Kakerlake erkennen und bekämpfen

Fragen Sie sich nicht länger, wie Sie eine Kakerlake treffsicher erkennen. Dieser Leitfaden verdeutlicht in Wort und Bild das Aussehen des gefürchteten Schädlings. Erfahren Sie hier, welches harmlose Tier einer gefährlichen Kakerlake ähnlich sieht und die Verwechslung häufig mit dem Leben bezahlt.

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Deutsche Kakerlaken sind kleiner als die amerikanischen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Kakerlake hat einen flachen, rund-ovalen, 10-44 mm großen Körper mit 6 langen Beinen und auffallend langen Fühlern.
  • Die harmlose Waldschabe ist häufig Opfer einer Verwechslung mit der gefährlichen deutschen Kakerlake.
  • Im Unterschied zur nachtaktiven Kakerlake kann die Waldschabe gut fliegen und ist tagaktiv.

Wie sieht eine Kakerlake aus? – Erkennungsmerkmale

Amerikanische, deutsche und orientalische Kakerlaken-Art im Vergleich

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Eine deutsche Kakerlake ist auf Anhieb zu erkennen, wenn Sie vertraut sind mit charakteristischen Merkmalen des Körpers. Obschon in Deutschland verschiedene Arten Angst und Schrecken verbreiten, sind folgende Erkennungsmerkmale auch für den Kakerlaken-Laien eindeutig:

  • Körperform: rund-oval, abgeplattet
  • Größe: 10-44 mm lang
  • Beine: 6 lange, stachelige Beine mit kleinen Krallen am Ende
  • Farbe: rotbraun, gelbbraun, dunkelbraun bis schwarz
  • Flugapparat: körperlange, kurze, rudimentäre oder keine Flügel
  • Nackenschild: mit 2 dunklen Streifen
  • Fühler: in der Regel länger, als der Körper

Eine Baby-Kakerlake sieht ihren Eltern bereits sehr ähnlich. Junge Kakerlaken schlüpfen aus den Eiern als Nymphe und nicht als Larve. Aus diesem Grunde durchläuft das Jungtier seine zahlreichen Entwicklungsstadien in Gestalt einer Mini-Kakerlake mit 3 bis 30 mm Länge, abhängig von Art und Alter. Folgende Bilder zeigen eine typische Kakerlake von oben, von der Seite und von unten.

Exkurs

Kakerlake – ein gefährliches Insekt

Unter den Insekten ist die Kakerlake Lichtjahre entfernt vom Status des Glückssymbols oder Sympathieträgers, wie Marienkäfer oder Nashornkäfer – und das zu Recht. Ein echter Käfer ist die Kakerlake ohnehin nicht, sondern zählt zur Insekten-Ordnung der Schaben (Blattodea). Die Kakerlake ist ein potenzieller Krankheitsüberträger mit gefährlichen Erregern im Gepäck, wie Salmonellen, Hepatitis, Tuberkulose, Milzbrand und anderen angsteinflößenden Infektionen. Mit ihrem Kot kontaminieren die Schädlinge unsere Lebensmittel. Im Schutz der Dunkelheit laufen die Biester zuerst durch Abwasserrohre, über dreckige Böden und verschmutzte Toiletten. Anschließend flitzen die Schaben über Besteck, Geschirr, Bettwäsche und Vorräte, wo sie die Keime verteilen.

Welches Tier sieht einer Kakerlake ähnlich? – unschuldiger Doppelgänger

Waldschabe

Die schöne Waldschabe wird häufig mit der Kakerlake verwechselt

Es gibt ein Tier im Reich der Insekten, das die schwere Bürde zu tragen hat, als Kakerlaken-Doppelgänger verfolgt und getötet zu werden. Die Waldschabe (Ectobiinae) ist entfernt verwandt mit der deutschen Kakerlake und sieht dem Schädling zum Verwechseln ähnlich. An dieser Stelle enden alle Gemeinsamkeiten, denn die Unterfamilie der Waldschaben repräsentiert die einzigen frei lebenden Schaben in Deutschland mit einem wichtigen Auftrag für das ökologische Gleichgewicht.

