Feigenbaum Wurzeln

Die Feige – ein Herzwurzler

Wild wachsende Feigenbäume bilden ein flaches und weit ausgedehntes Wurzelsystem, das in der Regel drei Mal so groß ist wie die ausladende Krone. Sie gehören zu den Herzwurzlern, deren Wurzelform an eine Halbkugel erinnert. Mehrere verzweigte und verholzte Hauptwurzeln geben dem Gehölz Standfestigkeit. Die Hauptwurzel unterhalb des Stammes wächst nahezu senkrecht in den Boden während sich zahlreiche weitere Wurzeln strahlenförmig rund um die Pflanze ausbreiten.

Komplexes Wurzelsystem

Dadurch ist die Feige hervorragend an die Bodenbeschaffenheit ihrer Heimat angepasst und kann das zur Verfügung stehende Wasser und die Nährstoffe optimal ausnützen. Durch die starken Hauptwurzeln ist die Feige standfest und trotz auch stärkeren Winden.

Kübelfeigen und in unseren Breiten ausgepflanzte Feigenbäume sollten Sie so erziehen, dass die Wurzeln weit in die Tiefe reichen. Dadurch ist der Baum weniger anfällig gegenüber Frostschäden und Wurzelfäule.

Feigen benötigen große Pflanzgefäße

Feigenbäume, die in einem Kübel wachsen, müssen Sie im Schnitt alle zwei Jahre umtopfen. Sie benötigen größere Pflanzkübel als andere Balkongehölze, damit der empfindliche Wurzelballen genügend Platz hat. Gießen Sie die Feige regelmäßig von unten, so wird sie dazu angeregt starke Hauptwurzeln zu bilden. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, da die Feige auf ein Zuviel an Wasser mit Wurzelfäule reagiert.

Wurzelbildung bei Freilandfeigen anregen

Eine ins Freiland ausgepflanzte Feige dankt die gute Vorbereitung des Pflanzlochs mit kräftiger Wurzelbildung. Lockern Sie den Mutterboden mit etwas Sand oder Kies auf und geben Sie groben Kies als Dränageschicht in das Pflanzloch. Schwemmen Sie die Feige in Trockenperioden gründlich, damit die Pflanze tief reichende Wurzeln bildet, die in den Wintermonaten nicht zurückfrieren.

Können Feigenbäume mit ihren Wurzeln Mauerwerk durchbrechen?

Die Feige wird von einem Dichter der Antike als Pflanze beschrieben, deren Wurzeln stark genug sind um Mauern zum Einstürzen zu bringen. Dieser Poet besaß eine blühende Fantasie, denn trotzdem die Wurzeln der Feige enorme Ausmaße erreichen können sind sie kaum in der Lage, Mauerwerk zu sprengen.

Damit die Wurzeln in Mauerritzen eindringen könnten, müsste die Mauer rissig und von Spalten durchsetzt sein. Außerdem frieren Freilandfeigen in den kalten Wintern unserer Breiten immer etwas zurück und werden selten so groß wie wild wachsende Exemplare. Auch bei hausnah gepflanzten Feigenbäumen oder Spalierobst besteht deshalb keine Gefahr für das intakte Mauerwerk Ihres Hauses.

Tipps & Tricks

Während Sie beim Umsetzen vieler Gehölze den Wurzelballen etwas einkürzen können, sollten Sie dies bei der Feige möglichst vermeiden. Feigen reagieren sehr empfindlich auf Verletzungen des Wurzelballens und können durch Wurzelschäden sogar eingehen.

SKb

Text: Sabine Kerschbaumer

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