Gartenhaus: Ideen und Materialien fürs Dach

Das Dach eines Gartenhauses hat einiges in sich. So viele Formen es gibt, so optisch und bautechnisch relevant sind sie auch. Was es alles für Möglichkeiten zum Decken, Dämmen und Sanieren es gibt, haben wir im Folgenden einmal für Sie zusammengestellt.

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Ein Ziegeldach sieht hübsch aus und ist sehr langlebig

Das Wichtigste in Kürze

  • Blech, Holzschindeln, Dachsteine oder Dachbegrünung – die Auswahl fürs Gartenhausdach ist groß
  • Stein- und Holzdächer benötigen eine solidere Auflattung als Bitumenschindeln
  • Soll das Gartenhaus (36,99€ bei Amazon*) als Winterquartier für Pflanzen genutzt werden, sollte das Dach gedämmt werden

Gartenhaus-Dach richtig decken

Wer sein Gartenhaus-Dach auf die übliche Art und günstig decken will, setzt auf die Kombination von Dachpappe und Schindeln.

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Vorteile dieser Methode sind die Unaufwändigkeit und die Kostengünstigkeit. Die Dachpappe dient dem unmittelbaren Abdichten der Dachfläche, darüber werden in überlappender Schichtung Schindeln oder auch einfach gerade Bahnen aus Bitumen verlegt. Hier eine anschauliche Anleitung dieser gängigen Dachdeckmethode:

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Gartenhaus-Dach mit alternativem Material decken

Anstatt mit den üblichen Bitumenschindeln können Sie Ihr Gartenhaus-Dach auch mit alternativen Materialien decken. Hier ein Überblick über Beispiele mit Vor- und Nachteilen und den Bedingungen an ihre Anwendbarkeit:

 BlechHolzschindelnDachsteineBegrüntes Dach
Vorteileleicht, bruchsicherauthentisch, witterungsbeständig, geräuschdämmendsolide, äußerst beständigökologisch wertvoll, natürliche Temperatur- und Geräuschdämmung
Nachteilefunktionale Optik, aufheizend, laut (Niederschlag)schwererschwer und teuerregelmäßige Pflege, in Auftragsarbeit teuer
Bedignungenkeineje nach Holzart Mindesttragkraft nötigMinimaltragkraft und -schrägenneigungMindesttragkraft des Dachs

Blech

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Blech ist günstig aber optisch wenig überzeugend

Blech ist an sich ein sehr traditionsreiches Dachdeckmaterial. Und in jüngster Zeit für Gartenhäuser, Carports oder Vordächer auch immer beliebter.

Vorteile:

Die wesentlichen Vorzüge von Blech ist, dass es keinerlei Ansprüche an die Statik des Dachs stellt und sehr bruchsicher und stabil ist.

Nachteile:

Die funktionale Optik von Blech ist natürlich nichts für Romantiker. Wer sein Gartenhaus nicht nur zur Lagerung von Gerätschaften, sondern auch zum gelegentlichen Kaffeekränzchen nutzen will, sei außerdem vor der hohen Geräuschentwicklung durch Niederschlag gewarnt. Die kann im Zweifelsfall aber auch durch bestimmte Dämmmaterialien reduziert werden.

Blechdachmaterial ohne besondere Beschichtung kann sich auch stark aufheizen.

Wegen ihrer sehr dichten Eigenschaft brauchen Blechdächer außerdem eine wirksame Hinterlüftung, damit sich keine Kondensfeuchtigkeit anstauen kann.

Hier ein paar Beispiele für Blech-Deckvarianten:

Pfannenprofile

Die modular aufgebauten Blech-Pfannenprofile im Schindellook relativieren das an sich nackte, eher unwohnliche Aussehen des Materials. Vorteilhaft an Blech-Pfannenprofilen ist auch ihre lange Haltbarkeit, ihre einfache Verlegung und ihr relativ günstiger Preis.

Trapezblech

Trapezblech wird auch immer häufiger zum Decken von Gartenhaus-Dächern eingesetzt. Das Deckmaterial besteht aus Stahlblechplatten, die durch ihren trapezförmigen Querschnitt äußerst fest und stabil sind. Trapezbleche sind in vielen verschiedenen Farben und mit unterschiedlichen Beschichtungen verfügbar. Letztere können das Korrosionsrisiko deutlich verringern und machen die Reinigung denkbar einfach.

Holzschindeln

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Holzdächer passen gut zu Gartenhäusern aus Holz

Vor allem in süddeutschen Regionen sind Holzschindeldächer ein fester Bestandteil des Kulturbilds. Für ein Gartenhaus eignen sich Holzschindeln aus verschiedenen Gründen.

Vorteile:

Das Tolle an einem mit Holzschindeln gedeckten Gartenhausdach ist die authentische, natürliche und angenehm weichkantige Optik. Mit Rollgebinden an den Seiten kommt ein geradezu traditioneller Charakter zustande. Außerdem handelt es sich bei Holzschindeln um einen biologischen Baustoff, der in Zeiten von Ressourchenknappheit hoch geschätzt werden darf.