Laub- und Mischwälder sind der Lebensraum einer Waldschabe. Weil zersetzender Pflanzenabfall ihre Leibspeise ist, leistet die Bernstein-Schabe einen wertvollen Beitrag zum Ökosystem. Ab und zu verirrt sich die Waldschabe in ein Gebäude. Verzweifelt krabbelt oder fliegt der desorientierte Nützling umher auf der Suche nach einem Fluchtweg. Waldschaben sind vollkommen harmlos, haben es nicht auf Lebensmittel abgesehen und übertragen keine Krankheiten. In Unkenntnis dieser vorteilhaften Eigenschaften, fallen unschuldige Bernsteinschaben ihrer Kakerlaken-Ähnlichkeit zum Opfer und werden zertreten oder erschlagen.

Verwechslung ausgeschlossen: Kakerlake und Waldschabe Unterschied

In den südlichen Bundesländern von Deutschland ist die harmlose Waldschabe mittlerweile die häufigste Schaben-Art. Etliche Male rücken Schädlingsbekämpfer aus, um eine vermeintliche Kakerlaken-Plage zu bekämpfen. Vor Ort kann dann rasch Entwarnung gegeben werden, weil die aufgebrachten Hausbewohner Waldschabe und Kakerlake über einen Kamm geschoren haben. Um eine Verwechslung mit der gefährlichen Kakerlake auszuschließen, fasst folgende Tabelle signifikante Unterschiede zusammen:

Vergleich Kakerlake/WaldschabeDeutsche Kakerlake (Deutsche Schabe)Waldschabe (Bernsteinschabe)
Größe12-15 mm10-15 mm
Farbebraun bis lehmgelbbraun bis hellbraun
Nackenschild2 markante Streifenkeine Zeichnung
Flugfähig ja/neinneinja
Aktivitätnachtaktivtagaktiv
NahrungAllesfresserPflanzenreste
LebensraumGebäudeWälder

Dieser direkte Vergleich verdeutlicht, warum bei der Waldschabe steigende Opferzahlen zu beklagen sind infolge einer Verwechslung. Die Schaben-Art ist nicht nur tagaktiv, sondern kann sehr gut fliegen. Im Gegensatz dazu wagt sich die deutsche Kakerlake nur bei Nacht aus ihrem Versteck, ist lediglich zu einem unbeholfenen Gleitflug befähigt und saust lieber auf flinken Beinen an der Wand entlang. Fliegende Kakerlaken bei Tageslicht sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unbedenkliche Waldschaben.

Im folgenden Video kommt die Schädlingsbekämpferin Marianne Jäger zu Wort und erklärt wichtige Unterschiede zwischen Kakerlake und Waldschabe:

Youtube

Kakerlake – häufige Arten in Deutschland

In Deutschland sind es primär 4 Kakerlaken-Arten, die den Menschen das Fürchten lehren. Allesamt wurden eingeschleppt aus fernen Ländern, sind gefährliche Krankheitsüberträger und können nur in beheizten Gebäuden überleben. Obschon das Aussehen der Schädlinge eine gewisse Familienähnlichkeit nicht leugnen kann, sind markante, individuelle Eigenschaften zu verzeichnen. Folgende Tabelle gibt einen Überblick zu den häufigsten Kakerlaken in Deutschland mit artspezifischen Infos zu jedem Tier:

Kakerlaken-ArtenDeutsche KakerlakeOrientalische KakerlakeAmerikanische KakerlakeAsiatische Kakerlake
Größe12-15 mm25-30 mm28-44 mm10-14 mm
Farbebraun bis lehmgelbdunkelbraun bis schwarzleuchtend rotbraungelbbraun
Flügelmin. Körperlängemax. 3/4 Körperlängemin. Körperlängemax. Körperlänge
FlugfähigkeitGleitflug, eingeschränktBodenläuferab 26-29° Celsiusab 26-29° Celsius
Aktivitätnachtaktivnachtaktivnachtaktivnachtaktiv
ZweitnameEuropäische KakerlakeGemeine KüchenschabeAmerikanische GroßschabeBraunband-Schabe
Botanischer NameBlattella germanicaBlatta orientalisPeriplaneta americanaSupella longipalpa

