Monumentaler Hausbaum und dekorativer Raumbildner – die Zeder

Es sind majestätische Bäume, die eine Pflanzenkomposition sinnvoll abrunden. Die Zeder erfüllt dabei alle Anforderungen, die kreative Gärtner an einen Generationen-übergreifenden Hausbaum stellen. Lassen Sie das Prachtstück nicht links liegen, wenn noch Fragen zur Kultivierung offen sind. Hier erhalten Sie Antworten.

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Zedern sind beeindruckende Bäume

Zeder richtig pflanzen

Der Herbst ist die beste Zeit, um eine Zeder zu pflanzen. Bevor es im Garten losgeht, stellen Sie den Wurzelballen in einen Eimer mit Wasser. Gehen Sie nun in folgenden Schritten vor:

  • Die Pflanzgrube weist das doppelte Volumen des Wurzelballens auf
  • An der Sohle eine Schicht Kies, Splitt (39,99€ bei Amazon*) oder Tonscherben ausbreiten als Drainage
  • Den Aushub mit Kompost, Rindenhumus, Hornspänen (24,99€ bei Amazon*) und Lauberde optimieren
  • Einen Stützpfahl in die Grube einschlagen, um den Baum daneben zu platzieren

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Zum guten Schluss verfüllen Sie die Grube mit dem Erdgemisch, bis die Ballenoberseite mit der Erdoberfläche bündig abschließt. Treten Sie die Erde fest, verbinden Stützpfahl und Baum mit Kokosband und gießen an. Schneiden Sie jetzt alle Zweige um etwa ein Drittel zurück, leistet dieser Pflanzschnitt einen wertvollen Beitrag zu einer vitalen Verzweigung.

Pflegetipps

In der Pflege gibt sich eine Zeder genügsam und anspruchslos. Gießen ist einzig in Dürreperioden erforderlich, sofern die natürliche Regenmenge nicht ausreicht. Gleiches gilt im Winter, wenn der Schnee als Wasserlieferant für den immergrünen Baum ausbleibt. Eine junge Zeder nimmt organischen Dünger, wie Kompost oder Pferdedung mit Hornspänen dankbar an. In späteren Jahren erübrigt sich die zusätzliche Nährstoffversorgung. In seiner Jugend verlangt der imposante Baum ebenfalls nach einem Winterschutz, denn ab – 15 Grad Celsius drohen Frostschäden. Rücken Sie einer harmonisch wachsenden Zeder nur im Notfall mit der Schere zu Leibe, um beispielsweise das Höhenwachstum im Zaum zu halten. Schneiden Sie im zeitigen Frühjahr zu lange Triebe soweit ab, dass ein kleines Stück des frischen Grüns stehen bleibt. Aus altem Holz treibt der Baum nur schwerlich wieder aus.

Welcher Standort ist geeignet?

Da eine Zeder ihre Winterhärte erst im Laufe der ersten 8-12 Jahre entwickelt, sollte der Standort vorrangig sonnig bis halbschattig und geschützt liegen. Diese Umsicht richtet sich insbesondere gegen scharfe Ostwinde und intensive Wintersonne, die in den ersten Wintern einem jungen Baum den Garaus bereiten können. Im Hinblick auf die Bodenbeschaffenheit, favorisiert eine Zeder sandig-trockene und tiefgründig-humose Erde mit leicht saurem bis alkalischem pH-Wert.

Der richtige Pflanzabstand

In die Bewertung des richtigen Pflanzabstandes spielen verschiedene Kriterien mit hinein. So ist die Entfernung zum Nachbarn von rechtlicher Relevanz, während die Distanz zu Gebäuden der Sicherheit dient. Nicht zuletzt will der Abstand zu benachbaren Pflanzen adäquat behandelt werden. Im Allgemeinen gelten für den mächtigen Baum folgende Werte:

  • Mindestabstand vom Baum zum Nachbarn und zur Straße: 4 Meter
  • Mindeste Entfernung zu Gebäude: die Hälfte der zu erwartenden Endhöhe
  • Abstand zu benachbarten Pflanzen: die Hälfte der erwarteten Wuchsbreite

Da die Grenzabstände in Deutschland Ländersache sind, kann an dieser Stelle einzig ein durchschnittlicher Wert angegeben werden. Bitte konsultieren Sie Ihr zuständiges Ordnungsamt, um den genauen Wert für Ihre Region zu ermitteln.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Eine Zeder akzeptiert jeden guten Gartenboden, um ihre Wurzeln darin auszubreiten. Sein Optimum entwickelt der Baum in dieser Erde:

