Hibiskus als Bonsai ziehen

Unter den Bonsaigehölzen sticht der Eibisch durch seine Blütenpracht hervor. Wenn die Bedingungen stimmen, blüht die Art die gesamte Saison hindurch. Nicht nur Hibiscus syriacus liefert gutes Bonsaimaterial. Auch der Chinesische Roseneibisch kann für diese Kunst verwendet werden.

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Ein blühender Hibiskus-Bonsai ist ein wunderschöner Anblick

Gestalten

Ein Hibiskus lässt sich mit etwas Geduld und den richtigen Techniken zu einem Bonsai formen. Die großen Einzelblüten wirken besonders attraktiv zwischen den dicht beblätterten Trieben.

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Drahten

Der Eibisch toleriert eine Formung mit Bonsaidraht gut. Während ältere Äste wegen ihrer starken Verholzung leicht brechen, springen die elastischen jungen Zweige schnell wieder in die ursprüngliche Form zurück. In diesem Fall ist es notwendig, dass Sie die Triebe mit Abspanndrähten zusätzlich fixieren.

Schnitt

Um die Größe der Blätter zu minimieren, wird das Gehölz regelmäßig beschnitten. Wenn Sie sich für kleinblättrige Sorten entscheiden, sparen Sie sich Zeit und Mühe mit dem Beschneiden. Fangen Sie früh mit den Schnittmaßnahmen an, damit sich der Baum gut verzweigt. Schneiden Sie während der Wachstumsphase kontinuierlich den Neuaustrieb bis auf ein oder zwei Blätter zurück. Um die Blütenpracht zu genießen, darf ab Juni nicht mehr zur Schere gegriffen werden.

Umtopfen und Wurzelschnitt

Setzen Sie den Hibiskus jedes Jahr in neue Erde, damit dieser vor jeder Vegetationsperiode mit ausreichend Nährstoffen versorgt ist. Wenn die Temperaturen mild sind und sich der Baum bereits in der Wachstumsphase befindet, ist ein Beschneiden des Wurzelballens sinnvoll. Kürzen Sie überlange Wurzeln ein und sorgen Sie für ein Gleichgewicht zwischen Wurzelwerk und Krone.

Ideale Substratbedingungen:

  • speichert Feuchtigkeit und ist locker
  • organisches und mineralisches Material zu gleichen Anteilen für Jungpflanzen
  • ältere Gehölze bevorzugen höhere Mengen an Akadama-Erde

Pflege

Hibiskus benötigt ebenso wie andere Bonsaigewächse etwas mehr Pflegezuwendung. Diese Art setzt nur dann viele Blüten an, wenn die Umgebungsbedingungen stimmen und die Ansprüche erfüllt werden.

Gießen

Sobald die Substratoberfläche abgetrocknet ist, erfordert der Hibiskus Wasser. Gießen Sie den Minibaum kräftig und durchdringend, bis sich das Substrat vollgesogen hat. Staunässe darf nicht entstehen, weswegen die Bonsaischale über Abzugslöcher verfügen muss. Trockenheit ist ebenso schädlich und führt vor der Blütezeit dazu, dass das Gehölz seine Knospen abwirft.

Düngen

Wenn Sie den Bonsai nicht jedes Jahr sondern alle zwei bis drei Jahre umtopfen, empfiehlt sich vom Frühjahr bis zum September eine regelmäßige Düngung. Verabreichen Sie dem Minibaum alle 14 Tage Flüssigdünger mit dem Gießwasser. Düngekegel sind eine Alternative mit Langzeitwirkung.

Überwinterung

Der Freilandbonsai verbringt die milde Jahreszeit gerne an einem sonnigen bis halbschattigen Platz auf Balkon oder Terrasse. Da sich der Eibisch in einer Bonsaischale als leicht frostempfindlich erweist, sollten Sie den Baum während der kalten Wintermonate an einem geschützten Ort wie dem Kalthaus aufstellen. Sie können das Gehölz auch ohne Schale unter Bäumen in die Erde setzen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Walter Pall/Shutterstock

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