Vertiefende Informationen zu jeder Kakerlaken-Art vermitteln folgende Kurz-Porträts:

Deutsche Kakerlake (Blattella germanica)

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Wie alle Kakerlaken kann die Deutsche Kakerlake sehr schnell laufen

Die Deutsche Kakerlake ist ein Allesfresser mit unersättlichem Appetit auf Lebensmittel, Vorräte aller Art sowie Papier, Leder und Textilien. Feucht-warme Lebensbedingungen in Küche, Vorratsraum, Waschkeller und Bad ziehen das Insekt magisch an. Kakerlaken-Weibchen produzieren 35 bis 40 Eier, aus denen nach etwa einem Monat Baby-Kakerlaken als Nymphen schlüpfen. Die Lebenserwartung einer Deutschen Kakerlake erstreckt sich auf bis zu 200 Tage. Zeit genug für eine explosionsartige Vermehrung im dunklen Versteck. Eine Blattella germanica ist zwar fähig zu einem kurzen Gleitflug. Bevorzugt bewegt sich eine Europäische Kakerlake auf ihren langen Beinen vorwärts mit wieselflinken 29 cm pro Sekunde vertikal und horizontal.

Orientalische Kakerlake (Blatta orientalis)

Mit ihrem dunklen, rund-ovalen Körper erinnert die Orientalische Kakerlake auf den ersten Blick an einen Käfer. Von ihren Artgenossen ist die Küchenschabe einfach zu unterscheiden am undurchsichtigen Nackenschild. Trotz langer Flügel kann die große, schwergewichtige Kakerlake nicht fliegen. Diesen Nachteil macht das Insekt wett mit einem rasanten Tempo von satten 5 km/h, mit denen es über den Boden sprintet. Blatta orientalis leben in Sippschaften und legen gut getarnte Nester an. Selbst bei massivem Befall sind tagsüber keine lebenden Exemplare zu sehen. Weibchen produzieren 5 bis 10 kastanienbraune Eipakete mit je 16 Eiern, die an feucht-warmen Standorten platziert werden. Daraus resultiert ein besonders großes Vermehrungspotenzial.

Amerikanische Kakerlake (Periplaneta americana)

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Die Amerikanische Kakerlake hat extrem lange Fühler

Die Amerikanische Kakerlake trägt ein extra großes Halsschild zur Schau und prahlt mit episch langen Fühlern. Fernerhin ist die Schaben-Art aufgrund ihrer rotbraunen Farbe treffsicher zu identifizieren. Weibchen sind besonders fleißig bei der Ei-Produktion. Bis zu 15 Eipäckchen mit bis zu 28 Eiern sind die Lebensleistung einer einzigen Kakerlaken-Dame, sodass es am Befallsort innerhalb kurzer Zeit von Mini-Kakerlaken nur so wimmelt. Amerikanische Großschaben sind ausgeprägt wärmeliebend, was sie zu einer berüchtigten Plage in Wintergarten, Sauna, Hallenbad und Treibhaus macht.

Asiatische Kakerlake (Supella longipalpa)

Wer meint, eine trockene Umgebung sei sicher vor Kakerlaken-Befall, kennt die Asiatische Kakerlake nicht. Mit Fug und Recht wird diese Schaben-Art umgangssprachlich als Sofa- oder Möbelschabe bezeichnet. Die kleine Schabe ist in Deutschland auf dem Vormarsch, seit sich die Klimaerwärmung bemerkbar macht. Auf ihre Flügel greift die Asiatische Kakerlake erst bei hohen Temperaturen zurück. Lieber rennt das Insekt blitzschnell über Böden und Wände. Zu erkennen ist die Braunbandschabe an zwei braunen Querstreifen auf den Nackenschild, worauf der Name Bezug nimmt.

