Feuerdorn: Pflege und Sorten

Feuerdorne sind mit ihren weißen, duftenden Traubenblüten und feuerfarbenen, üppigen Fruchtständen eine überaus sympathische und dekorative Heckenpflanze. Zudem sind sie pflegeleicht und erhöhen die Vielfalt von Nutzinsekten und Vögeln in Ihrem Garten.

feuerdorn
Der Feuerdorn gedeiht bei uns sehr gut

Herkunft

Die Wildformen der Gattung der Feuerdorne, botanisch Pyracantha, kommen von uns aus gesehen ursprünglich aus südöstlichen Gebieten. Der Mittelmeer-Feuerdorn, Pyracantha coccinea, hat seinen Ursprung in Südosteuropa, die drei weiteren Wildformen Pyracantha crenatoserrata, P. rogersiana und P. koidzumii stammen aus China und Taiwan. In unseren Breiten werden vor allem Gartenformen kultiviert, die als Kreuzungen aus den verschiedenen Wildformen gezüchtet sind. Sie kommen sehr gut mit den hiesigen klimatischen Bedingungen zurecht.

Zum Merken:

  • Die vier Wildformen kommen aus Südosteuropa bis Südostasien
  • Bei uns kommen vor allem Gartenformen, Kreuzungen aus den Wildformen, vor
  • Gedeihen in unserem Klima sehr gut

Wachstum

Die Feuerdorne wachsen als aufrechte Sträucher mit sparrigen Verzweigungen und einer sehr dichten Krone. Insgesamt werden sie etwa 2 bis an die 6 Meter hoch – je nach Sorte gibt es hier deutliche Unterschiede. Die größeren Sorten haben teils auch einen baumartigen Habitus. Ihre Zweige sind von einer dunkelbraunen, später gräulich bis olivfarbenen Rinde ummantelt und mit langen, spitzen Dornen besetzt.

Die Wachstumseigenschaften im Überblick:

  • Aufrechter, strauchiger bis baumartiger Wuchs
  • Sparrige Verweigungen, dichte Kronenausbildung
  • Je nach Sorte 2 bis 6 Meter hoch
  • Dunkel berindete und lang bedornte Zweige

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Blätter

Die Blätter des Feuerdorns stehen an kurzen Stielen meist wechselständig oder in Büscheln an den Zweigen. Mit ihrer länglichen, umgekehrt eiförmigen bis lanzettlichen Form und dem glatten bis fein gesägten Rand haben sie eine gewisse Ähnlichkeit zu anderen Heckenpflanzen wie Weißdorn oder Liguster. Ihre satte, dunkelgrüne Farbe, die an den Unterseiten etwas heller ist, bleibt das ganze Jahr über bestehen und dient damit als effektiver Sichtschutz. Nur bei äußerst strengen Minusgraden kann es vorkommen, dass Feuerdorne ihr Laub abwerfen.

Die Blättermerkmale in Stichworten:

  • Wechselständig bis büschelartig stehend
  • Umgekehrt eiförmig bis lanzettlich
  • Glatter bis fein gesägter Rand
  • Satt dunkelgrüne, unten hellere Farbe
  • Immergrün, werden nur bei sehr hartem Frost abgeworfen

Blüte

Die Blüten des Feuerdorns öffnen sich im Frühjahr etwa ab April oder Mai und ähneln sehr stark denen des Weißdorns. Es sind hübsche, kleine Schirmrispen in Weiß, die üppig und dicht zusammenstehen. Die Einzelblüten haben fünf Blütenblätter über fünf grünen Kelchblättern und bis zu 15 lange Staubblätter. Die zahlenmäßige und nektartechnische Reichhaltigkeit der dichten Blütenstände sind auch eine wertvolle Insektenweide.

Die Feuerdornblüten noch einmal zusammengefasst:

  • Blütezeit ab April/Mai
  • Dicht stehende, üppige Schirmrispen in Weiß
  • Reiches Nektarangebot für Nutzinsekten

Frucht

Im Herbst reifen dann die Früchte des Feuerdorns, die durch die willige Bestäubung der Insekten ebenso zahlreich sind wie die Blüten. Ihrer gelben bis orangeroten oder roten Farbe hat der Feuerdorn auch seinen Namen zu verdanken. Die Feuerdornbeeren sehen ein wenig wie kleine Äpfel aus und sind etwa erbsengroß. Von Vögeln werden sie gern gefressen, für Menschen sind sie aber leider weitgehend ungenießbar.

