Feigen vermehren: Anleitung zur Selbstnachzucht

Feigen lassen sich durch Samen oder Stecklinge leicht selbst vermehren. Aus einer reifen Feige oder einem Feigenbaum können Sie eine Vielzahl von Feigenbäumen heranziehen, die bereits nach einer Wuchszeit von zwei bis drei Jahren in den Garten verpflanzt werden können.

Feigenbaum vermehren
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Vermehrung durch Samen

Feigen-Saat können Sie einer im Handel erhältlichen oder selbst geernteten Frucht entnehmen. Schneiden Sie die reife Feige auf, trocknen Sie die winzigen Steinfrüchte auf Küchenkrepp gut ab und geben Sie diese in Anzuchterde. Bedecken Sie die Samen mit einer dünnen Schicht Erde und gießen Sie diese gut an.

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Feucht-warmes Klima für schnelle Keimung

Im feuchtwarmen Klima eines Treibhauses für die Fensterbank keimen die kleinen Feigen besonders schnell. Nach zwei bis drei Monaten und mit einer Wuchshöhe von etwa zehn Zentimetern werden die Pflänzchen pikiert. Achten Sie stets auf genügend Feuchtigkeit und ein gleichmäßig warmes Klima, denn Kälte und mangelnde Wassergaben können den Spross dauerhaft schädigen.

Im Sommer ist ein geschützter Standort im Garten ideal für die Feigen Vermehrung. Vor einer geschützten Hauswand wachsen die kleinen Feigenbäumchen in einem milden Sommer rasch heran.

Vermehrung durch Stecklinge

Die Vermehrung der Feigen gelingt problemlos mit:

  • Stecklingen, die aus dem verholzten Trieb des Vorjahres geschnitten werden
  • grünen Trieben
  • Kopfstecklingen (abgeschnittene Triebspitze oder Stammteile ohne Krone)

Der beste Zeitpunkt für die Nachzucht sind das Frühjahr und der Frühsommer.

Die frisch geschnittenen Stecklinge können Sie direkt in einen kleinen Topf einpflanzen oder alternativ zunächst im Wasserglas Wurzeln antreiben lassen. Warten Sie bei der Vermehrung im Glas jedoch nicht zu lange mit dem Versetzen. Der Spross bildet im Glas ausschließlich Wasserwurzeln die sich beim Verpflanzen an die Erde anpassen müssen. Dieser Vorgang raubt der Pflanze Kraft und sie gedeiht langsamer.

Im Frühjahr bietet sich die Vermehrung durch Steckhölzer an. Stecken Sie die etwa 30 Zentimeter langen Stecklinge, die Sie aus einem bereits verholzten Ast unterhalb eines Auges schneiden, in einen mit einem Gemisch aus Sand und Erde befüllten Blumentopf. Verschließen Sie den Topf gut mit einer durchsichtigen Plastiktüte, damit der Steckling in diesem warmen und geschützten Klima Wurzeln treibt.

Stecklinge verlieren häufig Blätter. Dies allein ist kein Grund, die Anzucht als missglückt anzusehen. Sollte der Stamm jedoch schrumpelig werden und sich unter der Rinde weich und schlüpfrig anfühlen, ist die Vermehrung leider nicht geglückt.

Ein Feigenspross – beliebte Urlaubserinnerung

Möchten Sie eine Feige aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen und kultivieren, entfernen Sie von einem Feigensteckling die Blätter und umwickeln ihn mit einem feuchten Taschentuch. Verwahren Sie den Steckling in einer mit Wasser gefüllten, durchsichtigen Getränkeflasche, die Sie fest zuschrauben. Die Setzlinge treiben in ihrem Gefängnis hervorragend und es zeigen sich nach kurzer Zeit sowohl Wurzeln als auch erste Blätter. Verpflanzen Sie den Steckling in ein geeignetes Gefäß und träumen Sie beim Anblick der kleinen Pflanze von den schönsten Tagen des Jahres.

Tipps & Tricks

Stecklinge sollen besonders schnell anwurzeln, wenn diese in eine große Kartoffel gesteckt und eingepflanzt werden.

Text: Sabine Kerschbaumer

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