Tipps

Kennen Sie schon die größte Kakerlake der Welt? Die Monster-Schabe ist beeindruckende 10 Zentimeter lang und wurde in 2004 von einem Forscherteam auf der Insel Borneo in Südostasien entdeckt. Eine Kakerlake im eigentlichen Sinne ist das gigantische Insekt freilich nicht. Vielmehr ernährt sich die Rekordhalterin von Pflanzenabfällen und darf folglich zu den Nützlingen gezählt werden, wie unsere heimische Waldschabe.

Eine Kakerlake gefunden – Was tun?

Nach der Sichtung einer Kakerlake sollte man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Flitzen die nachtaktiven Schädlinge bei Tageslicht durchs Haus, deutet dieser Umstand auf einen hohen Befallsdruck hin. Hier gilt die Faustregel: Auf eine erspähte lebende oder gefundene tote Kakerlake kommen durchschnittlich 200 verborgene Exemplare. Wie Sie richtig handeln vom ersten Verdacht bis zur Kakerlaken-freien Wohnung, erläutert folgender 4-Stufen-Plan:

Schaben-Falle kaufen und aufstellen

Im Handel offerierte Schaben-Fallen lösen das Schädlingsproblem nicht. Gleichwohl leistet eine Falle wertvolle Hilfestellung beim Monitoring. Es handelt sich um eine ungiftige, geruchlose Klebefalle, die an verdächtigen Standorten platziert wird. Auf diese Weise können Sie den Befallsdruck ermitteln sowie die Kakerlaken-Art identifizieren, die es zu bekämpfen gilt. Einzelne Exemplare wird die Falle zwar töten. Allerdings handelt es sich dabei nur um die Spitze des Eisbergs. Eine effektive Kakerlaken-Bekämpfung ist weder mit Klebefallen, noch mit Köderdosen oder vergleichbaren Fangvorrichtungen zu erzielen.

Schädlingsbekämpfer oder Hausverwaltung kontaktieren

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Bei einem starken Befall sollte unbedingt ein Schädlingsbekämpfer kontaktiert werden

Hat die Schaben-Falle letzte Zweifel aus dem Weg geräumt? Dann zögern Sie nicht und nehmen Kontakt auf mit einem zertifizierten Schädlingsbekämpfer. Als Mieter melden Sie den Kakerlaken-Befall bitte unverzüglich dem Eigentümer oder der Hausverwaltung. Kakerlaken-Bekämpfung ist immer ein Wettlauf mit der Zeit. Angesichts explosionsartiger Vermehrungsraten gibt es wenig Spielraum für Experimente auf eigene Faust. Die Fang-Quote der Schaben-Falle gibt dem Kammerjäger bereits wichtige Hinweise auf das richtige Verfahren.

Vorbereitende Maßnahmen ergreifen

Als Kakerlaken-Opfer sind Sie nicht zur Tatenlosigkeit verdammt, wenn Sie einen Schädlingsbekämpfer beauftragen. Im Vorfeld können Sie aktive Unterstützungsarbeit leisten mit folgenden vorbereitenden Maßnahmen:

  • Nahrungsmittel restlos entfernen aus allen Kakerlaken-verseuchten Räumen
  • betroffene Zimmer einer sorgfältigen Grundreinigung unterziehen
  • alle im Raum befindlichen Schränke und Geräte gründlich säubern
  • mit dem Staubsauger Kakerlaken-Rückstände entfernen: Eipäckchen, Flügel, Kokonreste, tote Kakerlaken

Bekämpfung durch den Kammerjäger

In der modernen Schädlingsbekämpfung können zertifizierte Experten zurückgreifen auf eine breit gefächerte Palette wirksamer Methoden. Hervorragend bewährt hat sich das Schabengel-Verfahren. Schabengel ist ein Fraßgift, das bei der Verwendung geschulten Spezialisten vorbehalten ist. Zielgerichtet wird das Mittel ausgebracht in der Nähe von Nestern, Schlupfwinkeln und Laufwegen. Weil Schabengel eine Köderwirkung ausübt, ist sehr schnell ein Bekämpfungserfolg zu verzeichnen. Schon wenige Partikel reichen aus, um eine Kakerlake innerhalb eines Tages zu töten.

