Gartenhaus

Gartenhaus Wandstärke richtig auswählen: Was ist wichtig?

Artikel zitieren

Die Wandstärke eines Gartenhauses ist entscheidend für seine Stabilität, Isolation und Einsatzmöglichkeiten. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Wandstärken, Konstruktionsweisen und ihre Eignung für unterschiedliche Nutzungsarten und klimatische Bedingungen.

gartenhaus-wandstaerke
Wie dick die Wand sein sollte, hängt von der gewünschten Nutzung des Gartenhauses ab

Die Bedeutung der Gartenhaus-Wandstärke

Die Wandstärke eines Gartenhauses ist maßgeblich für seine Stabilität, Isolierung und mögliche Einsatzbereiche. Abhängig von der Wandstärke können Gartenhäuser unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden – von der Lagerung von Gartengeräten bis hin zur Nutzung als wohnlicher Rückzugsort.

Lesen Sie auch

Stabilität

Eine höhere Wandstärke bedeutet in der Regel eine stabilere und widerstandsfähigere Struktur. Dies ist besonders wichtig, wenn das Gartenhaus stärkeren Belastungen durch Wind, Schnee oder intensive Nutzung standhalten soll. Kleinere Gartenhäuser oder Geräteschuppen kommen meist mit geringeren Wandstärken aus, während größere Modelle oder solche, die als Wohnraum genutzt werden sollen, dickere Wände benötigen.

Isolierung

Je dicker die Wände, desto besser ist in der Regel auch die Isolierung. Dickere Wände helfen, die Temperatur im Inneren des Gartenhauses zu regulieren und bieten Schutz vor Witterungseinflüssen. Gartenhäuser mit dickeren Wänden halten im Sommer kühl und im Winter warm, was sie für eine ganzjährige Nutzung geeignet macht.

Einsatzmöglichkeiten

Die geplante Nutzung des Gartenhauses ist entscheidend für die Wahl der Wandstärke:

  • Geräteschuppen: Wandstärken von 14 bis 19 mm sind ausreichend, um Gartengeräte trocken und sicher zu lagern.
  • Sommerlicher Aufenthaltsraum: Wandstärken von 28 bis 44 mm bieten eine gute Mischung aus Stabilität und Isolierung. Sie eignen sich für die Nutzung während der wärmeren Monate oder als Hobbyraum.
  • Ganzjährige Nutzung: Für Gartenhäuser, die als Wochenendhaus oder Gästezimmer dienen sollen, sind Wandstärken von 70 bis 90 mm empfehlenswert. Diese bieten eine hohe Stabilität und hervorragende Isolierung, die auch bei extremen Witterungsbedingungen Schutz bietet.

Gängige Wandstärken und ihre Eignung

Gartenhäuser gibt es in einer Vielzahl von Wandstärken, die sich grob in drei Kategorien einteilen lassen. Die entsprechende Wandstärke sollte nach geplanter Nutzung und klimatischen Bedingungen gewählt werden.

Geringe Wandstärke (14 bis 19 mm)

Gartenhäuser mit einer Wandstärke von 14 bis 19 mm eignen sich besonders gut als Geräteschuppen oder kleine Lagerhäuser. Diese Wandstärken bieten ausreichenden Schutz vor Regen und Wind und bewahren Gartengeräte, Fahrräder und Gartenmöbel trocken. Wegen ihrer geringen Isolierung eignen sich diese Modelle jedoch nicht für längere Aufenthalte oder für den Frostschutz. Für Grundflächen über 2,50 x 2,0 m ist eine Wandstärke von 19 mm zu bevorzugen, da sie mehr Stabilität bietet.

Mittlere Wandstärke (28 bis 44 mm)

Mit Wandstärken von 28 bis 44 mm erhalten Sie vielseitige Nutzungsmöglichkeiten. Gartenhäuser in dieser Kategorie bieten merkliche Dämmung, die sie als sommerlichen Aufenthaltsraum attraktiv macht. Sie sind stabil genug für mittelgroße bis große Grundflächen und können ohne zusätzliche Heizung vom Frühjahr bis zum Herbst genutzt werden. Modelle mit 40/44 mm Wandstärke sind frostsicher und können auch in milden Wintern mit einer zusätzlichen Heizung komfortabel sein.