  • Tiefgründig locker und reich an Nährstoffen
  • Humos und sandig-lehmig, ohne Gefahr von Staunässe
  • Leicht saurer, neutraler bis alkalischer pH-Wert

Weist der Boden am gewählten Standort nicht die idealen Bedingungen auf, lassen sich diese mithilfe von Zusatzstoffen ganz einfach erzeugen. Zu schweres Erdreich wird mit Sand und Torf optimiert. Zu sandiges und trockenes Substrat ist nach der Einarbeitung von Kompost, Lauberde und Rindenhumus bereit, um dem imposanten Baum ein Zuhause zu bieten. Um einen zu niedrigen pH-Wert auf ein für den Baum verträgliches Niveau zu heben, verabreichen Sie regelmäßig Vitalkalk.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Mehrheitlich bieten Baumschulen junge Zedern im Container an, da sich in diesem Fall die Pflanzzeit über die gesamte frostfreie Vegetationsperiode erstreckt. Möchten Sie dem Baum perfekte Startbedingungen bieten, wählen Sie einen milden Tag im Herbst. Da die Bodentemperaturen sich im September/Oktober um 17-20 Grad Celsius bewegt, verwurzelt der junge Nadel-Baum vital und kräftig vor dem Beginn des Winters.

Wann ist Blütezeit?

In der Regel entwickelt eine Zeder im Alter von 30 Jahren eine erste Blüte. Diese erscheint während der Monate September und Oktober, fällt indes kaum ins Auge. Die aus der Blüte resultierenden Zapfen sind nach 2 bis 3 Jahren ausgereift, verweilen indes bis zu 10 Jahre am Baum.

Zeder richtig schneiden

Die Zeder besticht mit einem wunderschönen, natürlichen Habitus, der nicht nach einem Formschnitt verlangt. Gleichwohl nimmt der Baum im Laufe der Jahre monströse Ausmaße an, sodass Sie um einen Rückschnitt nicht herumkommen. Idealerweise schneiden Sie alljährlich im Frühjahr nur wenig, anstatt alle paar Jahre einen tiefgreifenden Rückschnitt durchzuführen. Da der Baum ungemein schnittverträglich ist, obliegt es Ihrer individuellen Entscheidung, in welchem Umfang Sie schneiden. Diese Vorgehen hat sich in der Praxis bewährt:

  • Eine Zeder im Frühjahr vor dem Austrieb in Form schneiden
  • Ideal ist ein frostfreier Tag mit bedeckter Witterung
  • Zu lange Zweige mit einer frisch geschärften Schere einkürzen
  • Einen Schnitt ins alte Holz vermeiden, da der Baum daraus nur schwer austreibt
  • Totholz an der Basis kappen
  • Nach innen gerichtete oder sich reibende Äste auf Astring abschneiden

Einen wichtigen Schnitt erhält die Zeder unmittelbar nach der Pflanzung. Schneiden Sie die Triebe um etwa 30 Prozent zurück, bedankt sich der junge Baum mit einer vitalen Verzweigung, die in einem besonders buschigen Habitus mündet.

Zeder gießen

Erfüllt das natürliche Regenaufkommen nicht den Wasserbedarf einer Zeder, kommt der Gartenschlauch zum Einsatz. Warten Sie nicht ab, bis der Baum Trockenstress signalisiert, indem er seine Nadeln abwirft. Prüfen Sie bei trockener Witterung den Boden per Daumenprobe und gießen rechtzeitig und durchdringend. Kleine Exemplare im Kübel weisen einen höheren Wasserbedarf auf, als ein Baum, der seine Wurzeln im Boden bis zum Grundwasser streckt.

Zeder richtig düngen

Während eine junge Zeder noch ihr Wurzelsystem entwickelt, ist sie für eine Portion Kompost alle 4 Wochen dankbar. Ein älterer Baum versorgt sich autark mit allen wichtigen Nährstoffen. Kultivieren Sie eine Zwergsorte im Kübel, verabreichen Sie von März bis September alle 4 Wochen einen Flüssigdünger für Grünpflanzen.

Überwintern

Da eine Zeder ab Temperaturen von unter – 15 Grad Celsius in Kombination mit eisigem Ostwind Frostschäden erleiden könnte, empfehlen wir in harten Wintern und in windexponierten Lagen folgende Schutzmaßnahmen:

  • Die Baumscheibe anhäufeln mit einer 20-30 cm dicken Schicht aus Laub und Reisig
  • Die Krone einpacken mit Reet, Jutebändern oder einer Strohmatte
  • Den immergrünen Baum während des Winters an frostfreien Tagen gießen

Pflanzgefäße werden vor dem ersten Frost im Luftpolsterfolie ummantelt, auf Holz gestellt und der Krone eine atmungsaktive Haube übergestülpt.