Die Schabengel-Methode bekämpft die Schadinsekten zugleich indirekt. Kakerlaken sind Kannibalen, die sich auf tote und geschwächte Artgenossen stürzen, um sie aufzufressen. Auf diese Weise wird ein Multiplikationseffekt erreicht, der den Bekämpfungserfolg optimiert und die Wartezeit verkürzt, bis Sie Ihr Zuhause wiederhaben.

verfressen, sauschnell und unkaputtbar (Buchtitel von P.M. Chefredakteur und Herausgeber Hannes Sprado über das fantastische Leben der Kakerlaken)

Wie kommt eine Kakerlake in die Wohnung?

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Kakerlaken kommen oft durch die Kanalisation ins Haus

Die Begegnung mit einer einzigen Kakerlake wirft die Frage auf, wie das Biest in die Wohnung kommt. Vorab ein schwacher Trost: Kakerlaken haben nichts zu tun mit mangelnder Hygiene. Küchenschaben finden sich überall dort ein, wo geeignete Lebensbedingungen herrschen und Nahrungsquellen in Hülle und Fülle zu finden sind. Zumeist wird das Gesindel eingeschleppt durch Lebensmittelverpackungen oder gebrauchte Elektrogeräte. Mitunter dringen Kakerlaken frech über die Kanalisation ins Haus ein. Welche Anzeichen auf Kakerlaken-Befall hinweisen und wo Sie danach Ausschau halten sollten, bringen folgende Tipps auf den Punkt:

Kakerlake im Haus

Kakerlaken hinterlassen verräterische Spuren. Je früher Sie die Symptome erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten, desto effektiver die Bekämpfung. Achten Sie im Haus auf folgende Indizien für eine drohende Kakerlaken-Plage:

  • Eier: Kakerlaken-Weibchen legen ihre Eier als kleine, kastanienbraune Päckchen ab
  • Kokons: Weil sich ein Jungtier bis zu 8 x häutet, liegen transparente Kokons im Haus herum
  • Exkremente: Kot-Krümel sind 1 mm klein und liegen wie Kaffeepulver auf Fußboden, an Wänden oder in Vorräten
  • Gestank: Kakerlaken verbreiten einen ekelerregenden, miefigen Geruch

Fraßschäden sind zwar ein Indiz, jedoch als Alleinmerkmal kein zuverlässiger Beweis für Kakerlaken-Befall im Haus. Zahlreiche andere Schädlinge vergreifen sich ebenfalls an Lebensmitteln, Verpackungen oder Pflanzen, wie Mäuse, Ratten oder Käfer. Finden Sie hingegen tote Kakerlaken in Wohnräumen, besteht kein Zweifel mehr an der Präsenz der gefürchteten Schädlinge in Ihrem unmittelbaren Lebensumfeld.

Kakerlake im Bad

Ein klasse Kakerlaken-Versteck ist direkt hinter Schränken im Bad. Unwiderstehliche Anziehungskraft üben Seife, Duschgel und ähnliche Pflegeprodukte aus. Der Medizinschrank wird von den Scheusalen gerne als Nest genutzt. Werfen Sie einen Blick hinter Waschbecken, Badewanne und Toilette. Kakerlaken futtern mit Begeisterung Seifenrückstände, Haare, Hautschuppen, Toilettenpapier und Tempotaschentücher.

Kakerlake in der Küche

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In der Küche sind Kakerlaken besonders häufig zu finden

Mit Vorliebe macht die Kakerlake ihrem zweiten Vornamen Küchenschabe alle Ehre. Kontrollieren Sie Schränke, Regale und Schubladen von allen Seiten (vor allem die Rückseite). Legen Sie besonderes Augenmerk auf Spüle und Spülmaschine, sowie dazugehörige Rohrleitungen. Häufig unterschätzt als Befallsherd für eine Kakerlakenplage sind Elektrogeräte in der Küche. Nehmen Sie diese Geräte bitte unter die Lupe:

  • Herd
  • Kaffeemaschine
  • Kühlschrank
  • Tiefkühltruhe
  • Mikrowelle
  • Mixer (Hand- und Standgerät)
  • Sandwichmaker
  • Toaster

Verdächtig sind alle Orte, die im Alltag nicht einfach einzusehen sind. Selbst kleinste Spalten, Lücken und Löcher bedürfen einer sorgfältigen Inspektion.