Entgegen mancher spontaner Zweifeln sind Holzschindeln auch ausgesprochen witterungsbeständig. Auch die sanfte Absorption von Niederschlagsgeräuschen und der waldige, anheimelnde Geruch sind absolute Pluspunkte von Holzschindeln.

Nachteile:

Wie bei allen Hartdächern stellen Holzschindeln gewisse Anforderungen an die Dachstatik. Die erforderliche Tragkraft hängt von der Art der Schindeln und dem verwendeten Holz ab. Die Dichte und dadurch das Gewicht der am häufigsten verwendeten Holzarten wie Fichte, Eiche, Lärche oder Zeder sind unterschiedlich. Aber auch die Schindeldicken können variieren.

Dachsteine

Unter Dachsteinen – also massiven, mineralischen Dachdeckstücken – versteht man streng genommen nur die Varianten aus Beton. DachZIEGEL sind die natürliche Variante aus reinem Ton, der bei sehr hohen Temperaturen gebrannt wird. In zur Verfalzung gepresster Form spricht man dann von Dachpfannen.

Beton-Dachpfannen

Vorteile:

Mit Dachpfannen aus Beton gewinnt das Gartenhaus optisch und bautechnisch an Solidität. Dachsteine sind allgemein in puncto Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit nicht zu schlagen. Der Vorteil bei Beton-Dachsteinen im Vergleich zu Tonziegeln ist, dass sie in verschiedenen Farben erhältlich sind. Wer sein Gartenhaus gern als Miniatur seines Wohnhauses gestalten will, ist damit also gut beraten.

Nachteile:

Wie alle Dachsteine bringen Beton-Dachpfannen natürlich ein hohes Gewicht mit sich. Das muss die Statik des Dachs aushalten, gegebenenfalls ist eine Balkenunterbauung nötig. Bei den meisten Dachsteinvarianten ist außerdem eine Mindestneigung von etwa 28° erforderlich. Für Gartenhäuser im Bungalow-Stil können Sie sich die steinernen Dachpfannen also abschminken. Dachsteine sind von allen vorgestellten Dachdeckmaterialien auch die kostenintensivsten.

Ziegel

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Ziegel sind schön und langlebig

Vorteile:

Typisch und sehr charaktervoll ist bei Ziegeln natürlich die unverkennbare, erdbraune Farbe. Die verleiht einem Gartenhaus ein sehr authentisches Flair. Daneben gelten hinsichtlich der Solidität in etwa dieselben Vorteile wie bei Beton-Dachsteinen.

Nachteile:

Die rotbraune Farbe von Tonziegeln ist zwar sehr charaktervoll – aber eben auch die einzig verfügbare. Wem die Farbe und Traditionsbezogenheit eher egal ist, kann die Tonziegel eigentlich ad acta legen. Schwer und teuer sind sie natürlich wie Beton-Dachsteine auch.

Begrüntes Dach

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Grüne Dächer sind etwas teurer aber sehr schön und nützlich


Dächer zu begrünen, liegt heute schwer im Trend. Auch ein Gartenhaus bietet sich aus vielen verschiedenen Gründen sehr dafür an.

Vorteile:

Wo fängt man da an? In Zeiten dringender Ökologisierung sind Dachbegrünungen allein schon der Umwelt zuliebe vorteilhaft. Denn ein begrüntes Dach sieht nicht nur grüner, lebendiger und naturverbundener aus – es ist es auch. Es bietet Lebensraum für Tiere (insbesondere Insekten), trägt zur Reinigung der Umgebungsluft bei und dient als natürliche, energieneutrale Temperaturdämmung für das Häuscheninnere. Auch ist die Begrünung ein wirksamer Schutz vor Schäden und Geräuschbelastung durch Niederschlag.

Abgesehen von seinen rein praktischen Vorzügen können Idealisten mit einem Gründach auch ein Statement setzen.

Nachteile:

Um ein Dach zu begrünen, muss es eine Last von mindestens 100 kg/m2 halten können. Und obwohl ein Gründach weitgehend sich selbst überlassen werden kann, muss man ab und zu schon mal nach ihm sehen. Etwa, um Gehölz-Schösslinge zu entfernen.

Dann wäre da noch die Kostenfrage. Natürlich kann man ein Gründach selber bauen. Wer aber Profis mit der Begrünung beauftragen möchte, muss in der Regel tief in die Tasche greifen.

Gartenhaus-Dach sanieren

Ein Gartenhausdach ist vor allem sanierungsbedürftig, wenn es durch Lecks undicht geworden und/oder seine Unterkonstruktion aus Sparren und Bohlen marode ist. Bei einzelnen Lecks kann es reichen, die Eindeckung stellenweise zu ersetzen. Eine komplett neue Verlattung kann bei unzureichend wassergeschützter Erstkonstruktion und daraus resultierender Verrottung nötig werden.