Hohe Wandstärke (70 bis 90 mm)

Gartenhäuser mit einer Wandstärke von 70 bis 90 mm bieten die besten Isolierungs- und Stabilitätseigenschaften. Diese Modelle sind ideal für die ganzjährige Nutzung geeignet und können als Wochenendhaus, Ferienhaus oder Wohnraumerweiterung dienen. Die dicken Wände schützen zuverlässig vor Kälte im Winter und halten die Hitze im Sommer fern, wodurch das Innere des Gartenhauses klimatisch angenehm bleibt. Modelle mit 90 mm Wandstärke bieten maximale Stabilität und sind auch in Regionen mit extremen Witterungsbedingungen eine hervorragende Wahl.

Einfluss der Wandstärke auf die Konstruktion

Die Wandstärke beeinflusst maßgeblich die Konstruktionstechnik eines Gartenhauses. Abhängig von der Dicke der Wände kommen unterschiedliche Bauweisen zum Einsatz, jede mit bestimmten Vor- und Nachteilen.

Elementbauweise

Die Elementbauweise eignet sich für Gartenhäuser mit geringeren Wandstärken im Bereich von 14 bis 28 mm. Hier bestehen die Wände aus vorgefertigten Elementen, die vor Ort zusammengesetzt werden. Diese Methode ermöglicht eine schnelle und einfache Montage und ist ideal für kleinere und weniger aufwendige Konstruktionen wie Geräteschuppen.

  • Vorteile: Schnelle Montage, kostengünstig
  • Nachteile: Geringere Stabilität und Isolierung

Steck-Schraub-System

Das Steck-Schraub-System wird häufig bei mittleren Wandstärken von 14 bis 40 mm angewendet. Hierbei wird zuerst der Rahmen errichtet, an dem anschließend die Außenverschalung befestigt wird. Dieses System ermöglicht eine höhere Flexibilität bei der Gestaltung und ist stabiler als die Elementbauweise. Es eignet sich gut für Gartenhäuser, die als Aufenthalts- oder Hobbyräume genutzt werden sollen.

  • Vorteile: Flexible Gestaltung, gute Stabilität
  • Nachteile: Aufwendiger in der Montage

Blockbohlenbauweise

Die Blockbohlenbauweise ist die robusteste Konstruktionsmethode und wird bei Wandstärken von 28 mm bis 70 mm oder mehr eingesetzt. Hierbei werden die Blockbohlen horizontal übereinander gelegt und mit Nut- und Federverbindungen verbunden. Diese Bauweise bietet hervorragende Dämmung und hohe Stabilität und eignet sich für größere und luxuriösere Gartenhäuser, die ganzjährig genutzt werden.

  • Vorteile: Hervorragende Stabilität und Isolierung, lange Lebensdauer
  • Nachteile: Höhere Kosten, längere Bauzeit

Wahl der optimalen Wandstärke

Die Entscheidung für die optimale Wandstärke hängt von Verwendungszweck, Wetterbedingungen am Standort, Größe des Gartenhauses und Budget ab. Diese Elemente sollten sorgfältig abgewogen werden, um eine langfristig zufriedenstellende Nutzung sicherzustellen.

Verwendungszweck

Je nach geplanter Nutzung variieren die empfohlenen Wandstärken erheblich:

  • Geräteschuppen: Wandstärken von 14 bis 19 mm sind ausreichend für die Lagerung von Gartengeräten, Werkzeugen oder Fahrrädern.
  • Sommerlicher Aufenthaltsraum: Wandstärken zwischen 28 und 40 mm bieten gewisse isolierende Eigenschaften und sind ideal für eine Nutzung als Rückzugsort im Sommer.
  • Ganzjährige Nutzung: Für ganzjährig nutzbare Gartenhäuser, wie Gästeräume oder Hobbyräume, sind Wandstärken von mindestens 70 mm empfehlenswert.