Verwendung

Der Feuerdorn wird wegen seines dichten Wuchses vor allem als Heckenpflanze geschätzt. Weil er intensiv bedornt ist, wird er von manchen Pflanzenhändlern sogar als einbruchhemmend beworben. Seine leuchtenden Beeren, die je nach Züchtung in Gelb, Orange und Rot erscheinen, sind überdies ein schöner Fruchtschmuck über eine lange Periode hinweg. Sie dienen außerdem vielen Vögeln als Nahrungsquelle und erhöhen damit die Vielfalt der Gartenfauna. Aber auch das dichte Gezweig des Feuerdorns ist gut für die Vogelwelt – hier lassen sich nämlich gut geschützte Nestquartiere bauen, die Raubtiere wie Marder und Katzen fernhalten.

Für den Menschen sind die Beeren des Feuerdorns, so verführerisch sie auch leuchten, leider ungenießbar und sogar schwach giftig. Für die Küche lässt sich die Pflanze also nicht wirklich nutzen – allenfalls durch Kochen und Trennen des Fruchtfleischs von den Kernen lässt sich ein schmackhaftes und auch verträgliches Mus herstellen – das bedeutet allerdings viel Arbeit mit der Flotten Lotte.

Wie Sie den Feuerdorn nutzen können:

  • Als dicht abschirmende, sichtschützende Hecke
  • Als dekorative Zierde (Blüte, leuchtender Fruchtschmuck)
  • Förderung der Gartenfauna-Vielfalt
  • Bedingt: kulinarische Verarbeitung der Früchte

Hecke

Als Hecke haben Sie vom Feuerdorn sowohl einen praktischen, als auch einen ästhetischen Nutzen. Durch ihren dichten, dornigen Wuchs und ihre immergrüne Belaubung kann er eine gut abschirmende Grundstücksbegrenzung sein. Je mehr Schnittpflege Sie ihm verpassen, desto höher wird dieser Effekt sein. Durch die oben beschriebene, schlichte Schönheit der Blüten und die üppige farbprächtige Fruchtbildung können Sie im Frühjahr und eine lange Phase im Herbst außerdem einen sehr dekorativen Anblick genießen.
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Welcher Standort ist geeignet?

Der Feuerdorn ist allgemein relativ anspruchslos, was noch ein weiterer Vorteil für die Nutzung als Heckenpflanze ist. Er kann sonnig bis halbschattig stehen, in der Sonne bildet er allerdings deutlich mehr Blüten und Früchte. Er ist sehr robust gegen Wind und Wetter und auch längere Hitzeperioden übersteht er in aller Regel problemlos.

Was die Bodenbeschaffenheit betrifft, ist der Feuerdorn auch erfreulich tolerant. Der Grund sollte nur nicht zu nass sein, förderlich für ein gutes Gedeihen ist außerdem eine frische, durchlässige Erde – einen allzu mageren sollten Sie bei der Pflanzung und auch später im Frühjahr immer mal wieder mit Kompost anreichern. Der ph-Wert ist dem Feuerdorn relativ egal.

Zum Merken:

  • Standort möglichst sonnig
  • Sehr robust gegen ruppige Witterung und Hitze
  • Grund nicht zu nass und nicht zu mager (ansonsten: Kompostdüngung)
  • ph-Wert quasi unerheblich

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Was ist die beste Pflanzzeit?

Vorgezogene Sträucher aus dem Gartencenter können Sie im Grunde zu jedem Zeitpunkt im Jahr pflanzen. Am besten eignet sich allerdings das Frühjahr und der Sommer, damit die Pflanzen in Ruhe anwachsen können.

Der richtige Pflanzabstand

Wenn Sie den Feuerdorn als Hecke pflanzen möchten, setzen Sie je nach Größe der gekauften Jungsträucher etwa 2 bis 3 Exemplare pro Meter.

Feuerdorn richtig schneiden

Vor allem dann, wenn Sie den Feuerdorn als sichtschützende Hecke kultivieren möchten, sollten Sie ihn regelmäßig schneiden. Das hält den Wuchs kompakt und beugt einer zu sparrigen und lichten Kronenbildung vor. Den Rückschnitt nehmen Sie am besten unmittelbar nach der Blüte vor. Dabei lichten Sie den Strauch einfach etwas aus und kürzen die äußeren Triebe ein. Aber: wegen der spitzen Dornen Handschuhe nicht vergessen, am besten mit Stulpen!

Auch radikalere Rückschnitte verträgt der Feuerdorn recht gut, er ist durchaus sehr neuaustriebswillig.

Wenn Sie auf den leuchtenden, feuerfarbenen Fruchtschmuck im Herbst nicht verzichten möchten, sollten Sie von einem Schnitt natürlich absehen und die Blüten stehenlassen. Zwar würde er nach dem Schnitt noch ein paar bestäubungsfähige Blüten nachtreiben, allerdings fällt die Fruchtausbeute dann natürlich viel geringer aus.

