Gewächshaus selber bauen sichert die Selbstversorgung

Eine gute Entscheidung, wenn Sie Ihr neues Gewächshaus selber bauen und so zweckmäßig wie möglich einrichten wollen. Sie legen damit den Grundstein für die urgesunde Ernährung Ihrer Familie und werden sehr viel Spaß daran haben, die Obst- und Gemüsepflanzen erfolgreich allein großzuziehen.

Gewächshaus Eigenbau
Ein Foliengewächshaus ist am günstigsten

Gärtnern unter Glas, ideal für echte Biokost

Der Trend, Obst, Gemüse und Kräuter für die eigene Versorgung aufzuziehen, wächst ständig. Das macht unabhängig von den industriell erzeugten Lebensmitteln, spart Geld sowie den Gang in den Bioladen und man genießt das Gefühl, seiner Familie und sich selbst etwas Gutes zu tun. Wer besonders zeitig und üppig ernten möchte, züchtet seine Kulturen unter Glas oder Folie und kommt früher oder später auf die Idee, dass man ein Gewächshaus selber bauen könnte. Die Pflanzen gedeihen besser als unter den oft sehr ungünstigen klimatischen Verhältnissen in unseren Breiten und es macht Freude, ihnen beim Wachsen unter Glas fast zusehen zu können.

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Der richtige Standort für das eigene Gewächshaus

Der optimale Platz ist genau dort, wo möglichst viel direkte Sonneneinstrahlung gewährleistet ist und zwar ganzjährig. Das selbst gebaute Gewächshaus sollte möglichst nicht in der Nähe von größeren Bäumen, Häusern oder anderen Schatten werfenden Objekten aufgestellt werden. Darüber hinaus ist es günstig, wenn sich in der Nähe ein Wasser- sowie ein Elektroanschluss befinden und das neue Bauwerk windgeschützt aber, da Regenwasser möglichst ferngehalten werden soll, nicht unmittelbar unterhalb eines Hangs aufgestellt wird.

Gewächshaus selber bauen – welches Material ist das Beste?

Ob Holz, Aluminium oder Kunststoff für die tragenden Elemente, also den Rahmen, verbaut werden, ist zuallererst eine Frage des finanziellen Budgets und, ob das komplette Gewächshaus selbst gebaut oder ein vorkonfektionierter Bausatz gekauft und lediglich vor Ort zusammengeschraubt wird. Letztere Variante bietet sich insbesondere für Laien an, da sich die Montage anhand der beiliegenden Anleitung in der Regel recht einfach gestaltet. Dennoch werden Sie um die Herstellung eines stabilen Fundaments nicht herumkommen, egal, in welcher Form Sie Ihr Gewächshaus selber bauen möchten. Schauen wir uns zunächst die drei gängigsten Modellvarianten im Schnelldurchlauf an.

Holz – der Klassiker

Da die Feuchtigkeitsbelastung von außen (Regenwasser) und innen (Luftfeuchtigkeit) während bestimmter Witterungsperioden doch recht erheblich sein kann, empfiehlt sich hochwertiges Holz, beispielsweise von Lärche oder Zeder. Etwas günstiger wird der eigene Gewächshausbau mit Fichten- oder Kiefernholz. Generell wird empfohlen, alle Holzportale vor der Montage gründlich zu imprägnieren, was die Lebensdauer wesentlich erhöhen kann.

Für Leichtbauer – Gewächshaus mit Aluminiumrahmen

Diese Variante ist nicht nur vom Material her leicht, sondern auch beim Zusammenbau. Allerdings hat Aluminium keine guten Dämmeigenschaften und lässt Wärme wie auch Kälte schnell ins Innere hinein. Dem Werkstoff selbst schaden Extremtemperaturen wie auch Nässe hingegen nicht. Alu-Gewächshäuser (14,00€ bei Amazon*) sind ausgesprochen robust über viele Jahre und benötigen so gut wie keine Pflegemaßnahmen.

Kunststoffgewächshäuser – die Robusten

Sie sehen edel aus mit ihrem Kunststoffrahmen aus Polypropylen und Polyvinylchlorid und dieses Material dämmt dazu auch noch ausgezeichnet. Die Gewächshauscheiben sind meist aus durchgefärbtem Kunststoff, was eine leichte Montage bei der Selbstaufstellung ermöglicht. Ein weiterer Vorteil ist die Langlebigkeit, da auch nach mehreren Jahren kaum Verschleißerscheinungen zu beobachten sind. Wenn Sie Ihr Gewächshaus selber bauen und hierfür Kunststoff verwenden, ist der Anschaffungspreis eventuell ein wenig höher, dafür brauchen Sie aber für die Pflege keinen größeren Aufwand betreiben.

