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Bernsteinschabe und Kakerlake unterscheiden

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Bernsteinschaben werden oft mit Kakerlaken verwechselt, sind aber harmlose Insekten, die sich in die Wohnung verirren können. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede zwischen Bernsteinschaben und Kakerlaken und gibt Tipps, wie man sie wieder loswird.

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Die Bernsteinschabe (hier abgebildet) sieht der Kakerlake ähnlich, hat aber eine eher blasse Farbe

Die Kakerlake: Aussehen & Merkmale

Kakerlaken sind kleine Insekten mit einer Körperlänge von 1,2 bis 3 cm. Ihre Körperfarbe reicht von dunkelbraun bis schwarz. Diese Insekten sind nachtaktiv und bevorzugen es, sich tagsüber in dunklen, feuchten Ritzen und Spalten zu verstecken. Charakteristisch sind ihre langen Fühler und das undurchsichtige Nackenschild. Sie können Geschwindigkeiten von bis zu 5,4 km/h erreichen und sind als Allesfresser nicht wählerisch; sie ernähren sich unter anderem von Lebensmitteln, Abfällen und sogar Kot.

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Die Bernsteinschabe: Aussehen & Merkmale

Die Bernsteinschabe ist ein kleines Insekt mit einer Körperlänge von bis zu 14 mm. Ihr Körper hat eine schlanke Statur und ist hellbraun gefärbt, was ihr einen an Bernstein erinnernden Schimmer verleiht. Das Nackenschild ist ebenfalls bräunlich und am Rand leicht transparent. Bernsteinschaben sind tag- und dämmerungsaktiv und leben hauptsächlich in der freien Natur, bevorzugt in Büschen und Sträuchern. Anders als Kakerlaken, können sie fliegen und werden vom Licht angezogen.

Lebensraum & Lebensweise

Kakerlaken findet man hauptsächlich in menschlichen Behausungen, insbesondere in Küchen und Badezimmern, wo es feucht und warm ist. Sie suchen dunkle, enge Räume und verstecken sich tagsüber in Nischen und Spalten, um nachts auf Nahrungssuche zu gehen.

Bernsteinschaben hingegen leben in der freien Natur und bevorzugen Büsche und Sträucher, besonders in Gärten und an Waldrändern. Im Gegensatz zu Kakerlaken sind sie tag- und dämmerungsaktiv und gelangen nur versehentlich in menschliche Wohnräume, meist durch Licht angelockt. In Häusern überleben sie auf Dauer nicht, da sie dort keine geeignete Nahrung finden und sich nicht fortpflanzen können.

Ernährung

Kakerlaken sind unersättliche Allesfresser und ernähren sich von Lebensmitteln, Küchenabfällen und sogar Kot. Bernsteinschaben dagegen bevorzugen abgestorbenes Pflanzenmaterial. In Gärten finden sie ausreichend Nahrung, weshalb sie sich dort gut ansiedeln können.

Schädling oder Nützling?

Kakerlaken sind als Schädlinge bekannt, da sie Krankheitserreger übertragen und Lebensmittel verunreinigen können. Zudem können ihre Ausscheidungen Allergien auslösen.

Bernsteinschaben hingegen gelten als Nützlinge. Sie ernähren sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial, was zur Humusbildung und Verbesserung der Bodenqualität beiträgt. Anders als Kakerlaken übertragen sie keine Krankheiten und stellen keine Gefahr für Menschen dar.

Kakerlake oder Bernsteinschabe? So erkennen Sie den Unterschied

Obwohl Kakerlaken und Bernsteinschaben auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, gibt es einige wichtige Unterschiede:

  • Größe: Kakerlaken sind in der Regel größer, mit einer Länge von 1,2 bis 3 cm, während Bernsteinschaben etwa 1,5 cm lang sind.
  • Farbe: Kakerlaken sind meist dunkelbraun bis schwarz, Bernsteinschaben haben einen hellbraunen, bernsteinfarbenen Schimmer.
  • Nackenschild: Das Nackenschild der Bernsteinschabe ist einfarbig blass und an den Rändern durchscheinend, wohingegen das der Kakerlake, besonders der Deutschen Schabe, zwei dunkle Streifen aufweist.
  • Aktivität: Kakerlaken sind nachtaktiv, Bernsteinschaben hingegen tag- und dämmerungsaktiv.
  • Verhalten: Kakerlaken meiden Licht, während Bernsteinschaben durch Licht angezogen werden und auch tagsüber sichtbar sind.
  • Lebensraum: Kakerlaken leben bevorzugt in menschlichen Wohnräumen, besonders in feuchten und warmen Bereichen. Bernsteinschaben leben überwiegend in der freien Natur, oft in Gärten und Sträuchern.

Verwechslung mit anderen Insekten

Neben Kakerlaken können Bernsteinschaben auch mit anderen Insekten verwechselt werden:

  • Gemeine Waldschabe: Dieses Insekt ist bis zu 10 mm lang und etwas dunkler als die Bernsteinschabe. Es hat kleine dunkle Flecken auf den Flügeln und ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenteilen. Die Gemeine Waldschabe lebt an trockenen Orten im Freien und ist tagaktiv. Die Männchen können fliegen.
  • Asseln: Asseln haben einen klar segmentierten Körper, während der Körper der Bernsteinschabe nicht unterteilt ist. Asseln sind Nützlinge, da sie organisches Material zersetzen und sollten daher nicht bekämpft werden.

Bernsteinschaben im Haus: Was tun?

Bernsteinschaben sind harmlos und keine Gefahr für Menschen. Wenn Sie eine Bernsteinschabe im Haus entdecken, gibt es verschiedene Maßnahmen, um sie loszuwerden:

  1. Fangen Sie sie mit einem Glas und Papier ein und bringen Sie sie nach draußen. Stülpen Sie ein Glas über die Schabe, schieben Sie ein Stück Papier darunter und befördern Sie das Insekt nach draußen.
  2. Installieren Sie Fliegengitter an Fenstern und Türen, um das Eindringen zu verhindern.
  3. Dichten Sie Ritzen und Spalten ab, durch die Bernsteinschaben ins Haus gelangen können.
  4. Nutzen Sie ätherische Öle wie Pfefferminz- oder Nelkenöl in der Nähe möglicher Eintrittspunkte, da diese abschreckend wirken.

Chemische Bekämpfungsmittel sind normalerweise nicht notwendig, da Bernsteinschaben im Haus ohnehin nicht überleben und sich nicht vermehren können.

Bilder: Karin Jähne / stock.adobe.com