Gartenteich anlegen: Methoden, Planung und Durchführung

Besonders auf kleineren Grundstücken ist es nicht einfach, einen Gartenteich anzulegen. Mal ist der Platz zu sonnig oder zu hügelig, auch das Laub der Bäume will beim Zierteich bauen berücksichtigt sein. Und: Die Sicherheit spielt eine Rolle, ehe Sie sich für eine der fünf Teichbauarten entscheiden.

Gartenteich bauen
Es gibt verschiedene Materialien für den Gartenteich

Oft beginnt die Inspiration damit, dass man irgendwo in der Natur beim Spaziergang einen Tümpel entdeckt, der sich im Laufe vieler Jahre mit wilden Seerosen bedeckt hat, ringsherum mit Sommerblumen umwachsen ist und an dessen Ufer sich vielleicht sogar noch eine rustikale Holzbank befindet, auf der es sich verschnaufen lässt. Die Idee, sich ein ähnlich idyllisches Plätzchen auf dem eigenen Grundstück anzulegen, wäre damit geboren und nimmt seinen Lauf. Auch wenn dieser beschauliche kleine Teich in der freien Natur überhaupt nicht geplant war, sondern einfach so von allein entstanden ist: Wer sich seinen Traumteich in den eigenen Garten holen will, hat dagegen vorab schon so Einiges zu organisieren.

Wo fange ich an beim Gartenteichbau?

Neben vielen Detailfragen, die sich zur Bautechnik und der Ausstattung eines Gartenteichs stellen, sind zunächst einige grundsätzliche Überlegungen erforderlich, wie beispielsweise:

  • An welcher Stelle platziere ich meinen Gartenteich am Besten und wie gehe ich bautechnisch vor?
  • Ist es günstiger ein Fertigbecken zu kaufen oder soll für den selbst angelegten Zierteich Folie verwendet werden? Oder gibt es vielleicht noch andere Materialien?
  • Wie gestalte ich den Teich? Sollen sprudelnde Quellsteine für den Wasserfluss sorgen oder ein unterirdisches Leitungssystem, das unsichtbar bleibt?
  • Welche Bepflanzung ist optimal und was muss ich dabei schon beim Gartenteich anlegen berücksichtigen?

Die Planung beim Gartenteich selber bauen

Es müssen also eine ganze Reihe an Faktoren zusammenpassen, die neben dem optimalen Standort des neuen Zierteichs auch noch dessen Größe und gewünschte Form beinhalten. Schließlich soll die neue Oase zu einem Ruhepunkt im Garten werden und da reicht es bei Weitem nicht aus, einfach an irgendeiner freien Stelle zu schaufeln, denn nicht jeder Platz ist geeignet, um seinen Zierteich zu bauen.

Das passende Gelände für den Gartenteichbau

Die Standortsuche ist gerade auf kleineren Grundstücken nicht besonders einfach. Zu den ungeeigneten Flächen gehören in erster Linie besonders ausgeprägte Hanglagen sowie die Gartenflächen mit hohem Nadel- und Laubbaumbestand. Der ideale Standort liegt erfahrungsgemäß innerhalb einer Rasenfläche und grenzt unmittelbar, aber wiederum nicht zu dicht, an Gehölzen und Sträuchern. Ebenfalls wichtig für die spätere Zugänglichkeit bei anstehenden Pflegemaßnahmen wäre eine von allen Seiten bequem begehbare Zone für die Platzwahl des anzulegenden Zierteichs.

Über Licht, Schatten und Bedeutung der Bäume

Ältere und schon sehr große Bäume können mit ihrem stark gewachsenen Wurzelwerk die erforderlichen Erdarbeiten beim Ausschachten erschweren. Und wenn nicht jetzt, vielleicht in einigen Monaten oder Jahren, wenn Wurzeln damit beginnen, in die Teichfolie hineinzuwachsen und dadurch Leckstellen entstehen. Darüber hinaus kann das im Herbst herabfallende Laub den Teichboden verschmutzen, Faulgase im Wasser bilden und den Nährstoffgehalt des Wassers negativ beeinflussen. Nicht weniger unwichtig sind die Lichtverhältnisse, die bereits bei der Bauvorbereitung sorgfältig ausgelotet werden müssen, da sie ich auf das Wachstum der Teichbepflanzung auswirken. Zu viel Schatten möglichst vermeiden, ansonsten werden es die Seerosen schwer haben, zu blühen. Der ideale Teichstandort ist genau dort, wo:

  • bis 11.00 Uhr die Sonne ungehindert einstrahlen kann;
  • zwischen 11.00 und 15.00 Uhr Halbschatten herrscht;

Ein ausgewogenes Verhältnis von Licht und Schatten kommt der Wasserqualität direkt zugute, denn je mehr sich der Teich erwärmt, desto geringer ist die Sauerstoff-Konzentration, was wiederum den Algenwuchs befördert und die Gefahr eines Kippens enorm vergrößert.

