Kamelien holzige und kugelig geformte Kapselfrüchte. Sie bestehen aus drei Fächern, in denen jeweils ein bis zwei Samen heranreifen. Zwischen September und Oktober kommt es zur Fruchtreife.

Verwendung

Kamelien werden in Kübel gepflanzt, da sie die Wintermonate im Freiland meist nicht überstehen. In Regionen mit milden Wintertemperaturen können die Gehölze im Garten angepflanzt werden. Die Sträucher zieren als Topfpflanzen belüftete Wintergärten, Terrassen oder Balkone. Sie setzen in japanischen Gärten blühende und farbintensive Akzente. Im Garten werden Kamelien klassisch als Solitärsträucher genutzt. Als ideale Begleitpflanzen haben sich Magnolien, Rhododendren, Bambus oder Japanischer Ahorn erwiesen.

Ist Kamelien giftig?

Camellia japonica gilt als ungiftig für Menschen, Hunde, Pferde und Katzen. Der für die Teeherstellung genutzte Strauch Camellia sinensis enthält in den Pflanzenteilen Koffein. Konsumiert eine Person große Mengen der Blätter, kann es zu einer erhöhten Herzfrequenz oder Herzklopfen kommen. Auch Krämpfe sind möglich.

Welcher Standort ist geeignet?

Kamelien bevorzugen einen halbschattigen Standort unter höheren Gehölzen. Möchten Sie Ihre Kamelie im Garten auspflanzen, sollten Sie dem Strauch einen milden und windgeschützten Standort bieten. Vor allem während der Sommermonate benötigen die Gehölze ausreichend Licht, damit die Knospenbildung angeregt wird. Die Wintersonne schadet der Pflanze, da sie zu Trockenstress führen kann.

Im Kübel stehen die Sträucher gerne auf absonnigen Balkonen und Terrassen. Sie können in Wintergärten kultiviert werden, sofern diese nicht beheizt werden und gut durchlüftet sind. Die Sträucher mögen Temperaturen zwischen zwölf und 16 Grad Celsius. Daher sind sie nicht für beheizte Innenräume geeignet.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Die Teestrauchgewächse mögen einen humosen und kalkarmen Boden mit leicht sauren Bedingungen. Moorbeet- oder Rhododendronerde eignet sich ideal zur Kultivierung. Scharfer Sand oder Lavagrus verbessert die Durchlässigkeit, sodass Gießwasser besser ablaufen kann. Gleichzeitig haben die Wurzeln bessere Wachstumsbedingungen. Kamelien bevorzugen leicht feuchte Bedingungen, wobei keine Staunässe entstehen sollte.

Substrat selbst mischen:

  • sechs Teile Torf oder Torfersatz
  • zwei Teile Kompost
  • ein Teil Blähton
  • ein Teil Sand

Was ist die beste Pflanzzeit?

Die Frühjahrspflanzung hat sich als bewährt erwiesen, da die Sträucher während der Vegetationsphase genügend Zeit zur Einwurzelung haben. Das sorgt dafür, dass die Pflanzen besser über den Winter kommen. Lockern Sie den Boden auf und graben Sie ein großes Pflanzloch. Legen Sie Kies oder Splitt (12,80€ bei Amazon*) auf den Boden, damit der Wasserabfluss gewährleistet ist. Setzen Sie den Wurzelballen in das Loch und füllen Sie die Lücken mit Rhododendronerde oder Laubhumus auf.

Aussaat

Kamelien benötigen warme Temperaturen, damit sie erfolgreich Früchte entwickeln. Die Japanische Kamelie entwickelt auch in kühleren Regionen Kapselfrüchte, die zwischen September und Oktober für die Samenvermehrung geerntet werden können. Da die Samen ihre Keimfähigkeit unter trockenen Bedingungen schnell verlieren, müssen sie sofort ausgesät oder kühl und feucht gelagert werden.

Das Saatgut wird auf nährstoffarmes Substrat gestreut und befeuchtet. Eine Folie sorgt dafür, dass die Luftfeuchtigkeit hoch bleibt. An einem warmen Ort keimen die Samen innerhalb weniger Wochen. Eine über Samen vermehrte Kamelie benötigt zwischen vier und 20 Jahre, bis sie erstmalig Blüten entwickelt.

Stecklinge

Die Teestrauchgewächse lassen sich über Stecklinge vermehren. Zur Anzucht verwenden Sie nährstoffarmes Substrat. Achten Sie auf eine konstante Bodenfeuchte. Eine transparente Abdeckung dient als Verdunstungsschutz. Das Pflanzgefäß wird an einen hellen und halbschattigen Platz gestellt. Eine Bodenheizung liefert ideale Bedingungen. Bis Stecklinge Wurzeln bilden, können mehrere Monate vergehen.

Kopfstecklinge

Bei dieser Vermehrungsmethode schneiden Sie etwa 15 Zentimeter lange Zweige von einer gesunden Mutterpflanze ab. Der Trieb sollte gesund sein und mindestens drei Blätter besitzen.