Das Flächenmaterial – wichtigster Part beim Gewächshaus

Klar, denn besonders bei ganzjähriger Nutzung braucht es eine optimale Isolation, sowohl gegen zu hohe als auch zu niedrige Außentemperaturen und alle beweglichen Bauteile müssen darüber hinaus festschließend sein. Licht als auch UV-Strahlen sollen gut bis ins Innere des Hauses vordringen können, was ein dichtes und üppiges Wachstum der Pflanzen ermöglicht. Spezielle Beschichtungen helfen, dass gebildetes Kondenswasser gleichmäßig abfließt und punktuelle Tropfenbildungen verhindert werden. Da Sie aber Ihr neues Gewächshaus selber bauen möchten, muss sich das Material auch möglichst leicht verarbeiten lassen, womit der Klassiker, das Blankglas, allerdings schon Probleme machen könnte.

Glas am Pflanzenhaus nutzen?

Wer alles selbst baut, gerät beim Schneiden von Glas als ungeübter Laie recht schnell an seine Grenzen. Darüber hinaus ist Glas, nimmt man beim Gewächshausneubau nicht gerade alte Abrissfenster, die günstig besorgt wurden, ziemlich teuer im Handel. Zu den Kosten ein Beispiel, das wir für Sie bei einem Onlinehändler recherchiert haben:

ESG Sicherheitsglas klar mit polierter Kante:

  • 1.000 mal 1.500 x 4 (mm Breite/Höhe/Stärke: 72,00 Euro pro Stück
  • 1.000 mal 2.000 x 4 (mm Breite/Höhe/Stärke: 94,00 Euro pro Stück
  • 1.500 mal 2.000 x 4 (mm Breite/Höhe/Stärke: 135,00 Euro pro Stück

Optional kann das Material für die spätere Befestigung vorgebohrt bestellt werden. Die Preise dafür:

  • Zwei Bohrungen: 9,50 Euro
  • Vier Bohrungen: 19,00 Euro
  • Sechs Bohrungen: 28,50 Euro

Sicherlich wäre bei einer verbindlichen Bestellung auch noch ein Mengenrabatt verhandelbar, der von den oben genannten Preisen abgezogen werden müsste. Hinzuzurechnen sind beim Gesamtpreis noch Transportkosten, die selten unter 50,00 Euro liegen.

Kunststoffplatten – lichtdurchlässig und schlagfest

In der Praxis haben sich Hohlkammerplatten aus Polykarbonat durchgesetzt. Sie erreichen gute Werte beim der Durchlässigkeit von UV-Strahlen, lassen sich sehr leicht schneiden, haben aber die unangenehme Eigenschaft, dass sie nach zehn Jahren beginnen zu vergilben. Acrylglas bleibt dagegen 30 Jahre farbstabil, kann beim Schneiden dafür jedoch leichter splittern. Blieben als letzte Auswahlmöglichkeit noch die PVC-Platten, die ebenfalls robust sind, aber auch preiswert, wenn Sie Ihr Gewächshaus selber bauen. Kleiner Nachteil: Die Lichtdurchlässigkeit ist nicht ganz so hoch wie bei den beiden anderen Materialien.

Folie als preisgünstigste Alternative

Gewächshausfolien bestehen aus Polyethylen und sind mehrlagig hergestellt. Das gibt ihnen eine gewisse Reißfestigkeit, dennoch sind sie weniger stabil als Glas- oder Kunststoffplatten. Spezielle Wärmefolien mit Luftpolsterung können dennoch mehrere Jahre halten. Viele Kleingärtner, die sich ein Gewächshaus selber bauen, schätzen die leichte und schnelle Verarbeitung von Folien, nutzen sie insbesondere für kleinere Häuser und dort meist nicht ganzjährig, sondern lediglich zur Aufzucht ihrer Sämlinge und Jungpflanzen zum Beginn des Gartenjahrs.

Fundamentrahmen aus Metall vs. Betonsockel

Viele Fertigbausätze beinhalten einen mehr oder weniger stabilen Metallrahmen, der sich mithilfe von vier Ankern direkt in den Boden einschlagen lässt. Das mag für kleine Häuser, die nur wenige Wochen im Frühjahr genutzt werden, durchaus ausreichen. Wenn Sie ein Gewächshaus selber bauen, das ganzjährig in Betrieb sein soll und eine Größe von über 10 m2 hat, sind Sie mit einem soliden Betonfundament auf der sichereren Seite. Neben einer nicht unwesentlichen Erhöhung der Standfestigkeit verringert sich mit einem hochwertig errichteten Fundament der spätere Energieverbrauch beträchtlich. Beachten Sie auch, dass die meisten Versicherungen Schadensfälle nur dann regulieren, wenn es sich um ein festes Nebengebäude handelt, das auf einem massiven Fundament steht und darauf stabil verankert ist.

