Ein Gewächshaus basteln und Stecklinge ziehen

Im Haushalt finden sich eine Menge Gegenstände, aus denen man sich mit wenigen Handgriffen ein voll funktionstüchtiges Gewächshaus für die eigene Pflanzenaufzucht basteln kann. Neben Eierkartons aus Pappe eignen sich leere Verkaufsverpackungen aus transparentem Kunststoff ausgezeichnet zum Aussäen.

Gewächshaus selber machen
Ein Mini-Gewächshaus ist schnell selbst gebastelt

Wem die Aufzuchtkästen, die der Fachhandel anbietet, zu teuer sind, kann sein Minigewächshaus (8,52€ bei Amazon*) aus einer ganzen Reihe von nicht mehr benötigten Haushaltsgegenständen ganz einfach selber basteln. Eine besonders gute Idee übrigens, wenn Sie Kinder haben, bei denen Sie die Begeisterung für die Pflanzenaufzucht ein wenig fördern möchten. Die ideale Bastelzeit für solche Kleingewächshäuser sind die letzten Wochen im Februar oder gleich Anfang März. Damit haben die Sämlinge noch genügend Zeit, sich bis zum Auspflanzen im Freiland stabil zu entwickeln.

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Wozu Eierverpackungen und leere Plastikbecher gut sind

In einer nicht mehr benötigten Eierpalette bekommt man schließlich ohne große Mühe sechs bis zehn Pflanzen großgezogen. Dazu wird der Deckel zunächst entfernt und die Vertiefungen mit nicht zu feuchter Erde befüllt. Als Zusammensetzung des Bodens, für den Fall, dass Tomaten oder Gurken aufgezogen werden sollen, empfehlen wir folgende Mischung:

  • 40 Prozent normaler Gartenerde;
  • 30 Prozent reifer Kompost
  • je 15 Prozent Torf- und Sandboden

Saatgut muss nicht immer etwas kosten

Ganz besonders preiswert wird es beim Gewächshaus basteln, wenn für die Aufzucht der Jungpflanzen Samen aus der Ernte des letzten Sommers zur Verfügung steht. Die besten Zuchterfolge stellen sich ein, wenn Samenkörner der Früchte genommen werden, die vom Händler auf dem Wochenmarkt stammen. Ansonsten finden sich im Internet auch zahlreiche Tauschbörsen von Kleingärtnern, die für kleines Geld Pflanzensamen aus naturnahem Anbau anbieten.

Pro Napf ein Korn und nicht mehr

Die sparsame Aussaat ist für das Wachstum der Pflänzchen besonders wichtig. Wird zu viel Saatgut benutzt, nehmen sich die Keimlinge sonst gegenseitig den Nährboden weg. Drücken Sie jedes Körnchen einige Millimeter tief in den Boden ein und verschließen Sie anschließend die kleine Öffnung. Feuchte Erde muss nicht extra angegossen werden. Statt des abgetrennten Deckels bekommt der Karton nun noch einen alten Gefrierbeutel (vorher einige Belüftungsöffnungen mit dem Locher ausstanzen!) übergestülpt. Abschließend stellen Sie Ihr Minihäuschen nur noch auf ein sonniges Fensterbrett.

Tipps

Wenn das erste zarte Grün sichtbar wird, kann der Plastikbeutel am Tage für einige Stunden und bis kurz vor Sonnenuntergang entfallen. Auch die jungen Pflänzchen, nicht direkt begießen, sondern nur den Erdboden mit einer ausgedienten Sprühflasche feucht halten.

Text: Fred Lübke

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