Triebstecklinge

Sie stellen eine Sonderform der Kopfstecklinge dar. Bei ihnen wird die Sprossspitze des Kopfstecklings abgeschnitten, da diese ungenügend ausgereift ist und sich während des Wachstums krümmen würde. Unterhalb der Abbruchstelle bildet die Pflanze frische Verzweigungen, sodass sie kompakt wächst. Triebstecklinge sollten zwei bis drei Blätter besitzen.

Blattstecklinge

Blätter werden bevorzugt zur Vermehrung genutzt, da sie zuverlässig Wurzeln entwickeln. Es wird mit dem Stiel leicht schräg in das Substrat gesetzt. Sobald sich Wurzeln gebildet haben, treibt die Kamelie neu aus. Das alte Blatt stirbt mit der Zeit ab.

Knotenstecklinge

Bei dieser besonderen Methode wird ein beblättertes Sprossstück der Kamelie mit einer Länge von zwei bis drei Zentimeter für die Vermehrung genutzt. Es muss ein gut entwickeltes Auge besitzen, damit der Steckling austreiben kann. Rollen Sie die Blätter zusammen und fixieren Sie es mit einem Gummi oder Bast. Auf diese Weise wird die Verdunstung reduziert. Schieben Sie ein kleines Holzstück in das eingerollte Blatt, damit es mehr Stabilität bekommt. Legen Sie den Steckling waagerecht auf ein nährstoffarmes Substrat.

Kamelien im Topf

Der Kübel sollte etwas größer sein als der Wurzelballen. Werden kleine Kamelien in zu große Töpfe gepflanzt, vernässt das nicht durchwurzelte Substrat schnell und verdichtet sich. Die feinen Wurzeln können sich nicht mehr optimal ausbreiten und sind dem Risiko von Staunässe ausgesetzt. Es kann außerdem zur Versauerung kommen, wodurch die Vitalität der Pflanze geschwächt wird.

Tipps für Kübelpflanzen:

  • Topf auf Standfüße stellen, damit Wasser ablaufen kann
  • Kamelien während des Sommer nach draußen stellen
  • Sträucher in flachen Gefäßen häufiger gießen als Pflanzen in hohen Kübeln

Kamelien gießen

Kamelien mögen leicht feuchte Bedingungen. Der Wurzelballen sollte nicht austrocknen oder zu nass stehen. Während der Wachstumsphase zwischen Frühjahr und Herbst werden die Sträucher regelmäßig gegossen. Kübelpflanzen benötigen häufigere Gießeinheiten, da das Substrat schneller trocknet.

Überschüssiges Wasser sollte sofort aus dem Untersetzer entfernt werden. Zwischen den Wassergaben darf die obere Bodenschicht leicht antrocknen. Nutzen Sie Regenwasser, denn Leitungswasser enthält viel Kalk und schadet den Pflanzen. Besprühen Sie die Blätter gelegentlich mit Wasser, wenn die Luft sehr trocken ist.

Kamelien richtig düngen

Die Teestrauchgewächse erfreuen sich über regelmäßige Düngergaben. Verabreichen Sie den Sträuchern alle zwei Wochen einen Flüssigdünger für Grünpflanzen. Alternativ können Sie die Sträucher im Frühjahr mit einem mineralischen Langzeitdünger in Pulverform versorgen. Dieser wird vor dem Blattaustrieb auf dem Substrat verteilt. Wenn Sie einen organischen Dünger verabreichen, sollten Sie im Mai erneut düngen.

Die Pflanzen vertragen Rhododendrondünger oder Guano.(13,35€ bei Amazon*) Die auf der Packung empfohlene Menge können Sie halbieren. Kamelien haben einen hohen Stickstoffbedarf. Gleichzeitig reagieren sie empfindlich auf Salz. Balkonblumendünger sind nicht geeignet, da sie viel Phosphat und wenig Stickstoff enthalten.

Kamelien richtig schneiden

Kamelien erweisen sich als gut schnittverträglich und überstehen auch stärkere Schnittmaßnahmen ohne Probleme. Da die Sträucher mit dem Alter zunehmend schöner werden, müssen nur Jungpflanzen regelmäßig gestutzt werden. Unterhalb der Schnittstellen treiben die Pflanzen neu aus und entwickeln gute Verzweigungen und buschige Wuchsformen. Vor dem Blattaustrieb im Frühjahr ist der beste Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen.
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Wie pflanze ich richtig um?

Camellia japonica und ihre Verwandten werden zwischen Mai und Juli oder im Herbst umgetopft. Während des Frühjahrs können Freilandsträucher ausgegraben und umgepflanzt werden. Kübelpflanzen benötigen alle zwei bis drei Jahre einen größeren Topf. Spätestens wenn die Wurzeln auf der Substratoberfläche sichtbar sind, erfreuen sich die Pflanzen über einen neuen Kübel.