Die Sache mit der Baugenehmigung

Ein Dauerthema, das vermutlich schon Generationen von Freizeitgärtnern beschäftigt hat, die ihr Gewächshaus selber bauen wollen. Für die im Handel angebotenen Bausätze, die nicht gewerblich genutzt werden, ist aufgrund der meisten Landesbauordnungen keine Baugenehmigung notwendig, solange sie weder über einen Aufenthaltsraum, noch über eine Feuerstelle verfügen. Anders bei den Firsthöhen, die ab einem gewissen Wert anzeige- aber nicht genehmigungspflichtig sein könnten. Darüber hinaus ist es möglich, dass die kommunale Baunutzungsverordnung Grenzabstände innerhalb wie außerhalb von Grundstücken, bspw. dem des Nachbarn vorschreibt, sodass vor der Errichtung des Gewächshauses ein informeller Besuch bei der Gemeinde durchaus Sinn machen kann.

Innen Hochbeet oder lieber ebenerdiger Anbau?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zunächst darüber im Klaren sein, welche Pflanzen später im fertigen Gewächshaus angesiedelt werden sollen. Naturgemäß sollten Sie diese intensiv, mitunter auch einseitig genutzten Böden regelmäßig mit Kompost, Nährstoffen und idealerweise durch verrotteten Rinder- oder Pferdemist auffüllen, was bei ebenerdigem Anbau körperlich ziemlich anstrengend werden kann. Kurz einige Vorteile von Hochbeeten:

  • Da der Hauptsamenflug über dem Erdboden abläuft, wächst Unkraut im Hochbeet weniger intensiv;
  • Kaum Schneckenbefall; bei zusätzlicher Anbringung einer Schneckensperre bleiben die Tiere gänzlich fern;
  • Effizientere Ausnutzung der Verrottungswärme, dadurch verbessert sich das Wachstumstempo;

Ebenerdige Bepflanzung braucht ein Fundament!

Während Hochbeete naturgemäß keine so sehr hohen Ansprüche an ein ordentliches und solide errichtetes Fundament stellen, ist es bei ebenerdigem Anbau schon im Interesse der Frostsicherheit Pflicht. Unter Umständen muss zusätzlich, wenn Sie Ihr komplettes Gewächshaus selber bauen, sogar zusätzlich noch eine Beheizung mit installiert werden. Von daher sollte das Fundament eine Mindesttiefe von 80 cm haben und als massives Streifenfundament errichtet werden. Neben einer insgesamt höheren Stabilität wird damit auch erreicht, dass die gesamte Konstruktion weniger der Erdfeuchtigkeit ausgesetzt ist und somit eine längere Lebensdauer haben wird.

Was das wohl alles kostet?

Wie hoch das finanzielle Investment sein wird, lässt sich pauschal nicht einmal ansatzweise sagen. Es gibt, angefangen von der Größe, bis hin zur späteren Einrichtung zu viele Faktoren, die Ihre Kosten möglicherweise verringern, aber auch in die Höhe treiben können. Acht Quadratmeter große Folienleichtbauten als Set werden im einschlägigen Versandhandel bereits für etwas mehr als 200,00 Euro angeboten. Ebenso gut findet man ein Gleichgroßes, jedoch in stabiler Holzbauweise und rustikalem Design für über 3.000,00 Euro. Rein aus der Erfahrung lässt sich jedoch sagen, dass ein Gewächshaus selber zu bauen durchaus kostengünstiger, auf alle Fälle aber von der Bauweise und Architektur her, individueller und interessanter sein kann.

Gewächshauszubehör mit in die Kosten einplanen

Eine Grundausstattung an bestimmtem Zubehör sollte von vornherein mit in die Planung einfließen, besonders dann, wenn Sie das komplette Gewächshaus selber bauen und dafür erforderliches Material in eigener Zuständigkeit beschaffen. In etwa könnte der Einkaufszettel dann so aussehen:

Zubehör Verwendung für Durchschnittskosten
Gas- oder Petroleumheizung Wärme im Winter 100 bis 150 Euro
Ventilator Luftaustausch, gegen Schimmel 60 bis 100 Euro
Bewässerungssystem Gießen, Klimaregulierung 50 bis 80 Euro
Beleuchtungseinrichtung Wachstumsunterstützung an dunklen Tagen 50 bis 150 Euro
Schattierungsgewebe Schutz vor Überhitzung 40 bis 80 Euro
Regale und Tische Abstellen von Pflanzen 50 bis 150 Euro
Thermometer, Hygrometer Überwachung des Innenklimas 30 bis 60 Euro

Tipps

Ein Gewächshaus selber bauen und einrichten bedeutet viele Eventualitäten mit ins Kalkül zu ziehen. Schon bei der Planung heißt es konsequent darauf zu achten, dass alles getan wird, um einen späteren Schimmelbefall innerhalb dieses Mikroklimas zu verhindern. Hochwertiges Material ist dazu besser geeignet, als irgendein Billigset aus dem Restpostenmarkt nebenan.

Text: Gartenjournal.net
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