Gartenteich anlegen: eben oder mit Gefälle?

Rein optisch betrachtet hat ein selbst gebauter Zierteich mit kleinen Hügeln und Gefälle natürlich seinen ganz besonderen Reiz, obwohl es dadurch beim Bau ein wenig komplizierter wird, aber dennoch machbar ist. Aufgeschichtetes, keilförmig unterlegtes Steinmaterial sorgt dann für den entsprechenden Ausgleich und lässt sich hinterher mit Erde abdecken oder besser noch, bepflanzen. Wenn genug Platz auf dem Grundstück vorhanden ist, könnten in dieser Konstellation sogar mehrere kleine Teiche mit verschiedenen Höhenstufen angelegt werden, die sich besonders reizvoll untereinander verbinden lassen.

Zierteich bauen: mittendrin oder lieber am Zaun

Dezentral mit dem Gartenteichbau zu beginnen, ist in den meisten Fällen die passendste Lösung. Mittig auf dem Grundstück, wird die zukünftige Gartenentwicklung oftmals blockiert und ein wenig abseits wirkt der Standort meist viel ästhetischer und ruhiger, als im geografischen Zentrum des Anwesens. Dennoch lassen Sie nicht außer Acht, dass spätere bauliche Veränderungen kaum möglich sind, da sich ein Zierteich nicht so einfach versetzen lässt. Auf der sicheren Seite ist, wer sein Bauvorhaben vorher mit den unmittelbaren Nachbarn abspricht. Es könnte schließlich sein, dass auf dem Grundstück nebenan größere Bäume gepflanzt werden sollen, die eventuell das Sonnenlicht auf den künftigen Teich extrem einschränken.

Die Sicherheit der Gartenteichanlage

Auch wenn es nachweislich Ihr Grundstück ist, auf dem unter normalen Umständen niemand etwas zu suchen hat, der dort nicht hingehört, zählt eine Umzäunung rein rechtlich gesehen zu den wichtigsten Kriterien bei der Planung Ihrer neuen Ruheoase. Verkehrssicherungspflicht nennt der Gesetzgeber diese Forderung an einen Grundstücksbesitzer, der dazu verpflichtet ist, in zumutbarer Größenordnung Vorkehrungen zu treffen, die einen Unfall auszuschließen helfen. Ist eine ordentliche Umzäunung vorhanden, tritt Ihre vorher abgeschlossene Haftpflichtversicherung im Schadensfall ein. Etwas umfangreicher müssen die Schutzmaßnahmen sein, wenn Sie Kinder haben. Sie werden vom Wasser nahezu magisch angezogen, sodass die Gefahr des Ertrinkens selbst in flachem Wasser enorm hoch ist. Berücksichtigen Sie beim Gartenteich anlegen daher:

  • Gestalten Sie möglichst flache Böschungen und Uferzonen und bauen Sie Tiefzonen nie unmittelbar am Rand.
  • Sichern Sie Brücken und Stege durch entsprechende Vorrichtungen sturzsicher ab.
  • Verarbeiten Sie besonders am Rand gröbere Steine und Kiesel.
  • Sichern Sie den Teichrand mit zusätzlichen robusten Pflanzen, beispielsweise Binsen ab, an denen man sich bei Gefahr notfalls festhalten kann.

Welche Teichbauart passt am besten ins Umfeld?

Welche Bauweise ausgewählt wird, ist nicht nur von den Bedürfnissen und Wünschen abhängig, sondern resultiert zu einem erheblichen Teil aus den eigenen Fähigkeiten. Um eine fachgerechte Auskleidung des Teichprofils nach dem Ausschachten, möglicherweise mit einem dichten Lehm- bzw. Tonboden, werden Sie nicht umhinkommen und das erledigt sich keinesfalls in ein paar Stunden. Auch der Kostenaufwand, selbst wenn alles in Eigenleistung gebaut wird, darf keinesfalls unterschätzt werden. Aber sehen wir uns zunächst die geläufigsten Teichbauarten im Kurzvergleich an.