Überwintern

Kamelien sind wegen ihrer immergrünen Blätter frostempfindlich. In milden Regionen der Küsten und Tiefebenen überstehen die Gewächse den Winter im Freiland mit einem entsprechenden Winterschutz. Sie sollten an einen Standort gesetzt werden, der nicht wind- oder sonnenexponiert ist.

Ältere Pflanzen, die mehr Zeit zum Einwurzeln hatten als jüngere Sträucher, erweisen sich unempfindlicher gegen niedrige Temperaturen. Sie können im Freiland bis -15 Grad Celsius überleben, wenn Wurzelballen und Blätter abgedeckt wurden. Kübelpflanzen sind bis -5 Grad Celsius frosthart. Spätfröste stellen ein Risiko dar, da die Pflanzen bereits austreiben und das zarte Gewebe sofort erfriert.

Der perfekte Winterschutz für Kamelien im Freien:

  • dicke Mulchschicht auf dem Boden verteilen
  • Blätter mit einem hellen Vlies schattieren
  • Kübel mit Folie umwickeln und auf Holzbretter stellen
  • an frostfreien Tagen bewässern

Winterquartier

Kübelpflanzen sollten in einem unbeheizten Raum mit Temperaturen bis maximal 15 Grad Celsius überwintert werden. Beheizte Wohnzimmer sind nicht geeignet, da die Pflanzen bei zu hohen Temperaturen nicht in die Winterruhe gehen. Im nächsten Jahr fällt die Blütenpracht gering aus. Der Standort bietet idealerweise helle Bedingungen. Während der Ruhephase wird die Nährstoffversorgung eingestellt. Halten Sie die Pflanzen etwas trockener. Der Wurzelballen sollte nicht vollständig austrocknen.

Krankheiten

Seit einigen Jahren verbreitet sich die Kamelien-Pest in Europa. Die hoch infektiöse Krankheit lässt sich schwer bekämpfen. Sie erkennen eine Erkrankung an braunroten Verfärbungen der Blüten, die im Zentrum beginnt und nach außen fortschreitet. Häufig tritt ein schimmelartiger Belag auf. Sorten mit hellen Blüten sind anfälliger für die Krankheit. Wenn Sie Schadbilder an Ihrer Pflanze entdecken, sollten die betroffenen Stellen entfernt und über den Hausmüll entsorgt werden.
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Schädlinge

Kamelien werden häufig von Schädlingen befallen, wenn sie geschwächt sind. Um einen Befall vorzubeugen, können Sie Ihrer Pflanze regelmäßig einen Pflanzensud verabreichen. Schachtelhalm- und Brennnesselauszüge erhöhen die Vitalität.

Dickmaulrüssler

Die Käfer sind nachtaktiv und fressen typische Strukturen in die Blätter. Sie legen ihre Eier auf dem Substrat ab. Nach dem Schlüpfen bohren sich die Larven in die Erde und schädigen die Wurzeln. Nematoden haben sich als erfolgreiche Bekämpfungsmaßnahme erwiesen. Käfer können während der Dämmerung abgesammelt werden.

Schild- und Wollläuse

Diese Schädlinge treten häufig auf, wenn die Kamelien in zu trockenen und warmen Winterquartieren stehen. Sie breiten sich auf allen Pflanzenteilen aus und setzen sich meist an einer Stelle fest. Während der Saugtätigkeiten injizieren die Schädlinge den Pflanzen Gift, welches das Wachstum negativ beeinflusst.

Stellen Sie die Pflanze an einen hellen Standort und lüften Sie regelmäßig, damit die Luft nicht zu trocken wird. Obwohl Kamelien viel Stickstoff benötigen, kann eine Überdüngung die Schädlingsausbreitung begünstigen.

Pilzbefall

Krebsartige Wucherungen deuten auf eine Pilzerkrankung hin, die zum Absterben der Pflanze führt. Betroffene Teile sollten sofort abgeschnitten werden, damit sich die Sporen nicht weiter ausbreiten können. Über diese als Kamelien-Sterben bezeichnete Erkrankung ist bisher noch wenig bekannt.

Tipps

Wenn Sie Kamelien im Geschäft kaufen, sollten Sie Sträucher mit möglichst wenig Knospen wählen. Die Pflanzen reagieren empfindlich auf den Standortwechsel zwischen Gärtnerei und Wohnung. Der Transport führt schnell dazu, dass die Sträucher ihre Knospen abwerfen.

Sorten

  • Polar Ice: Mittelstarkes Wachstum, aufrechter Strauch. Winterhart bis -20 Grad Celsius. Blüten weiß.
  • Winter’s Dream: Aufrechter Wuchs mit lockeren Verzweigungen. Winterhart bis -20 Grad Celsius. Blüten halbgefüllt, rosa.
  • Fire N Ice: Kompakt wachsender Strauch. Winterhart bis -20 Grad Celsius. Blüten dunkel orangerot gefärbt.


Text: Christine Riel
Artikelbild: leungchopan/Shutterstock

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