Kakerlake im Zimmer

Unterziehen Sie jedes Zimmer in Haus und Wohnung einer kritischen Begutachtung. Eine Kakerlake kann sich mit ihrem flachen Körper durch den Übergang zwischen Fußboden und Wand zwängen. Suchen Sie an dieser Stelle nach winzigsten Spalten und Schlitzen. Perfekte Schlupfwinkel sind Risse im Holzboden. Herumliegende Zeitungen, Papierstapel und Kartonagen sind für gefräßige Kakerlaken eine nonverbale Einladung zum Fressen und Verstecken.

Kakerlake im Garten

Sehr zum Leidwesen von Hobbygärtnern hat die Orientalische Schabe den Garten als idealen Rückzugsort für sich entdeckt. Im Gegensatz zu anderen Kakerlaken-Arten toleriert die Blatta orientalis tiefere Temperaturen. Solange das Thermometer nicht unter die 10-Grad-Marke fällt, rücken daher auch Gartenhaus,(7,70€ bei Amazon*) Gartensauna und Garage in den Fokus als potenzielle Befallsorte. Inspizieren Sie im Garten verlaufende Rohrleitungen auf Beschädigungen sowie Risse in Terrassendielen, weil sich hartgesottene Kakerlaken darin verbergen könnten. Vom Frühling bis zum Frühherbst vermehren sich unentdeckte Orientalische Schaben im Garten munter weiter und siedeln vor dem ersten Frost kurzerhand um ins Haus.

Tipps gegen Kakerlaken-Plage

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Sämtliche Ritze und Zugänge sollten verschlossen werden

Klagen Nachbarn über Kakerlaken-Befall? Haben Sie einen vagen Verdacht, dass sich die Schädlinge bei Ihnen eingenistet haben? Breite sich im Haus ein übler Gestank undefinierbarer Herkunft aus? Dann sind das gute Gründe, um mit folgenden Maßnahmen einer drohenden Plage Einhalt zu gebieten. Diese Tipps erklären, wie Sie fiesen Kakerlaken vorbeugen:

Zutritt verwehren

  • Zugänge abdichten: Türspalten, Mauerritzen, Kabelschächte, Versorgungsschächte, Wandfugen, Abschlussleisten
  • mehrmals täglich Stoßlüftungen durchführen in suspekten Räumen
  • in gefährdeten Zimmern die Heizung herunter drehen
  • Urlaubsgepäck draußen öffnen, Kleidung ausschütteln und alles untersuchen auf Kokons, Flügel, Kot und Eipäckchen
  • Second-Hand-Ware vor der Wohnung penibel inspizieren auf Kakerlakenreste, Nester, lebende oder tote Tiere

Lebensgrundlage entziehen

  • Lebensmittel in fest verschlossenen Behältern aufbewahren
  • Lebensmittelreste unverzüglich wegräumen, Krümel, Spritzer und ähnliches abwischen
  • Nahrungsrückstände entfernen unter Herd, Kühlschrank, Mikrowelle und Geschirrspülmaschine
  • Geschirr, Töpfe und Gläser nach jedem Gebrauch sofort spülen
  • Futternapf für Hund und Katze nach der Mahlzeit sogleich entfernen und reinigen
  • Abfälle aus dem Kücheneimer täglich draußen in der Tonne für Restmüll oder Biomüll
  • Schmutzwäsche und benutzte Windeln nicht offen herumliegen lassen
  • Wasser nicht über Nacht stehen lassen in Waschbecken, Spüle oder Eimer

Positiver Nebeneffekt dieser Maßnahmen: Sie wehren nicht nur Kakerlaken ab, sondern beugen weiteren Schädlingen und Lästlingen wirksam vor, wie Fruchtfliegen, Mücken, Stubenfliegen und anderen Insekten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Kakerlake?