Auch wer eine Dacheindeckung aus konventionellen Bitumenschindeln oder -bahnen gegen solidere aus Stein oder Holz eintauschen möchte, muss in der Regel eine stabilere Neuauflattung mit besonders wirksamem Nässeschutz und gegebenenfalls auch eine Unterbalkenkonstruktion für mehr Tragfähigkeit bauen.

Verbrauchtes Deckmaterial tauschen Sie gegen neues aus. Vor allem die erste Dachpappenschicht sollte man grundsätzlich immer mal wieder erneuern. Um Feuchtigkeitseindringen an den Dachkanten zu verhindern, sollten Sie hier Ortgangbleche anbringen. Ein neues Firstblech zu montieren ist auch empfehlenswert.

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Ein Gartenhausdach sollte rechtzeitig repariert werden, bevor es reinregnet

Gartenhaus-Dach dämmen

Damit Sie Ihr Gartenhaus auch als Hobbyhaus und Überwinterungsquartier für Kübelpflanzen nutzen können, sollten Sie das Dach und die Wände inklusive Fußboden (hier kommt im Winter am meisten Kälte durch) gut isolieren. Vor allem, wenn Sie nachträglich eine Dämmung anbringen möchten, ist es sinnvoll, das gleich in einem Zug mit einer eventuell notwendigen Sanierung zu erledigen. Sowohl an Wänden und Fußboden, als auch am Dach kann die Isolierung entweder von außen oder von innen angebracht werden.

Dämmung von innen

Sie bietet sich zur nachträglichen Isolierung an, bringt aber eine Raumverkleinerung mit sich. Dafür ist sie einfacher durchzuführen. Man bringt dazu Dämmmaterial zwischen den Dachsparren und verkleidet sie mit Festmaterial.

Als Dämmmaterial fürs Gartenhausdach eignen sich Isoliermatten aus Mineralwolle, denn sie sind schimmelresistent, feuerfest und atmungsfähig. Auch Hartschaumplatten aus Styrodur oder EPS-Platten bieten sich wegen ihrer einfachen Verarbeitung an. Ökologische Alternativen sind Holzwolle, Hanfmatten oder ganz einfach Stroh. Damit keine Nager angelockt werden, die das Dämmmaterial zerfressen, sollten Sie auf einen dichten Außenabschluss achten. Für die Verkleidung können Sie Holzpaneele oder schlichte Bauplatten montieren.

Dämmung von außen

Eine Dämmung von außen (Aufsparrendämmung) isoliert effektiver, ist aber aufwändiger zu realisieren, besonders wenn sie nachträglich aufgebracht wird. Das Dachdeckmaterial muss dann abgetragen und zwischengelagert werden. An sich wird aber ähnlich vorgegangen wie bei der Innendämmung. Unter die Isolierplatten aus beliebigem Material sollte aber eine Dampfsperrfolie aufgebracht werden.

Häufig gestellte Fragen

Welches Dach ist für Gartenhaus möglich?

Die konventionelle und einfachste Variante ist ein normales Satteldach, das mit Dachpappe und Bitumen-Eindeckung gedeckt wird. An Dachformen sind aber auch Flachdächer (insbesondere für Dachbegrünungen empfehlenswert), Kuppeldächer oder Pyramidendächer möglich. Als Eindeckung könn neben schlichten Bitumen-Schindeln auch leichte Blechmodule, authentische Holzschindeln oder solide Dachsteine genutzt werden.

Wie kann man ein Gartenhaus-Dach besonders günstig decken?

Die günstigste Eindeck-Variante sind normalerweise die klassischen Bitumen-Schindeln. Aber auch Dachfolien oder metallene Dachbahnen wie KSK sind relativ günstige Alternativen.

Wann und wie sollte man ein Gartenhaus-Dach sanieren?

Schlicht und einfach dann, wenn es marode und/oder undicht ist. Je nachdem, wie tiefgreifend die Schäden sind, desto gründlicher muss man auch renovieren. Das bedeutet: gibt es nur stellenweise Lecks und ist der Hauptteil von Auflattung noch okay, können Sie einfach nur betreffende Elemente der Eindeckung austauschen. Bei komplettem Nässeschaden unter der Eindeckung ist gegebenenfalls ein Austausch der gesamten Auflattung nötig.

Wie kann man ein Gartenhaus-Dach begrünen?

Die ökologischen Vorzüge eines begrünten Dachs kann man beim Gartenhaus gut nutzen. Es muss allerdings eine gewisse Tragkraft haben. Eine besondere Form ist nicht Voraussetzung, Flachdächer sind aber besonders vorteilhaft. Zum Begründen wird das Dach mit einer wurzelfesten Begrünungsfolie überzogen. Auf einem kiesigen Substrat werden besonders trockenheitsresistente Pflanzen gepflanzt. Ein begrüntes Dach kann man mit etwas Geschick selber bauen oder auch in professionelle Hände geben.

Text: Caroline Strauss
Artikelbilder: Crisferra/Shutterstock, Lucian Coman/Shutterstock, Gajus/Shutterstock, Marina Lohrbach/Shutterstock, Ralf Geithe/Shutterstock, Dietrich Leppert/Shutterstock

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