Die Schnittempfehlungen im Überblick:

  • Wenn eine dichte, sichtschützende Hecke angestrebt wird: Regelmäßiger, kompaktheitsfördernder Rückschnitt nach der Blüte
  • Wenn ein reicher, herbstlicher Fruchschmuck gewünscht ist: Kein Rückschnitt

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Bonsai

Durch seinen dichten Wuchs und seine hohe Regenerationsfähigkeit eignet sich der Feuerdorn durchaus auch für die Bonsaikultur. Dabei erfordert er auch keine besonders fortgeschrittene Erfahrung. Er lässt sich sehr einfach zu einem Ministämmchen erziehen, das durch seine dichte Krone leicht einen baumartigen Charakter annimmt.

Für die Bonsaikultur setzen Sie den Feuerdorn in ein Pflanzgefäß mit Bonsaierde und Vulkangranulat. Für den Standort gilt auch hier ein möglichst hohes Sonnenlichtangebot. Umtopfen sollten Sie Ihren Mini-Feuerdorn in der ersten Zeit alle zwei Jahre. Gießen sollten Sie mäßig, Staunässe kann nämlich durchaus zur Wurzelfäule führen. Wer an seinem Bonsai-Feuerdorn auch die leuchtenden Früchte haben möchte, kann ihn nach der Blüte alle 2 Wochen mit Bonsaidünger dazu antreiben.

Zum Formen können Sie eine klassische Minibaumgestalt anstreben, indem Sie die unteren Triebe regelmäßig einkürzen und die Kontur der Krone einfach jedes Frühjahr nachschärfen. Außerdem sollten Sie gegen Ende der Vegetationsphase alte Ästchen auslichten.

Fortgeschrittene bzw. künstlerisch Anspruchsvollere können auch mit Drahten und Spannen arbeiten.

Bonsaipflege im Überblick:

  • Feuerdorn durch dichten Wuchs und gute Regenerationsfähigkeit gut geeignet für einfache Bonsaikultur
  • Substrat: Bonsaierde mit Vulkangranulat
  • Sonniger Standort, mäßig gießen
  • Formen: Zum Beispiel als Minibäumchen oder differnzierter mit Drahten
  • Für Fruchtbildung nach der Blüte düngen

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Krankheiten

Gegen Krankheiten ist der Feuerdorn ziemlich unempfindlich. Was ihm am ehesten zusetzen kann, ist ein zu nasser Grund – dann kann er auch im Freiland zu faulen beginnen. Achten Sie also schon bei der Pflanzung sorgfältig auf einen eher trockenen Standort mit guten Abfluss.

Manche Feuerdornsorten können auch noch vom Schorfpilz befallen werden – die meisten Gartenzüchtungen sind aber resistent gegen ihn. Sollten Sie eine nicht resistente Sorte haben und ein Schorfbefall auftreten, sollten Sie unverzüglich die erkrankten Pflanzenteile entfernen und ein Fungizid anwenden.

Gelegentlich kann der Feuerdorn auch von Feuerbrand heimgesucht werden. Diese bakterielle Erkrankung ist wegen ihrer seuchenartigen Ausbreitung meldepflichtig und leider unheilbar. Sie zeigt sich durch Welken und eine braunschwarze Verfärbung der Blätter, später knicken die Triebspitzen wegen abgetrennten Versorgungsbahnen ab. Je nach Alter stirbt die Pflanze nach 3 Wochen bis zu mehreren Jahren ab.
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Entfernen

Wenn Sie einen Feuerdorn entfernen möchten, müssen Sie sich auf eine recht mühselige Arbeit einstellen. Denn das Rosengewächs hat ein tiefes, dichtes Wurzelwerk, das schwierig vollständig auszugraben ist. Erschwert wird die Arbeit natürlich auch durch die spitzen Dornen der oberirdischen Pflanzenpartie.

Entfernen Sie deshalb zunächst alle großen Zweige, sodass Sie leichteren Zugang zum Stamm haben. Den Wurzelbereich lockern Sie anschließend so weit wie möglich auf, um an die Hauptwurzelstränge zu gelangen. Diese trennen Sie mit einem Messer ab und versuchen dann, die Pflanze umzulegen. Die verbleibenden Wurzelreste können Sie dann noch weiter ausgraben, je nachdem, ob Sie an der Stelle etwas neues pflanzen oder die Stelle freilassen möchten.
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Ist Feuerdorn giftig?