Kakerlake ist der umgangssprachliche Begriff für eine Reihe schädlicher Schaben-Arten aus der Familie der Insekten. Hierzu zählen insbesondere die Deutsche Schabe (Blattella germanica), die Orientalische Schabe (Blatta orientalis) sowie die Amerikanische Großschabe (Periplaneta americana). Kakerlaken sind gefürchtete Krankheitsüberträger und üble Vorratsschädlinge. Die nachtaktiven Schädlinge halten sich hauptsächlich in Gebäuden auf, vermehren sich explosionsartig und sind gegen nahezu alle Insektizide resistent. Zu erkennen ist eine Kakerlake an einen platten, rund-ovalen Körper und auffallend langen Fühlern.

Kann man eine Kakerlake töten mit Haarspray?

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Eine Kakerlake lässt sich nicht mit Haarspray töten

Die lobenswerte Affinität für Hausmittel in der Schädlingsbekämpfung treibt seltsame Blüten. Hierzu zählt das Gerücht, mit Haarspray könne man eine Kakerlake töten. Zunächst einmal müssten Sie über Reflexe verfügen, wie ein Tischtennis-Weltmeister, um bei Dunkelheit das flinke, scheue Insekt überhaupt mit Haarspray zu besprühen. Da Kakerlaken gegen nahezu alle Pestizide robuste Resistenzen entwickelt haben, wird harmloses Haarspray an den Schädlingen ohnehin spurlos vorübergehen.

Wie kann ich Kakerlakenbefall im Haus erkennen?

Kakerlaken sind in Gebäuden nur sehr schwer auszumachen. Klarheit besteht zumeist erst dann, wenn Sie eine tote oder lebende Kakerlake gefunden haben. Mitunter fallen transparente Kokonreste ins Auge, weil sich Jungtiere regelmäßig häuten. Weiteres Indiz sind bräunliche Eipäckchen, zumeist 1 cm groß. Braun-schwarze Kotkrümel deuten ebenfalls hin auf Kakerlakenbefall.

Mit welchen Maßnahmen kann man Kakerlaken vorbeugen?

Kakerlaken sind angewiesen auf menschliche Lebensmittel. Die Schädlinge sind Allesfresser und vergreifen sich wahllos an den Vorräten. Eine gute Strategie gegen die Gierschlunde sind schabensichere Verpackungen, wie verschließbare Behälter aus Glas, Metall oder Kunststoff. Bewahren Sie idealerweise Nahrungsmittel im Kühlschrank auf, wo eine Kakerlake nicht herankommt. Säubern Sie die Küche nach jeder Mahlzeit gründlich, einschließlich Geschirr, Besteck und Gläser.

Kann eine Kakerlake fliegen?

Die Kakerlake ist ein Insekt und verfügt aus diesem Grund über mehr oder wenig gut entwickelte Flügel. Richtig fliegen kann weder die Deutsche Kakerlake, noch die Küchenschabe. Im Notfall ist ein kurzer Gleitflug möglich. Bei vermeintlich fliegenden Kakerlaken handelt es sich zumeist um die entfernt verwandte Schaben-Art der Waldschaben, auch bekannt unter den Namen Bernstein-Schabe und goldene Kakerlake. Eine Waldschabe ist ungefährlich, tagaktiv und in Gebäuden dem Tode geweiht. Schwirrt Ihnen ein Kakerlaken-Doppelgänger bei Tag um den Kopf, öffnen Sie bitte das Fenster und entlassen den Nützling in die wohlverdiente Freiheit.

Tipps

Genug der Schelte auf die Kakerlake. Jedem Lebewesen aus dem Reich der Natur sind auch gute Seiten abzugewinnen. So repräsentiert die Kakerlake ein mächtiges Krafttier, das unter härtesten Bedingungen zu überleben versteht. Der unbedingte Lebenswille findet unter anderem darin Ausdruck, dass eine deutsche Kakerlake bis zu einer Woche ohne Kopf weiterleben kann. Ein vitalisierendes Vorbild für alle Menschen, denen der stressige Alltag so massiv zusetzt, bis sie nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht.

Text: Paula Jansen

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