BauartprokontraBaumaterial
Folienteichpreisgünstig, einfach zu verarbeiten, meist recycelbares Material, eignet sich für alle Größen;Zugeständnisse beim Alterungsprozess, bedenklich bezüglich Nachhaltigkeit und Ökologie;bitumenhaltige Folien, Kautschuk, PVC (Polyvinylchlorid), PE (Polyethylen), EVA (Ethylvinylacetat)
Fertigbeckenbesonders hohe Alterungsbeständigkeit und vergleichsweise lange Lebensdauer, einfacher Einbau;begrenzte Größe, aufwendige Verbindung mehrerer Becken, kleine Pflanzzonen; TEUER;GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff oder PVC (Polyvinylchlorid)
BetonbeckenTeichform kann sehr genau geplant werden, alle erdenklichen Größen möglich, robust, sehr lange Lebensdauer;hoher Arbeitsaufwand, verlangt spezielle Fertigkeiten im Betonbau, eventuell Schalung erforderlich;spezielle Betonarten mit einer speziellen Stahlarmierung ;
Kunststoffbeckenplanbare Formgebung nach Wunsch, gute Haltbarkeit, auch für Fischbesatz geeignet;handwerkliches Geschick und sorgfältige Bearbeitung nötig, TEUERmit Polyesterharz getränkte Glasfasermatten;
Naturmaterialsehr natürlicher und ökologischer Übergang bis an den Teichrand möglich, umweltfreundlich;teuer und arbeitsintensiv, nur bei günstigem Unterboden möglich, lohnt sich nur bei größeren Teichen;Ton und ähnliche Mineralien als Pulver, Ziegel oder Fliesen;

Die Formgebung beim Gartenteichbau

Da ein Zierteich meist der Natur nachempfunden gebaut wird, gibt es kaum jemanden, der sich ein gleichmäßig rundes oder gar viereckiges Gebilde in seinen Garten stellen wird. In der Natur wächst auch nichts kerzengerade, sodass Teichbauer ihrer Kreativität vollen Lauf lassen dürfen. Desto kurvenreicher, umso schöner und besonderer am Schluss gerät man nicht selten ins Staunen darüber, wie harmonisch mit einem solchen asymmetrischen Gartenteich auf einmal das gesamte Grundstücksgelände wirkt. Bei der Planung bewährt hat sich eine ziemlich einfache Methode, bei der Sie Folgendes benötigen:

  • alle Familienmitglieder, die auf dem Grundstück zu Hause sind;
  • ein oder mehrere Gartenschläuche bzw. Wäscheleinen;
  • eine Fotokamera

Ein Familienmitglied legt zunächst die groben Konturen des geplanten Gesamtumrisses auf der vorgesehenen Fläche mit einem möglichst farbigen Gartenschlauch aus. Der Nächste verändert die Lage des Grundrisses anschließend nach seinen Wünschen usw. Dieses Spiel ist beendet, wenn alle Teilnehmer am Ende mit der finalen Lösung einverstanden sind. Dann lassen Sie es einfach einige Stunden wirken, und wenn die Familie dann immer noch restlos begeistert ist, machen Sie ein paar Fotos Ihres zukünftigen Tiefbaugeländes. Für die endgültige Entscheidungsfindung sollten dennoch die folgenden Empfehlungen beachtet werden:

  • die Form des Gartenteiches ist idealerweise so weit wie möglich der Geometrie der Gesamtfläche angepasst;
  • berücksichtigen Sie auch geplante Unterschiede bei den Wassertiefen von vornherein;
  • denken Sie an kleine Einbuchtungen oder Halbinseln, mit denen die Struktur aufgelockerter wirkt;
  • Vermeiden Sie bei der Linienführung nach Möglichkeit lang gezogene Geraden;

Tipps

Ein fertiger Bau mit Bepflanzung wirkt rein optisch immer viel kleiner, als er bei der Planung empfunden wurde. Nutzen Sie daher wirklich jeden freien Quadratmeter, denn die Erfahrung zeigt tatsächlich, dass ein Gartenteich nicht groß genug sein kann. Übrigens machen kleine Zierteiche wesentlich mehr Arbeit, als die Großen, da die Pflanzen viel häufiger zurückgeschnitten werden müssen.

Text: Fred Lübke
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