Der Feuerdorn ist an sich nicht giftig. Die meisten Pflanzenteile, also die Wurzeln, Zweige und Blätter enthalten keinerlei Giftstoffe. Etwas anders ist es bei den Früchten. Die leuchtend gelben bis orangeroten Beeren enthalten in ihren Kernen Stoffe, die nicht wirklich toxisch sind, aber durchaus zu unangenehmen Erscheinungen beim Verzehr führen. Dazu gehören vor allem das Flavonoid Rutin und die Chlorogensäure. Vor allem die sich bei deren Verstoffwechslung bildende Blausäure ist ein kritischer Faktor.

Bei Kleinkindern können sich bei übermäßigem Verzehr Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zeigen. Für Erwachsene ist die Konzentration der Stoffe zu gering, als dass beim Verzehr ernsthafte Beschwerden auftreten würden.

Bei Katzen und Hunden ist die Wirkung der Blausäure kritischer, da sie sie schlechter abbauen können. Wenn Ihr Haustier von den Feuerdornbeeren gefressen hat, kann es zu starken Energiestoffwechsel- und Kreislaufstörungen kommen. Induzieren Sie möglichst Erbrechen bei dem Tier, geben Sie ihm keine Flüssigkeit zum trinken und suchen unverzüglich einen Tierarzt auf.
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Tipps

Wenn Sie besonderen Wert auf den spätsommerlichen und herbstlichen Fruchtschmuck legen, ist auch die Kombination verschiedenfarbig fruchtender Sorten in einer Heckengemeinschaft empfehlenswert. So erhalten Sie im wahrsten Sinne des Wortes ein Farbfeuerwerk, das besonders im Licht von goldenen Oktobern sehr schön anzusehen ist.

Sorten

Die Hybridzüchtungen für den Garten werden vor allem hinsichtlich ihrer Beerenfarbe kategorisiert. Es gibt sie sind in den Feuerfarben Gelb, Orange und Rot. Hier können Sie je nach Geschmack und nach Kombinationsfähigkeit mit benachbarten Gartenpflanzen wählen. Die Schorfresistenz wird von Händlern auch oft betont, ist aber bei den allermeisten Züchtungen vorhanden.

Gelbe Sorten

Soleil d’Or

Die bekannteste unter den gelb fruchtenden Sorten ist die Soleil d’Or. Ihre Beeren leuchten in einem schönen Goldgelb. Sie ist eine kleinwüchsige Sorte und wird nur um die 2 Meter hoch und etwa einen bis anderthalb Meter breit. Auch von der Wuchsgeschwindigkeit her ist sie mit 10 bis 30 Zentimetern pro Jahr nicht unbedingt in erster Linie für die effektive und schnelle Grundstückseinfriedung prädestiniert.

Die Soleil d’Or ist sehr schorfresistent und recht frosthart. Regelmäßigen Schnitt verträgt sie gut. Die kleinen, weißen Blüten erscheinen von Mai bis Juni und verströmen einen wunderbar lieblichen Duft.

Als Standort bevorzugt sie einen sonnigen bis halbschattigen Platz.

Orange Sorten

Teton

Die Sorte Teton ist eine mittelgroße mit eine Höhenwachtsum von an die 3 Meter bei mäßiger Ausdehnung in die Breite von anderthalb bis 2 Metern. Dafür ist ihre Verzweigung besonders dicht, sodass sie sich gut für den Sichtschutz eignet.

Sie bildet ab August dunkelorangefarbene Früchte aus. Ihre weißen Blüten erscheinen von Mai bis Juni. Ihre Frosthärte ist gut, ihre Schorfresistenz ebenfalls.

Orange Charmer

Diese Sorte erfreut mit ihren feurig orangefarbenen Früchten, die sich ab September zeigen. Von Mai bis Juni blüht die Orange Charmer mit kleinen, üppigen Schirmrispen , die angenehm duften.

Im Wuchs ist die Sorte besonders breit und buschig. Bei einem eher geringen Höhenwachstum von 2 bis 2 ½ Metern dehnt sie sich bis zu 3 ½ Meter in die Breite aus. Wie die meisten Sorten gedeiht sie in der Sonne am besten, kann aber auch halbschattig stehen. Sie ist schorf- und frostresistent.

Rote Sorten

Red Column

Die Red Column zeigt einen straffen, aufrechten Wuchs mit bis zu Sie ist sehr unempfindlich gegen Frost und Hitze. Ihre reichen, dichten, weißen Blütentrauben erscheinen im April und Mai, die karminrot leuchtenden Früchte daraus entwickeln sich ab September und können bis in den Winter bestehen bleiben. An einem sonnigen Standort gedeiht sie am besten.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: fotopanorama360/Shutterstock
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