Klimatische Bedingungen

Das regionale Klima spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl der Wandstärke:

  • Milde Winter: Wandstärken von 28 bis 40 mm, kombiniert mit zusätzlicher Dämmung, können ausreichend sein.
  • Kalte Winter: In Regionen mit strengen Wintern sind Wandstärken von 70 bis 90 mm ideal, um ausreichende Isolierung zu gewährleisten.

Größe des Gartenhauses

Größere Gartenhäuser benötigen höhere Wandstärken für ausreichende Stabilität und Langlebigkeit:

  • Kleine bis mittelgroße Gartenhäuser: Modelle bis zu 20 m² sind mit Wandstärken von 14 bis 40 mm ausreichend stabil.
  • Große Gartenhäuser: Bei Grundflächen über 20 m² sollten Wandstärken ab 40 mm gewählt werden.

Budget

Die Wandstärke hat einen direkten Einfluss auf die Kosten:

  • Kostengünstige Optionen: Wandstärken zwischen 14 und 28 mm sind günstiger, bieten jedoch geringere Isolier- und Stabilitätseigenschaften.
  • Premium-Varianten: Dickere Wände von 40 bis 90 mm sind teurer, bieten aber höhere Stabilität und bessere Isolierung.

Zusätzliche Dämmung

Eine zusätzliche Dämmung kann die Energieeffizienz und den Wohnkomfort erheblich verbessern. Ob eine Dämmung notwendig ist, hängt von der Wandstärke, der Nutzungsart und den klimatischen Bedingungen ab.

Wandstärke und Dämmbedarf

Gartenhäuser mit geringeren Wandstärken (14 bis 28 mm) profitieren besonders von zusätzlicher Dämmung. Diese kann den Innenraum besser vor extremen Temperaturen schützen.

  • 14 bis 19 mm: Eine umfassende Dämmung ist sinnvoll. Stellen Sie sicher, dass Wände, Dach und Boden isoliert sind.
  • 28 bis 44 mm: Zusätzliche Dämmung wird empfohlen, wenn das Gartenhaus ganzjährig genutzt oder in einer Region mit kalten Wintern steht.
  • Ab 70 mm: Dickere Wände bieten bereits gute Dämmung. Zusätzliche Isolierung kann aber auch hier Vorteile bringen.

Dämmmethoden

Die Dämmung sollte idealerweise schon bei der Planung berücksichtigt werden. Effektiv sind:

  • Dachdämmung: Wichtig zur Vermeidung von Wärmeverlusten. Verwendung von Dachdämmplatten oder Dämmwolle zwischen den Dachsparren.
  • Bodendämmung: Hartschaumplatten oder Schüttdämmung zwischen den Fundamentbalken.
  • Wanddämmung: Mehrschichtdämmung aus Dämmwolle oder Hartschaumplatten.

Materialien zur Dämmung

Häufig verwendete Materialien sind:

  • Mineralwolle: Geeignet für Wände und Dächer, atmungsaktiv, feuerfest und schimmelfrei.
  • Hartschaumplatten: Hohe Dämmwirkung bei einfacher Verarbeitung, ideal für Wände und Böden.
  • Schüttdämmung: Für den Bodenbereich, einfach einzubringen.

Vorteile einer guten Dämmung

Eine wirksame Dämmung verbessert das Raumklima und hat ökonomische Vorteile:

  • Reduzierung von Wärmeverlusten: Senkt die Heizkosten im Winter.
  • Kühlere Innenräume im Sommer: Hält die Hitze draußen und sorgt für angenehme Temperaturen.
  • Feuchtigkeitsschutz: Verhindert Schäden durch Kondensation und Feuchtigkeitsprobleme.

Durch die richtige Dämmung wird Ihr Gartenhaus ganzjährig nutzbar und bietet ein angenehmes, energiesparendes Wohnklima.

Bilder: colin13362 / Shutterstock