Zeder vermehren

Die eigenhändige Vermehrung einer Zeder empfiehlt sich einzig für Hobbygärtner mit einem sehr langen Geduldsfaden. Sowohl die Aussaat von Samen als auch die Pflege von Stecklingen erstreckt sich über bis zu 3 Jahre, ehe sich eine kräftige Jungpflanze entwickelt. Unterwerfen Sie die Samen einer Stratifikation, lässt sich der monatelange Keimprozess beschleunigen. Forcierend wirkt sich zudem aus, wenn das Saatgutes in Gibberellinsäure eingeweicht wird. Stecklinge bewurzeln zügiger unter einer transparenten Haube, die ein feucht-warmes Mikroklima erzeugt.

Wie pflanze ich richtig um?

In den ersten 5 Jahren lässt sich eine Zeder noch problemlos umpflanzen. Nehmen Sie das Projekt im Herbst in Angriff, da der Baum zu dieser Zeit bestens verwurzelt. In diesen Schritten gelingt es:

  • Den Wurzelballen mit dem Spaten abstechen im Radius der halben bis zwei Drittel Wuchshöhe
  • Einen großzügig bemessenen Graben ausheben, die Erde mit Kompost mischen und wieder einfüllen
  • Über ein Jahr lang den Baum regelmäßig und ausgiebig wässern, damit sich neue Feinwurzeln bilden

Im darauf folgenden Jahr heben Sie den Baum aus dem Boden und setzen ihn am neuen Standort genauso tief wie zuvor wieder ein. Ein Stützpfahl auf der Ostseite des Stamms sorgt während des Anwachsens für die nötige Stabilität. Wiederum ist eine regelmäßige Wasserversorgung von höchster Relevanz.

Hat eine Zeder das Zeug zum Bonsai?

Die Zeder hat sich als Paradebeispiel für eine prächtigen Freiland-Bonsai erwiesen. Ihre genügsame Schnittverträglichkeit und breit angelegte Standortamplitude tragen maßgeblich zu dieser Qualifikation bei. Kreative Bonsai-Gärtner entscheiden sich zumeist für eine streng aufrechte oder frei aufrechte Gestaltung. In Bezug auf die Pflege, sind folgende Aspekte zu beherzigen:

  • Während der Vegetationsperiode regelmäßig gießen
  • Im Winter die Wasserversorgung etwas reduzieren
  • Von März bis September alle 2 Wochen flüssig düngen oder Bonsai-Düngebrocken verabreichen
  • Zu Frühlingsbeginn die Zweige in Form schneiden und bei Bedarf vorsichtig drahten

Alle 3-4 Jahre topfen Sie den Zedern-Bonsai um in eine größere Schale und schneiden bei dieser Gelegenheit die Wurzeln um etwa ein Drittel zurück. Als Substrat empfehlen wir eine Mischung aus Bonsaierde und jeweils einem Drittel Akadamaerde und Lavagranulat.(24,95€ bei Amazon*)

Wie wurzelt eine Zeder?

Die Zeder gedeiht als Herzwurzler. Gemäß dieser Definition entwickelt sie ein Wurzelsystem, das in alle Richtungen vordringt. Die Hauptwurzel streckt sich etwas tiefer im Boden aus, während die Feinwurzeln weitgehen in Nähe der Oberfläche sprießen. Im Querschnitt betrachtet, erinnert die Form an ein Herz.
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Schöne Sorten

  • Blaue Atlaszeder: Eine populäre Zedernart mit stahlblauen Nadeln, robuster Winterhärte und dichtem Habitus
  • Glauca pendula: Eine klein bleibende Gartenform der Blauen Atlaszeder, die selten höher als 5 Meter gedeiht
  • Fastigiata: Prächtige Säulen-Zeder mit blauem Nadelkleid, ideal für den kleinen Garten und Kübelkultur
  • Golden Horizon: Majestätische Himalajazeder mit grün-gelben Nadeln und geneigtem Wipfel
  • Feelin Blue: Dekorative Zwergform der Himalayazeder, mit blauen Nadeln und grazilem Wuchs bis 1 Meter
  • Nana: Mächtige Libanonzeder für große Parkanlagen, die im Alter eine Höhe von bis zu 40 Metern erreicht
  • Variegata: Virtuose Weihrauchzeder, die wunderbar duftet, mit grün und gelb gemischtem Nadelkleid
Text: Paula Jansen
Artikelbild: Sherri R. Camp/Shutterstock

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